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Naturfreundejugend Deutschlands

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Die Naturfreundejugend Deutschlands ist der Kinder- und Jugendverband der NaturFreunde Deutschlands e.V. und international bei der Naturfreundejugend Internationale (IYNF: International Young Naturefriends) organisiert.

Die Naturfreundejugend ist kein reiner Umweltverband. Die Naturfreundejugend organisiert sich selbst. Sie kann aber dem linken bis aufgeklärten Spektrum zugeordnet werden. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene engagieren sich gegen Rassismus, Militarismus, Verblendung, Dummheit und Ignoranz insbesondere in älteren Generationen für eine lebenswerte, soziale, gerechte und ökologisch-gesunde Umwelt. Sie erregen mit Bildungs-, Kultur- und Informationsveranstaltungen Interesse und Aufmerksamkeit in der Bevölkerung und bei Verfassungsorganen. Insbesondere stechen momentan die Landesverbände Thüringen sowie Berlin hervor, der Rest ist linksliberal bis konservativ , insbesondere der bayerische.

Die Naturfreundejugend Deutschlands will, dass die aktuelle Diskussion um Nachhaltigkeit nicht zu einer Leerformel verkommt, sondern zu grundlegenden Änderungen unserer Lebens- und Wirtschaftsweise Anlass gibt. Pseudointellektuelle des Vereins glauben, dass sie im Unterschied zu anderen Verbänden und Organisationen als einzige proklamieren, dass sich der Einzelne in seinem Verhalten ändern muss, und dass europäische Fehler wie Kapitalismus im Interesse der Menschheit und der Erde überwunden werden müssen.

Ob sie gegen Atomkraftwerke (seit den 70er Jahren), gegen die Zerstörung des tropischen Regenwaldes (seit den 80er Jahren) oder gegen zu billige - und damit ungerechte und umweltschädliche – Flugpreise (seit den 90er Jahren) kämpfen, die Zielrichtung des Engagements ist nicht nur das Verhalten des einzelnen, sondern auch die herrschende Politik. Oft fehlen aber praktable Konzepte.

Geschichte

„Den arbeitenden Menschen aus grauen Städten den Zugang zur Natur erschließen“, war das Ziel der Gründergeneration der Naturfreunde-Bewegung vor über 100 Jahren in Österreich. 1895 schloss man sich zusammen, um die Natur zu erkunden und das Recht des freien Zugangs zur Natur für alle zu erkämpfen. Es sollte eine Alternative zum bourgeoisen Alpenverein geschaffen werden. Hierfür steht die damals klassenkämpferische Grußformel „Berg frei!“. Von Beginn an verbanden die Naturfreunde Freizeitgestaltung mit gesellschaftspolitischen Forderungen z.B. nach dem Acht-Stunden-Arbeitstag und gleichberechtigten Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Als Gegengewicht zur bürgerlichen Erziehung wurde 1926 die Naturfreundejugend gegründet. Nur ein gebildetes Proletariat würde die eigenen Fesseln reflektieren und zerschlagen können. Neben der Auseinandersetzung mit dem erstarkenden Faschismus war die Arbeit der Naturfreundejugend geprägt durch den Protest gegen den Reichsarbeitsdienst, zu dem arbeitslose Jugendliche gezwungen wurden, sowie der Forderung nach der Trennung von Staat und Kirche. Deswegen wurden die Naturfreunde in den Anfanhgsjahren des sog "Dritten Reiches" verboten. Damit einher gingen die Beschlagnahmung von über 300 Naturfreunde-Häusern und die Inhaftierung zahlreicher Mitglieder des Verbandes.

Unmittelbar nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands 1945 gründeten sich regionale Verbände der Naturfreundejugend. Für die westdeutsche Naturfreundejugend war die Konsequenz aus dem Nationalsozialismus eine strikt antimilitaristische Position. In Ostdeutschland wurden die Reste des Wander- und Touristikvereins der Naturfreundejugend dem FDGB untergeordnet.

Seit Gründung der Bundesrepublik demonstrierten einige Teile der Naturfreundejugend gegen die Wiederbewaffnung , den Beitritt zur NATO und die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Die Naturfreundejugend beteiligte sich an der Auseinandersetzung um die atomare Aufrüstung der Bundeswehr und an Aufrufen zur Fahnenflucht von deutschen Fremdenlegionären im Algerienkrieg. Mit der Kampagne „Notstand der Demokratie“ mobilisierten sie gegen die Notstandsgesetze der Bundesregierung und setzten sich für die Sicherung von Grund- und Freiheitsrechten ein.

