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Nationalbibliothek
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Die meisten Staaten besitzen eine Nationalbibliothek, die als herausragende Bibliothek die gesamte Literatur eines Landes oder eines Sprachraumes sammelt, archiviert und diese in der Nationalbibliographie verzeichnet. Laut Definition der UNESCO hat eine Nationalbibliothek häufig auch die Aufgabe, die wichtigsten ausländischen Publikationen zu erwerben und damit als zentraler Wissensspeicher eines Staates zu dienen. Darüber hinaus nimmt die Nationalbibliothek im Bibliothekswesen eines Landes oft eine führende und koordinierende Rolle ein.
Beispiele für große und bekannte Nationalbibliotheken sind die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig und Frankfurt am Main, die British Library in London, die Saltykow-Schtschedrin-Bibliothek in Sankt Petersburg, die Bibliothèque nationale de France in Paris, die österreichische Nationalbibliothek in Wien und die Library of Congress in Washington, D.C..
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Deutscher Sprachraum
Im deutschen Sprachraum hat es aufgrund seiner föderalistischen Struktur und geschichtlichen Entwicklung in der Vergangenheit keine Nationalbibliothek, sondern immer mehrere große national bedeutende Bibliotheken gegeben. Für Bayern war dies die Bayerische Staatsbibliothek und für Preußen die Preußische Staatsbibliothek, heute Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz.
Die 1912 im deutschen Reich in Leipzig gegründete Deutsche Bücherei erfüllt zusammen mit der 1947 gegründeten Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main als Deutsche Nationalbibliothek (DNB) (bis 2006 Die Deutsche Bibliothek (DDB)) die nationalbibliothekarischen Aufgaben für die seit 1913 erschienene Literatur. Die Sammlung der vor diesem Zeitpunkt veröffentlichten Druckwerke erfolgt durch andere Bibliotheken im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke.
Vorläufer
Einer der ersten Versuche einer deutschen Nationalbibliothek ist die inzwischen unter dem Namen Reichsbibliothek bekannte Paulskirchenbibliothek. Die Sammlung von mehreren tausend Bänden wurde ursprünglich 1848/49 von Deutschen Buchhändlern der Paulskirchenversammlung als Grundstock einer Parlamentsbibliothek zur Verfügung gestellt. Sie befindet sich inzwischen in der Deutschen Bücherei in Leipzig. Ein früherer Vorschlag zur Einrichtung einer deutschen Nationalbibliothek wurde im Oktober 1843 an die Preußische Akademie der Wissenschaften herangetragen und abgelehnt. Karl Christian Sigismund Bernhardi (1799-1874), der als Nachfolger von Jacob Grimm Bibliothekar in Kassel war, schlug die Einrichtung einer deutschen Nationalbibliothek mit Pflichtexemplarrecht vor, da die damaligen Regionalbibliotheken nur Gelehrten in ihrer nächsten Umgebung zugänglich waren.
Die Gründung der Deutschen Bücherei im Jahre 1912 geht auf Initiative des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler (heute: Börsenverein des Deutschen Buchhandels) zurück.
Europa
Die europäischen Nationalbibliotheken sind über das gemeinsame Webportal The European Library (ehemals GABRIEL) zu erreichen. Dies sind:
Siehe auch
- Nationalbibliothek von Bagdad
- Library of Congress
- Library and Archives Canada
- Bibliothèque nationale du Québec
- National Library of Australia in Canberra
- Jüdische National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem
Weblinks
Listen von Nationalbibliotheken:
- National Libraries of the World (IFLA)
- Die Nationalbibliotheken Europas
- National Library Catalogues Worldwide (University of Queensland)
Zur Geschichte der Nationalbibliothek in Deutschland:
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