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Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps

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Standarte der Motorstandarte 86
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Zivil-Abzeichen des NSKK

Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) war eine paramilitärische Organisation der NSDAP.

Die Organisation war Nachfolger des seit 1930 bestehenden Nationalsozialistischen Automobilkorps der SA („Motor-SA“). Im Jahre 1934 wurde dieses Korps als NSKK die kleinste eigenständige Gliederung der NSDAP mit ca. 10.000 Mitgliedern. Korpsführer war lange Zeit Adolf Hühnlein.

Inhaltsverzeichnis

Mitglieder

Das NSKK musste der rassistischen Doktrin der NSDAP folgen und durfte nur Personen als Mitglieder aufnehmen, die als „arisch“ gelten konnten. Die Aufnahme in das NSKK setzte dagegen keinen Führerschein und keine Kenntnisse über Automobile voraus. Viele Mitglieder waren jedoch Kfz-Meister und -Handwerker.

Prominente Mitglieder des NSKK waren Albert Bormann (Bruder von Martin Bormann), Franz Josef Strauß, Hans Globke, Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha sowie Prinz Bernhard der Niederlande.

Dienstgrade

Das NSKK hatte ein eigenes System von Dienstgraden, das jedoch dem der SA sehr ähnelte.

Schulterklappen und Kragenspiegel:

Sturmmann (1) Obersturmmann (2) Rottenführer (3) Scharführer (4) Oberscharführer (5) Truppführer (6) Obertruppführer (7) Haupttruppführer (8)
Sturmmann (1) Obersturmmann (2) Rottenführer (3) Scharführer (4) Oberscharführer (5) Truppführer (6) Obertruppführer (7) Haupttruppführer (8)
Sturmführer (9) Obersturmführer (10) Hauptsturmführer (11) Staffelführer (12) Oberstaffelführer (13) Standartenführer (14) Oberführer (15) Brigadeführer (16) Gruppenführer (17) Obergruppenführer (18) Korpsführer (19)
Sturmführer (9) Obersturmführer (10) Hauptsturmführer (11) Staffelführer (12) Oberstaffelführer (13) Standartenführer (14) Oberführer (15) Brigadeführer (16) Gruppenführer (17) Obergruppenführer (18)
Korpsführer (19)

Aufgaben

Dem NSKK oblag ab 1934 die Verkehrserziehung der Kraftfahrer und der Jugend. So arbeitete das NSKK auch eng mit dem ADAC zusammen. Es war das Hauptziel des NSKK, seine Mitglieder im Führen von Kraftfahrzeugen auszubilden, hauptsächlich in der Bedienung und Wartung von Motorrädern und Personenkraftwagen. Das NSKK ersetzte jedoch nicht die Fahrschule und konnte keine Führerscheinprüfungen abnehmen.

Auch für die Motor-HJ (14–18-jährige Jungen) stellte es Motorräder, Reparaturwerkstätten, Ausbildungsmaterial und vor allem die fachlichen Ausbilder zur Verfügung. Letztere waren für den technischen und praktischen Unterricht und die Vorbereitung auf die Führerscheinprüfung zum damaligen Führerschein IV (bis 250 cm³ Hubraum) zuständig. Motorradfahren wurde unter ihrer Anleitung und Aufsicht auf nichtöffentlichen Plätzen und im freien Gelände geübt.

1936 wurde auf dem Osterberg in Bad Gandersheim die NSKK-Motorsportschule eröffnet. Die Schule galt als „Vorzeigeeinrichtung“ und wurde häufig von prominenten NSDAP-Politikern besucht.

Mitte der 1930er-Jahre arbeitete das NSKK auch als Pannenhilfsdienst.

Nach 1939 leisteten nicht voll wehrfähige Männer einen Ersatzwehrdienst in NSKK-Wachmannschaften ab, d. h. statt zur Wehrmacht war die Einziehung in eine NSKK-Einheit (nicht nur für Mitglieder) möglich.

Auflösung

1945 wurde das NSKK aufgelöst und bei den Nürnberger Prozessen zur „geächteten“ („condemned“'), jedoch nicht zur „kriminellen“ Organisation erklärt. Dies geschah teilweise aufgrund seiner Ursprünge bei der SA und seiner Doktrin der rassischen Überlegenheit seiner Mitglieder.

Literatur

  • Dorothee Hochstetter: Motorisierung und „Volksgemeinschaft“. Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) 1931–1945, München: Oldenbourg, 2004 ISBN 3-486-57570-8
  • Franz W. Seidler: Das Nationalsozialistische Kraftfahrerkorps und die Organisation Todt im Zweiten Weltkrieg. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 32/1984, S. 625-636.
  • Hans-Helmuth Krenzlin: Das NSKK. Wesen, Aufgaben und Aufbau des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps, dargestellt an einem Abriß seiner geschichtlichen Entwicklung. (= Schriften der Hochschule für Politik, 2, Heft 34) Berlin: Junker und Dünnhaupt, 1939
  • Till Bastian High-Tech unterm Hakenkreuz. Von der Atombombe bis zur Weltraumfahrt Berlin: Militzke, 2005, Kap. 1 (S. 19–61): Autowahn und Autobahn. Vom Mobilitätskult zum Blitzkrieg, ISBN 3-861-89740-7

Weblinks

Dorothee Hochstetter: Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps (NSKK), in: Historisches Lexikon Bayerns

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