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Nassabzugverfahren
Aus Kefk.
Das Funktionsprinzip des Nassabzugsverfahrens in der Vervielfältigungstechnik ist in ihren Grundzügen mit der eines Trockentonersystems der Elektrofotografie identisch.
Auch bei diesem System wird eine Trommel elektrisch geladen und durch Lichteinfluss gezielt entladen. Der Toner haftet analog zu Trockentonersystemen an den Stellen der Trommel, auf denen die Ladung verblieben ist.
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Unterschiede zum Trockentonerverfahren
Der erste wesentliche Unterschied ist der Transfer des Toners auf die Trommel. Bei heutigen Trockentonersystemen wird dies durch spezielle Bürsten und einen sogenannten Entwickler (meistens Eisenpulver) bewerkstelligt. Der Toner ist zwar extrem fein, er dürfte jedoch im Sinne der Qualität noch feiner sein. Aus diesem Grund sind die Tonerpartikel beim Nassabzugsverfahren in einer Transferflüssigkeit gelöst. Die belichtete Trommel fährt durch dieses Bad aus Toner und Transferfüssigkeit, wobei die Tonerpartikel an den nicht belichteten Stellen haften bleiben – nicht jedoch die Transferflüssigkeit selbst. Damit wird der Toner verbraucht, die Transferflüssigkeit jedoch kaum. Aus diesem Grund verfügen solche Systeme neben der Transferflüssigkeit auf über ein sogenanntes Konzentrat, das hochkonzentriert die eigentlichen Partikel enthält.
Der zweite Unterschied ist der Transfer von der Trommel auf das Papier. Im Gegensatz zum Trockenabzugsverfahren existiert beim Nassabzugsverfahren keine Transfereinheit. Die Trommel kommt direkt mit dem Papier in Kontakt, überträgt die feine Tonerschicht, welche dann auf dem Papier trocknet und nicht weiter fixiert werden muss.
Vorteile
Durch die extrem feinen Tonerpartikel und das direkte Auftragen auf das Papier ist die Qualität des Druckerzeugnis dem eines Trockentonersystems vor allem im Tönungsbereich und im Bereich der Gradientenabstufungen weit überlegen. Es gibt keinen plastischen Farbauftrag und auch das Problem des Abblätterns des Toners ist unbekannt.
Nachteile
Die Transferflüssigkeit, der Toner und das Konzentrat ergeben einen hochtoxischen Chemiecocktail. Des weiteren sind die Geräte extrem pflegeintesiv und wartungsaufwendig. Die Transferflüssigkeit neigt zum Eintrocknen, was sich nur bedingt verhindern lässt. Bei unregelmäßiger Benutzung kommt es zu verklumptem Toner und die Reinigung der Trommel gestaltet sich schwierig. Die technisch größte Hürde war die Reinigung der Trommel nach jedem Durchgang. Selbst bei hochwertigen Geräten zeigten sich sehr schnell die für eine Fotokopie der damaligen Zeit klassischen Schlieren. Zudem wurde ein besonderes gestrichenes Spezialpapier benötigt, welches sich auch nur einseitig bedrucken ließ.
Bedeutung
Die Mitte der achtziger Jahre aufgekommenen Trockentonersysteme haben nach anfänglicher Skepsis der Nutzer das Nassabzugsverfahren innerhalb kürzester Zeit fast vollständig verdrängt. Zu schwerwiegend sind die Nachteile und inzwischen haben Trockensysteme ebenfalls eine sehr gute Qualität erreicht.
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