Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Niedersächsisch

Aus Kefk.

(Weitergeleitet von Niedersächsische Sprache)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel erläutert die Varietät der niederdeutschen Sprache; zu anderen Bedeutungen siehe Niedersächsisch (Begriffsklärung).

Das Niedersächsische oder Westniederdeutsche ist Teil der niederdeutschen Sprache. Im Nordosten der Niederlande und in Nordwestdeutschland wird das Niedersächsische in seinem Dialekt Nedersaksisch, zumeist aber gemeinsam mit dem Ostniederdeutschen ugs. Plattdeutsch („plattdüütsch”) genannt. Der ISO-Code nach ISO 639-2 ist nds.

Das große Gebiet des Niedersächsischen ist kein einheitliches Sprachgebiet, sondern Teil des niederdeutschen Dialektkontinuums; es werden unterschiedliche Mundarten gesprochen. Jeder Ort hat seine spezifischen mundartlichen Eigenarten, oft gibt es sogar zwischen den Nachbargemeinden beträchtliche Unterschiede in der Lautgebung bzw. in den einzelnen Wortschatzbereichen. Die Einzelmundarten gehen in die Hunderte und bilden die Niedersächsische Sprachgemeinschaft (siehe auch deutsches Dialektkontinuum).

Inhaltsverzeichnis

Abgrenzung

Bild:Niedersächsisches Sprachgebiet.PNG
Niedersächsisches Sprachgebiet
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/1/1f/Verbreitungsgebiet_der_heutigen_niederdeutschen_Mundarten.PNG': No such file or directory.
Verbreitungsgebiet der heutigen niederdeutschen Mundarten. Die niedersächsischen Mundarten umfassen innerhalb des niederdeutschen Sprachraumes das Nordniedersächsische (3), das Ostfälische (7), das Westfälische (6) und niedersächsische Dialekte in den Niederlanden (5).

Zu der Gruppe des Niedersächsischen zählen

Durch die Isoglosse zwischen dem westlichen Plural Präsens auf -(e)t und dem östlichen auf -e(n) (mak(e)t versus make(n)) von diesem getrennt, schließt sich im Osten das Ostniederdeutsche an, das sich seinerseits aus dem Mecklenburgisch-Vorpommerschen, dem Mark-Brandenburgischen (Mark Brandenburg), dem Mittelpommerschen (ein schmaler Streifen an der Oder) und historisch auch aus dem Ostpommerschen (in Hinterpommern) und dem Niederpreußischen (in Ost- und Westpreußen) zusammensetzt.

Im Süden wird das niedersächsische (westniederdeutsche) Sprachgebiet durch die so genannte Benrather Linie vom Hochdeutschen getrennt, so dass z.B. das Westfälische bis nach Nordhessen und ins Ruhrgebiet hineinreicht.

Im Westen grenzt das Niedersächsische an das Niederfränkische, dessen Zuordnung zum Niederdeutschen umstritten ist. Historisch gehört es zu den fränkischen Dialekten und wird z.B. in Duisburg, Oberhausen, Wesel, Kleve und einem großen Teil der Niederlande gesprochen.

Im Norden bildete die Linie Eckernförde - Treene - Eider die historische Grenze zum Dänischen und Nordfriesischen. Seit dem späten Mittelalter setzte in Schleswig jedoch durch Einflüsse aus dem deutschen Sprachraum ein schleichender Sprachwandel zum Niedersächsischen ein. Besonders die schleswigschen Städte waren hiervon betroffen. Heute ist die deutsch-dänische Landesgrenze auch Sprachgrenze. In Grenznähe wird zum Teil noch Nordfriesisch und Sønderjysk (ein dänischer Dialekt) gesprochen.

Abgrenzung des Niedersächsischen

Aufgrund des deutschen Dialektkontinuums gibt es keine eindeutig festlegbare Sprachgrenzen innerhalb des deutschen Dialektraumes und auch nicht zwischen dem Niedersächsischen und dem Niederfränkischen. Um Forschungsgebiete voneinander abzugrenzen, hat die Sprachwissenschaft allerdings eine Dialektgrenze an einer so genannten ”ick-ich-Linie” festgemacht, die von Deutschland weiter durch die Niederlande und Belgien bis zur Französischen Sprachgrenze verläuft. Der Nordosten der Niederlande gehört zum niedersächsischen Sprachraum. Dort wird - insbesondere in ländlichen Gegenden - umgangssprachlich ein niedersächsischer Dialekt ("Nedersaksisch") gesprochen. Dies gilt für die Provinzen Gelderland, Overijssel, Drenthe und Groningen. Spricht man dagegen in einem Kaufhaus einen Niederländer auf Niedersächsisch an, bekommt man aber oft als Antwort, dass er kein Nedersaksisch spricht, da er aus einem anderen Teil der Niederlande stammt. Diese niedersächsischen Mundarten werden aber - obwohl sie mit den Mundarten auf der deutschen Seite weitestgehend identisch sind - zumeist auch als niederländische Mundarten bezeichnet, was aber sprachwissenschaftlich kein Gegensatz ist, sondern eher etwas mit den Eigenstaatlichkeiten (Deutschland und Niederlande) zu tun hat. Nederduits war bis ins 19. Jahrhundert eine übliche Bezeichnung der Sprache in den Niederlanden (siehe auch Niederländisch (Name) über die verschiedenen Namen der Niederländischen Sprache). Die Zuordnung richtet sich nach sprachwissenschaftlichen Einordnungen und weniger nach der überdachenden Standardsprache.

