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National Society of Film Critics

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Die National Society of Film Critics (NSFC) ist eine US-amerikanische Filmkritikervereinigung, die im Jahr 1966 gegründet wurde. Sie verleiht alljährlich den National Society of Film Critics Award (NSFC Award), der gemeinsam mit dem Oscar, dem Golden Globe Award, dem Regiepreis der Directors Guild of America und den Auszeichnungen des New York Film Critics Circle und der Los Angeles Film Critics Association zu den bedeutendsten Filmpreisen in den Vereinigten Staaten zählt[1].

Die National Society of Film Critics entstand im Jahr 1966, nachdem einige Mitglieder des New York Film Critics Circles die Auswahl ihrer jährlichen Filmpreisträger als zu herkömmlich und ultrakonservativ beanstandeten und die Filmkritikervereinigung verließen. Sie besteht heute aus 55 Mitgliedern[2], die verschiedene Zeitungen und Publikationen aus den USA repräsentieren, vornehmlich aus Los Angeles und New York. Die NSFC ist Mitglied der Fédération Internationale de la Presse Cinématographique (FIPRESCI), der internationalen Vereinigung von Filmkritikern und Filmjournalisten, und gehört in Nordamerika zu den am höchsten respektierten professionellen Vereinen seiner Art.

Die Kritikervereinigung ist für ihren hochintellektuellen Geschmack an Filmen bekannt. Die Vergabe ihrer Preise alljährlich Anfang Januar, für die besten Filmproduktionen und Filmschaffenden des zurückliegenden Kalenderjahres, wird oft als unorthodox bezeichnet, wodurch sie nicht als wichtiger Wegweiser für die alljährliche Oscarverleihung gelten[3]. Schon bei der ersten Verleihung der National Society of Film Critics Awards im Jahr 1966 kürte man als einzige US-amerikanische Filmkritikervereinigung Michelangelo Antonionis unkonventionellen Blow Up als beste Filmproduktion des Jahres 1966, während bei den Academy Awards, Golden Globes und den britischen BAFTA-Awards Fred Zinnemanns klassisches Historiendrama Ein Mann zu jeder Jahreszeit triumphierte.

Der Auszeichnung von Blow Up folgten außergewöhnlich viele Siege ausländischer beziehungsweise fremdsprachiger Spielfilmproduktionen, darunter Werke von so renommierten Regisseuren wie Luis Buñuel (Der diskrete Charme der Bourgeoisie), Constantin Costa-Gavras (Z), Akira Kurosawa (Ran), Eric Rohmer (Claires Knie) oder François Truffaut (Die amerikanische Nacht). Als erfolgreichster Filmemacher gilt Ingmar Bergman, dessen Werke zwischen 1968 und 1978 mit achtzehn Preisen bedacht wurden, darunter sieben Auszeichnungen für den schwedischen Filmregisseur und Drehbuchautoren selbst. US-amerikanische Produktionen wurden in der 42-jährigen Geschichte der National Society of Film Critics bisher „nur“ vierundzwanzigmal als bester Film des Jahres ausgezeichnet, wobei die NSFC viermal mit dem besten Film der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die die Oscars vergibt, übereinstimmte. Die am häufigsten prämierten Leinwandakteure sind die US-Amerikaner Meryl Streep und Jack Nicholson, die es bisher auf vier beziehungsweise fünf Darstellerauszeichnungen brachten.

Inhaltsverzeichnis

Preiskategorien

Bei der ersten Auflage des Filmpreises wurde der National Society of Film Critics Award in vier Kategorien vergeben. Aktuell werden Preisträger alljährlich in bis zu elf verschiedenen Kategorien prämiert, wobei der Preis für den besten fremdsprachigen Film des Jahres nur vergeben wird, wenn eine englischsprachige Spielfilmproduktion als bester Film des Jahres triumphiert. Die Gewinner werden auf einer im Vergleich zu den Oscars oder Golden Globe Awards schlichten Verleihungszeremonie mit einer gravierten Urkunde geehrt. Unregelmäßig werden Sonderpreise wie der Special Award („Spezialpreis“), eine Special Citation („Lobende Erwähnung“) oder der Richard and Hilda Rosenthal Foundation Award ausgegeben.

