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Nilkheim
Aus Kefk.
Nilkheim ist Ortsteil von Aschaffenburg. Er liegt am linken Ufer des Mains und grenzt an den Stadtteil Leider.
Nilkheim hat zur Zeit etwa 6000 Einwohner und wächst ständig weiter, da es in den letzten zehn Jahren zum Neubaugebiet geworden ist.
Bedeutende Industrieunternehmen sind die Linde AG, die Takata-Petri-AG, Suffel Fördertechnik und das Einzelhandelsunternehmen Möbelhaus Möbel Kempf GmbH & Co. KG, welche ihren Sitz im Industriegebiet Nilkheim-West haben.
Da Nilkheim und Leider flächenmäßig groß sind, haben zahlreiche Fußballvereine in diesem Gebiet ihre Sportstätten angesiedelt. So unter anderem der VfR Nilkheim (Ursprungsverein von Felix Magath), DJK Aschaffenburg, TuS Leider und Viktoria Aschaffenburg.
Geschichtliches
Der heutige Stadtteil Aschaffenburg-Nilkheim besteht jetzt etwa seit 70 Jahren.
Die ältere Geschichte Nilkheims beginnt nicht am jetzigen Ort, sondern einen knappen Kilometer weiter westlich, wo heute der Nilkheimer Hof und die Kilianskapelle stehen. Als die Römer ab dem Ende des 1. Jahrhunderts den Limes zur Absicherung ihres Gebietes nach Osten zu den germanischen Stämmen hin zogen, lag dort zwischen dem Kastell Stockstadt einerseits und den Kastellen von Niedernberg und Obernburg andererseits eine Art Zwischenkastell.
Nach jüngsten Ergebnissen der Ortsnamenforschung bestand Nilkheim bereits Ende des 5. Jahrhunderts als alemannische Siedlung („Nollo", Personenname, Ortsnamensendung -ingen). Diese Namensgebung wurde durch Hinzufügung der fränkischen Ortsendung „-heim" im Zuge des Vordringens der Franken in dieses Gebiet (6. Jahrhundert) frankonisiert; dies lässt sich aus den ältesten schriftlichen Überlieferungen des Ortsnamens aus dem 13./14. Jahrhundert: Nullenkeim, Nullinkem, Nullinkeim schließen.
Für das erste Drittel des 8. Jahrhunderts gilt als historisch gesichert, dass zu diesem Zeitpunkt ein dem Heiligen Dionysius geweihtes Gotteshaus wohl an derselben Stelle wie die heutige Kilianskapelle vorhanden war, und damit auch eine dörfliche Ansiedlung.
Das Erzbistum Mainz bemächtigte sich 982/83 der Stadt Aschaffenburg und 1278 des Bachgaus, so dass sich die Entwicklung des Dorfs unter dem Krummstab vollzog. Das ehemalige Hofgut Nilkheim, die jetzige Stadtgärtnerei Aschaffenburg, dürfte wohl ein altes Mainzer Domänengut gewesen sein. Der Markgräflerkrieg in der Mitte des 16. Jahrhunderts brachte nicht nur der Stadt Aschaffenburg unermesslichen Schaden - dort wurde die mittelalterliche Burg zerstört - sondern leitete auch den Untergang des Dorfes ein, der im Dreißigjährigen Krieg seinen Abschluss fand. Das Ackerland wurde aufgeteilt zwischen den Gemeinden Leider und (Groß-) Ostheim. Aus diesem Grund steht der heutige Stadtteil Nilkheim auf der Gemarkung Leider. Einzig das kurfürstliche Hofgut mit angrenzenden Waldungen sowie die Kapelle blieben bestehen.
Der vorletzte Mainzer Erzbischof und Kurfürst, Friedrich Carl Joseph von Erthal (1774 - 1802), begann ab 1775 mit der Anlage des Schönbuschs als Landschaftsgarten, ließ Schlösschen und Gartenstaffagen erbauen und legte zwei künstliche Seen an.
Ein Lederhändlersohn aus Frankfurt, Karl Freiherr von Mergenbaum, baute in den Anfangsjahren des 19. Jahrhunderts das Hofgut aus und feierte, jetzt unter dem bayerischen König, rauschende Feste. 1911 entstand mit dem Eisenbahnbau Aschaffenburg-Höchst im Odenwald die Station Schönbusch-Nilkheim. Erst in den 20er Jahren des 20.Jahrhunderts begann die Bebauung des jetzigen Stadtteil-Gebiets, wozu die Leiderer Bauern ihre Äcker verkauften. Man baute vorwiegend den Mainsand und -kies ab. Ausweisungen von Familien aus den Aschaffenburger Kasernen, die im Zuge der Wiederbewaffnungspolitik Hitlers benötigt wurden, brachten in den 30er Jahren Neuzugänge, die vorwiegend in Flachbauten, später auch in Siedlungshäuschen untergebracht wurden. Zunächst gab es noch keinen festen Namen für die neue Siedlung: Siedlung an der Großostheimer Straße; Siedlung oder Straße im Blauen, im Freien. Am Ende setzte sich der Name Nilkheim durch.
Eine Schule wird 1938 errichtet. 1953 kommt es zum Bau der katholischen Kirche. Die evangelischen Christen treffen sich am Anfang in der Kilianskapelle am Nilkheimer Hof, dann im Saal der Volksschule, bis 1967 der Jakobuskirchsaal eingeweiht wird. Dank des Einsatzes vieler Siedlungsgemeinschaften und -genossenschaften wächst Nilkheim, kann sich vom Ruch „Stadtrand-, Arbeiter- und Barackensiedlung" lösen und bietet sich heute als ein Stadtteil dar, der aufgrund der Nähe zur Innenstadt und der günstigen Lage zum Landschaftsgarten und Erholungsgebiet Schönbusch einen hohen Wohnwert besitzt. In seinem neuen Teil, der zwischen der Kleinen Schönbuschallee und der bestehenden Anlage liegt, entstand durch die Vollendung des ev. Kirchenbaus ein zusätzliches Zentrum. (Quelle: SPD Nilkheim)
Sehenswürdigkeiten
Eine Sehenswürdigkeit ist der englische Landschaftsgarten Park Schönbusch mit seinen Gebäuden, sowie der direkt am Mainufer gelegene Nilkheimer Park, der sich auf dem Gelände eines ehemaligen Hofgutes erstreckt. Im Sommer bildet der Park oftmals eine Begegnungsstätte für völkerverbindende Feste und Jugendfestivals (Kommz). In dem dazugehörenden Gebäude sind der Spiegelsaal, die Sphinx sowie der Obelisk von historischer und künstlerischer Bedeutung.
Nilkheim besitzt zwei Kirchengemeinden, Sankt Jakobus (evang.) und Sankt Kilian (kath.), sowie eine Grundschule, benannt nach dem Aschaffenburger Maler Christian Schad. Auch der vor allem in der Region bekannte Journalist und Schriftsteller Franz Schaub († 2002) hatte hier seinen Wohnsitz.
Koordinaten: 49° 57′ 39″ N, 09° 07′ 09″ O
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