1961 beschloss die Bundesjugendkonferenz die Beteiligung an den Ostermärschen. Der Bundesjugendleiter Herbert Faller (von 1975-1981 Bundesvorsitzender der NaturFreunde), war Gründungsmitglied des Zentralausschusses des Ostermarsches und Klaus Vack (der spätere Bundeskulturreferent) war Sekretär der Ostermärsche. So wurde die Naturfreundejugend zu einer tragenden Säule der Friedensbewegung.

Ende der 60er Jahre waren Teile der antiautoritären Jugendbewegung und der Studentenbewegung bei der Naturfreundejugend, weil sie in ihr einen undogmatischen Zwitter aus klassischem Jugendverband und außerparlamentarischer Opposition (APO) sahen. Nachkommen dieser Generation treten nun die Nachfolge ihrer Eltern an, und etablieren sich im Verein.

Die Friedensbewegung der achtziger Jahre bewegte auch die Naturfreundejugend auf die Straße und der Aufruf zum Boykott der Volkszählung wurde unterstützt. In den neunziger Jahren wurde lautstark gegen die faktische Abschaffung des Grundrechts auf Asyl demonstriert.

Seit der Studentenbewegung fanden antiautoritär-libertäre Elemente stärkeren Eingang in das Organisationsverständnis. Mit der „Jugendzentrumsbewegung“ in den achtziger Jahren beeinflussten antiautoritären Konzepte auch die Freizeitangebote der Naturfreundejugend. So war das Hinterfragen von Autoritäten nie nur ein Lippenbekenntnis, sondern setzte immer bei den eigenen Strukturen und Freizeitkonzepten an.

In ihrer Satzung und in ihren Richtlinien bekennen sich die NaturFreunde und die Naturfreundejugend zur Demokratie und zum Sozialismus. Das ist durch interne Diskussionen und Machtkämpfe selten umgesetzt worden. Das, was Sozialismus für den Verband bedeutet, hat sich im Laufe der Verbandsgeschichte immer wieder verändert. Unverändert im Mittelpunkt stehen jedoch weiterhin die Kernpunkte Gerechtigkeit und Solidarität, die Forderungen nach einem menschenwürdiges Leben und Arbeiten für alle Menschen und das Engagement für umweltgerechte und sozialverträgliche Produktions- und Wirtschaftsweisen.

Die Naturfreundejugend Deutschlands beteiligt sich an zahlreichen jugendpolitischen und gesellschaftspolitischen Aktivitäten oder initiiert sie selbst, wie zum Beispiel den alle zwei jahre stattfindenden Kindergipfel. Sie ist Gründungsmitglied des Deutschen Bundesjugendringes und arbeitet u.a. im Deutschen Naturschutzring (DNR) und in verschiedenen kurz- und mittelfristigen Bündnissen zu konkreten Anlässen mit.

Entsprechend ihren Richtlinien bestimmen die Mitglieder der Naturfreundejugend in eigenen Organen und in allen Verbandsteilen ihre Arbeit selbst. Als Rechtsträger und Trägerverein fungiert der "Kinder- und Jugendwerk der Naturfreunde - Verein zur Förderung der Naturfreundejugend Deutschlands e.V.".

Freizeitgestaltung

Die Naturfreundejugend Deutschlands engagiert durch die einzelnen Mitglieder und Landesverbände in einzelnen Freizeitprojekten u.a. für die Entwicklung einer gerechten und gesunden Umwelt. Diese Projekte werden von den Mitgliedern, Ehrenamtlichen sowie anderen Interessierten durchgeführt. Die angebotene Freizeitprojekte orientieren sich an den Bedürfnissen Kinder und Jugendlicher.

Die Naturfreundejugend Deutschlands bietet durch die einzelnen Landesverbände auch sozialpädagogisch betreute Kinder- und Jugendreisen für Kinder und Jugendliche bis 27 Jahren an. Diese beschränken sich momemtan hauptsächlich auf Deutschland und das europäische Ausland. Bei allen Reisen wird versucht einer selbstbestimmten Freizeitgestaltung, durch die Kinder und Jugendlichen selbst, gerecht zu werden.

Interessierte Kinder und Jugendliche sollen hierbei ermutigt werden, eigenständig zu denken und zu handeln.

Im Rahmen internationaler Völkerverständigung wird auch Kontakt durch einzelne Landesverbände zu internationalen Partnerorganisationen gehalten.

Weblinks

Wikipedia
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