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Nationale Front (DDR)
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Die Nationale Front (bis 1973 Nationale Front des Demokratischen Deutschlands) war ein Zusammenschluss in der DDR, in dem alle Parteien und Massenorganisationen sowie parteilose Bürger unter der Führung der SED aktiv auf gesellschaftspolitische Prozesse Einfluss nehmen sollten.
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Teilnehmer
Die Nationale Front war für die ideologische Vorbereitung der Wahlen und die Erstellung der gemeinsamen Listen der Wahlkandidaten zuständig. Folgende Parteien und Organisationen waren zur Nationalen Front zusammengeschlossen und mit Abgeordneten in der Volkskammer vertreten:
- Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)
- Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD)
- Christlich Demokratische Union (CDU)
- Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD)
- Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NDPD)
- Demokratischer Frauenbund Deutschlands (DFD)
- Freie Deutsche Jugend (FDJ)
- Freier Deutscher Gewerkschaftsbund (FDGB)
- Kulturbund
- Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB)
Die in der Nationalen Front zusammengeschlossenen Parteien - andere gab es in der DDR nicht - wurden auch als Blockparteien bezeichnet.
Geschichte
Schon vor der Gründung der DDR gab es Vorläufer der Nationalen Front, den bereits 1945 gegründeten Antifa-Block, auch Demokratischer Block, und die etwas später entstandene Volkskongressbewegung. Mit Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 wurde die Nationale Front als Bindeglied zwischen Staat und Gesellschaft gegründet. Ziel des Bündnisses war es, die Politik der sozialistischen Führungspartei in alle Lebensbereiche zu vermitteln. Anfangs sollte sich die Nationale Front noch mit gesamtdeutschen Fragen beschäftigen, doch seit 1968 war es ihre Hauptaufgabe, alle Parteien und Massenorganisationen zu einem gemeinsamen sozialistischen Weg zusammenzuschließen.
Seitdem bestand die hauptsächliche Bedeutung der Nationalen Front in der Organisation der sogenannten „Wahlen“, bei denen es keine verschiedenen Listen gab, sondern nur die „Einheitsliste“ der Nationalen Front, die in der Regel im Block gewählt wurde. Die eigentliche Wahl wurde dabei auf die Kandidatenaufstellung durch die Nationale Front verschoben, die in Ausnahmefällen auch ausgetauscht wurden. Die Aufteilung der zu besetzenden Plätze auf die Parteien und Massenorganisationen wurde dabei bereits im Voraus festgelegt und blieb häufig über viele Wahlperioden gleich.
In den Struktureinheiten der Nationalen Front, den 17.000 so genannten Ausschüssen auf unterschiedlichen Ebenen bis hinunter zu den Wohngebietsausschüssen, arbeiteten 300.000 Menschen ehrenamtlich mit. Sie entfalteten an manchen Orten auch lokale Aktivitäten und waren in Zusammenarbeit mit den Stadt- und Gemeinderäten für die Ordnung und Sauberkeit in ihren Wohnbezirken verantwortlich. Sie organisierten unter anderem Wertstoffsammlungen und veranstalteten Wohngebietfeste. Die Nationale Front war Träger des kommunalen Wettbewerbs "Schöner unsere Städte und Gemeinden - Mach mit!" und des Wettbewerbs um die "Goldene Hausnummer". Erfolgreiche Kommunen bzw. Hausgemeinschaften erhielten ideelle und materielle Auszeichnungen wie Geldprämien oder die „Ehrennadel der Nationalen Front“ in Gold, Silber oder Bronze. Ziel dieser Aktivitäten war es, Bevölkerungsteile, die sonst nicht in bestehende Strukturen wie Parteien oder Massenorganisationen eingebunden waren, zu erreichen und für den Aufbau des Sozialismus zu mobilisieren.
Präsidenten des Nationalrates
Oberstes Gremium der Nationalen Front war der Nationalrat, geleitet vom Präsidenten und Generalsekretär.
Präsidenten des Nationalrates der Nationalen Front waren:
- Prof. Erich Correns (1950-1981; im Amt verstorben)
- Prof. Lothar Kolditz (1981-1990)
Siehe auch
Weblinks
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