Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Nikolai Michailowitsch Girenko
Aus Kefk.
Nikolai Michailowitsch Girenko (russisch Николай Михайлович Гиренко; * 31. Oktober 1940 in Leningrad, † 19. Juni 2004 in St. Petersburg erschossen) war ein russischer Ethnologe und Menschenrechtler.
Als Kleinkind überlebte er die 900 Tage andauernde Belagerung von Leningrad. Im Alter von 27 Jahren schloss er sein Studium der Afrikanistik ab und ging für einige Jahre als Übersetzer nach Tansania. Im Jahre 1970 nahm er eine Beschäftigung in der Leningrader Dependance des sowjetischen ethnographischen Instituts an. Das Institut wurde 1992 in "Peter-der-Große-Museum für Anthropologie und Ethnographie" umbenannt.
Der Völkerkundler widmete seine Arbeiten vor allem den Sozialsystemen in Afrika. So veröffentlichte er 1991 das Buch "Die Soziologie des Stammes". In seiner Freizeit beobachtete er auch das Aufkeimen rechtsnationaler Gruppen wie der Pamjat in seinem Land. 1990 wurde er in den Leningrader Stadtrat gewählt. Dort betätigte er sich im Ausschuss für Menschenrechte und nationale Minderheiten.
Er unterstützte den Aufbau von Kulturzentren und hatte den Vorsitz des Vereins für Minderheitenrechte inne. Für die Polizei(Miliz) schrieb er ein Handbuch für den Umgang mit rassistisch motivierten Verbrechen. Er entwickelte sich zum Experten über rassistische und neofaschistische Gruppen. Bei zwei Morden im Jahr 2002 und 2003 aus rassistischen Motiven konnte er wertvolle Hinweise liefern, so bezüglich der stramm organisierten Skinhead-Gruppe "Schulz-88".
Nikolai Michailowitsch Girenko wurde durch die Holztür an seiner Wohnung durch Schüsse tödlich getroffen, als es klingelte. Auf einer Webseite der Gruppe "Russische Republik" wurde erklärt, sie habe ihn wegen "Verbrechen gegen russsiche Patrioten" zum Tode verurteilt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Girenko, Nikolai Michailowitsch |
| KURZBESCHREIBUNG | russischer Ethnologe und Menschenrechtler |
| GEBURTSDATUM | 31. Oktober 1940 |
| GEBURTSORT | Leningrad |
| STERBEDATUM | 19. Juni 2004 |
| STERBEORT | St. Petersburg |
