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Neuromanik

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Gebäude der preußischen Provinzialregierung, Koblenz
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„Neuromanischer“ Altar in der Pfarrkirche St. Martin in Hundersingen

Die Neuromanik, auch Neoromanik genannt ist eine von mehreren Retro-Stilen im 19. Jahrhundert, in dem die Kunst in Europa, vor allem die Architektur in Ermangelung einer eigenständigen Formensprache auf die Stile der vergangenen zwei Jahrtausende zurückgriff. Beginnend mit Klassizismus gab es Neugotik, Neuromanik, Neorenaissance, Neubarock und auch Neurokoko. Die später oft bunt zusammengewürfelten Stile werden auch als Historismus oder Eklektizismus bezeichnet.

Umgekehrt zu dem historischen Auftreten folgte die neuromanische Blüte der Neugotik, nachdem man im stark nationalistisch geprägten Deutschland des 2. Kaiserreiches erkannt hatte, dass die zuvor favorisierte Gotik nicht ein typisch deutscher Stil ist, sonden historisch aus Frankreich stammt. Diesen gesuchten typisch deutschen Stil glaubte man in der Romanik gefunden zu haben, worauf sich der Schwerpunkt auf romanische Formen verlagerte. Wegbereiter der Neuromanik waren Heinrich Hübsch und Rudolf Wiegmann in grundlegenden Veröffentlichungen.

Die Bautätigkeit der Neuromanik hatte ihren Schwerpunkt im Kirchenbau und reichte bis in zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Durch die Industrialisierung gab es in den stark wachsenden Städten dazu ein reiches Betätigungsfeld. Stilistisch griff man nicht nur auf die Formelemente der Romanik in Westeuropa zurück, sondern verwendete auch die prächtigeren Formen des byzantinischen Stils.

Auch in der Konstruktion der Kirchen blieb man nicht bei romanischen Grundrissen, sondern verwendete die fortschrittlicheren Prinzipien der Gotik, erkennbar an Kreuzrippengewölben und rechteckigen Grundflächen der Joche.

Auch im Altarbau spricht man von „Neuromanik“. Da in der Romanik jedoch gar keine Altaraufbauten verwendet wurden, sind „neuromanische“ Hochaltäre oft im Grunde neugotische Altäre, die anstelle von Spitzbögen Rundbögen verwenden und auf Fialen verzichten. Das Fehlen von historischen Vorbildern führte immerhin dazu, dass im historistischen Altarbau unter dem Etikett der „Neuromanik“ besonders kreativ mit Formen und Aufbau umgegangen wurde und entsprechende Altäre oft spielerischer erscheinen als die der Neugotik.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutende Bauten im neuromanischen Stil

Deutschland

Bild:Heilig Kreuz-Kirche Gladbeck-Butendorf.jpg
Heilig Kreuz-Kirche Gladbeck-Butendorf

Großbritannien

  • Natural History Museum, London

Schweiz

Literatur

  • Heinrich Hübsch: In welchem Style sollen wir bauen?. Karlsruhe : Müller, 1984. Repr. d. Ausg. Karlsruhe, Müller, 1828. mit e. Nachw. von Wulf Schirmer [1]
  • Rudolf Wiegmann: Bemerkungen über die Schrift "In welchem Style sollen wir bauen?" von Heinrich Hübsch. In: Kunstblatt 10, 1829, Seiten 173-174, 177-179 und 181-183.

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Neuromanik – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
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