Geschichte und offizieller Status

Im Mittelalter diente das Lübecker Mittelniederdeutsch ("Lübsch") als Lingua Franca der Hanse und erreichte so eine große Bedeutung im Ostseeraum und Skandinavien. Im Hanseraum war das stark standardisierte Mittelniederdeutsch die bevorzugte Schriftsprache auch für diplomatische und juristische Dokumente. Es hat viele Spuren in den skandinavischen und baltischen Sprachen hinterlassen.

Im Laufe des 17. Jahrhunderts wurde das Niedersächsische jedoch als geschriebene Sprache durch Standarddeutsch in Deutschland bzw. durch Niederländisch in den Niederlanden verdrängt. Dabei hat die Reformation eine wichtige Rolle gespielt.

Das Niedersächsische und Niederfränkische konnte sich bis nach dem Zweiten Weltkrieg als vorrangige Umgangssprache im niederdeutschen Sprachraum halten, ist aber durch das Hochdeutsche inzwischen stark in seiner Existenz gefährdet. In Deutschland existiert kein einziges Radio-Vollprogramm in Plattdeutsch.

Es gibt jedoch auch Sprachwissenschaftler, die das Niedersächsische ungeachtet der offiziellen Anerkennung lediglich als deutschen bzw. niederländischen Dialekt auffassen, da es ihrer Ansicht nach weder das Kriterium einer Abstandsprache noch das Kriterium einer Ausbausprache erfülle, wohl aber in Gebieten mit deutscher bzw. niederländischer Dachsprache gesprochen werde.

Heutige Verbreitung

Das Niederdeutsche und damit das Niedersächsische verliert bei der jüngeren Bevölkerung in Deutschland und in den Niederlanden durch die hochdeutsche bzw. standardniederländische Amts- und Schulsprache zunehmend an Sprechern. Überwiegend die ältere einheimische Generation verwendet ihre jeweilige Mundart noch im Gespräch miteinander. Der Dialekt wird aber auch von der mittleren Generation noch sehr gut verstanden, teilweise benutzt oder auch mit dem Hochdeutschen (Missingsch) oder Dänischen (Petuh) vermischt. In manchen Teilen Norddeutschlands und der östlichen Niederlande werden die Mundarten intensiver gesprochen als in anderen Landesteilen. Im Oldenburger Land, in Ostfriesland, in der Lüneburger Heide, in der Mittelweserregion, im Emsland, in der Grafschaft Bentheim in der Wümmeniederung, in Teilen Schleswig-Holsteins und regional in Hamburg, Bremen und Westfalen hat die Sprache noch sehr viele Sprecher, in Hannover und anderen Großstädten ist es fast ausgestorben.

In Schleswig-Holstein versucht die Landesregierung, mit Förderprogrammen und Wettbewerben das Plattdeutsche wieder in die Schulen zu bringen. Auf Eigeninitiative von Lehrkräften gibt es vereinzelt auch wöchentlichen „Fremdsprachenunterricht“. Landtagssitzungen auf Platt werden zwar regelmäßig gehalten, haben aber eher darstellenden Charakter, da für echte Diskussionen den meisten Abgeordneten das Sprachwissen fehlt.

Niedersächsisch ist keine Sprache wie das Standarddeutsche, sondern eine Dialektgruppe, weil ihm eine Standardversion fehlt. Die relativ geringe räumliche Mobilität bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat dazu geführt, dass sich Aussprache und Wortschatz teilweise stark voneinander (selbst von Ort zu Ort, vergl. den vielen alemannischen Dialekten in der Schweiz) unterscheiden (Dat gifft 'n Hümpel Grootdialekten un soveel Dörpsdialekten as Fleigen op de Mess).

Auch in einigen Regionen Nord- und Südamerikas werden von Nachfahren niederdeutscher (norddeutscher und ostniederländischer) Auswanderer noch heute niedersächsische Dialekte gesprochen.

Gliederung

in Norddeutschland

Westniedersächsische Varietäten in den Niederlanden

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort nds-nl, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.


Diese Unterteilung ist basiert auf der Dialektkarte von Jo Daan[1].

in anderen Ländern

Nicht-mennonitische Dialekte aus verschiedenen Gebieten Norddeutschlands und der östlichen Niederlande (besonders in Kanada, USA und Brasilien; darunter im 19. Jahrhundert von Schleswig-Holstein und Pommern aus in den Mittleren Westen der USA und von Pommern aus ins südliche Brasilien (Pomerano) verpflanzte und dort weiterentwickelte spezifisch amerikanische Mundarten des Niedersächsischen)

Bedeutende „niedersächsisch-plattdüütsche” Dichter und Schriftsteller

Quellen

  1. http://neon.niederlandistik.fu-berlin.de/langvar/dialects/dialectmapdaan/image_view_fullscreen

Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort nds, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort nds-nl, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.


Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Nieders%C3%A4chsisch, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge