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Nis Randers

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Nis Randers ist eine im Jahr 1907 erschienene Ballade des deutschen Dichters Otto Ernst.

Das vor allem an der Nordseeküste bekannte Gedicht schildert in dramatischen Worten den Verlauf einer Rettungsaktion in der Frühzeit der Seenotrettung.

Es handelt von Nis Randers, der bei Sturm vor der Brandungslinie in einem gerade gestrandeten Schiff noch einen Mann in den Rahen ausmacht und beschließt, mit einem Ruderrettungsboot einen Rettungsversuch zu wagen. Seine Mutter versucht, ihn davon abzuhalten, da sie auf See bereits ihren Mann und einen Sohn verloren hat, ein zweiter ist verschollen. Nis Randers widerspricht ihr, indem er sie nach der Mutter des Schiffbrüchigen fragt. Nach gelungener Rettung stellt sich heraus, dass der Gerettete kein anderer als der verschollene Sohn ist.

Der Seenotrettungskreuzer Nis Randers der DGzRS wurde nach der Hauptfigur benannt.

Die Ballade wurde von Achim Reichel auf seinem Album Regenballade vertont.

Text


Krachen und Heulen und berstende Nacht,
Dunkel und Flammen in rasender Jagd –
Ein Schrei durch die Brandung!

Und brennt der Himmel, so sieht man’s gut:
Ein Wrack auf der Sandbank! Noch wiegt es die Flut;
Gleich holt sich’s der Abgrund.

Nis Randers lugt – und ohne Hast
Spricht er: „Da hängt noch ein Mann im Mast;
Wir müssen ihn holen.“

Da fasst ihn die Mutter: „Du steigst mir nicht ein!
Dich will ich behalten, du bliebst mir allein,
Ich will’s, deine Mutter!

Dein Vater ging unter und Momme, mein Sohn;
Drei Jahre verschollen ist Uwe schon,
Mein Uwe, mein Uwe!“

Nis tritt auf die Brücke. Die Mutter ihm nach!
Er weist nach dem Wrack und spricht gemach:
„Und seine Mutter?“

Nun springt er ins Boot und mit ihm noch sechs:
Hohes, hartes Friesengewächs;
Schon sausen die Ruder.

Boot oben, Boot unten, ein Höllentanz!
Nun muss es zerschmettern! Nein: es blieb ganz!
Wie lange? Wie lange?

Mit feurigen Geißeln peitscht das Meer
Die menschenfressenden Rosse daher;
Sie schnauben und schäumen.

Wie hechelnde Hast sie zusammenzwingt!
Eins auf den Nacken des anderen springt
Mit stampfenden Hufen!

Drei Wetter zusammen! Nun brennt die Welt!
Was da? Ein Boot, das landwärts hält!
Sie sind es! Sie kommen!

Und Auge und Ohr ins Dunkel gespannt.
Still – ruft da nicht einer? Er schreit’s durch die Hand:
„Sagt Mutter, ’s ist Uwe!“

Weblink

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