Bei der letzten Verleihung der National Society of Film Critics Awards am 7. Januar 2007 im New Yorker Restaurant Sardi's setzte sich der spanischsprachige und später Oscar-prämierte Fantasyfilm Pans Labyrinth des mexikanischen Regisseurs Guillermo del Toro als bester Film des Jahres 2006 gegen den rumänischen Beitrag Der Tod des Herrn Lazarescu von Cristi Puiu und Clint Eastwoods japanischsprachigen Kriegsfilm Letters from Iwo Jima durch[2]. Als beste Hauptdarsteller wurden Helen Mirren (Die Queen) und Forest Whitaker (Der letzte König von Schottland – In den Fängen der Macht) prämiert, die später für ihre Leistungen als ugandischer Diktator Idi Amin (1928-2003) beziehungsweise als amtierende britische Königin Elisabeth II. auch mit den Academy Award ausgezeichnet wurden.

Mit einem Spezialpreis wurden 2007 die Bemühungen des Londoner Museum of the Moving Image anerkannt, die die erste US-amerikanische Retrospektive zum Werk des französischen Filmemachers Jacques Rivette ausrichtete (inklusive der US-amerikanischen Erstveröffentlichung von Out 1 – Noli me tangere), sowie Jean-Pierre Melvilles Armee im Schatten (1969), der von der Rialto Pictures in einer restaurierten Fassung erstmals in den USA gezeigt wurde.

Die Preiskategorien des Jahres 2007:

Kategorie Originalbezeichnung(en) verliehen seit
Bester Film Best Picture 1967
Beste Regie Best Director 1967
Bester Hauptdarsteller Best Actor 1967
Beste Hauptdarstellerin Best Actress 1967
Bester Nebendarsteller Best Supporting Actor 1968
Beste Nebendarstellerin Best Supporting Actress 1968
Bestes Drehbuch Best Screenplay 1968
Beste Kamera Best Cinematography 1968
Bester Dokumentarfilm Best Documentary / Best Non-Fiction Film 1985
Bester Experimentalfilm Best Experimental Film 1992
Spezialpreis Special Award unregelmäßig

Veröffentlichungen

Die NSFC fungiert auch als Herausgeber von Buchanthologien zum Thema Film. Eine Auswahl:

  • Bernard, James (Hrsg.): The X-list : the National Society of Film Critics' movies that turn us on. Cambridge, Mass. : Da Capo, 2005. – ISBN 0306814455
  • Byron, Stuart ; Weis, Elisabeth: The National Society of Film Critics on movie comedy. New York : Grossman Publishers, 1977. – ISBN 0670491861
  • Carr, James (Hrsg.): The A list : the National Society of Film Critics' 100 essential films. Cambridge, MA : Da Capo Press, 2002. – ISBN 0306810964
  • Jameson, Richard T.: They went thataway : redefining film genres. San Francisco : Mercury House, 1994. – ISBN 1562790552
  • Keough, Peter: Flesh and blood : the National Society of Film Critics on sex, violence, and censorship. San Francisco : Mercury House, 1995. – ISBN 1562790765
  • Rainer, Peter: Love and hisses : the National Society of Film Critics sound off on the hottest movie controversies. San Francisco : Mercury House, 1992. – ISBN 1562790315
  • Sragow, Michael: Produced and abandoned : the best films you've never seen. San Francisco : Mercury House [u.a.], 1990. – ISBN 0916515842
  • Weis, Elisabeth: The National Society of Film Critics on the movie star. New York : Viking Press, 1981. – 067049187X

Literatur

  • Gebert, Michael: The encyclopedia of movie awards. New York : St. Martin's Paperbacks, 1996. – ISBN 0312957238
  • Hammer, Tad B.: International film prizes : an encyclopedia. Chicago [u.a.] : St. James Press, 1991. – ISBN 0824070992

Weblinks

Fußnoten

  1. vgl. Kubiak, Hans-Jürgen: Die Oscar-Filme. Marburg : Schüren, 2005. – ISBN 3-89472-386-6
  2. . a b vgl. Film Society Awards Pan's Labyrinth. Associated Press Online, 9. Januar 2007, 5:35 PM GMT, Entertainment News
  3. vgl. Hammer: S. 601
Wikipedia
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