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Nikolait

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Nikolait bezeichnet ursprünglich einen Anhänger einer Nebenströmung des frühen Christentums. Im Mittelalter wurde der Begriff wiederbelebt, um verheiratete Kleriker negativ zu kennzeichnen.

Alte Kirche

Nikolaiten sind in der Alten Kirche Anhänger einer meist zu den Gnostikern gerechneten christlichen Sekte, die (so heißt es zumindest in der Polemik ihrer Gegner) durch Erlaubnis sexueller Freizügigkeit sowie der Duldung der Teilnahme an heidnischen Götzenopfern und am Kaiserkult versuchte, Anhänger zu gewinnen. Im Neuen Testament sind Nikolaiten in der Offenbarung des Johannes (2,6.14f.20) erwähnt. Der Name soll der Tradition zufolge auf den in der Apostelgeschichte (6,5) erwähnten Diakon Nikolaos zurückgehen, der zum Kreis der hellenistischen Judenchristen gehörte, was nach heute herrschender Meinung aber auszuschließen ist. Als Urheber der Bewegung wird vielmehr ein anderer, sonst unbekannter Nikolaos angenommen, bei dem es sich nach Ansicht einiger Autoren um einen Proselyten aus Antiochien handelt.

  • H. Kraft, Die Offenbarung des Johannes. HNT 16a, 1974 (Exkurs: Nikolaos und die Nikolaiten, S. 72 ff.)

Mittelalter

An die aus der frühkirchlichen Literatur bekannten Konnotationen anknüpfend, wurden in der Zeit des Investiturstreits nichtzölibatär lebende Kleriker abwertend als Nikolaiten bezeichnet.

Ehelosigkeit bzw. sexuelle Enthaltsamkeit war teilweise schon in der Frühzeit der Kirche vom Kultpersonal gefordert worden. Allerdings wurden im Frühmittelalter Priesterehe und Priesterkonkubinat besonders beim niederen Klerus in ländlichen Gebieten allgemein geduldet. Im Zuge der Kirchenreformen des 11. Jahrhunderts wurde dann in der westlichen Kirche die Forderung nach Durchsetzung des Zölibats für alle Kleriker laut. Humbert von Silva Candida setzte die polemische Bezeichnung Nikolaiten für verheiratete Kleriker durch.

Wikipedia
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