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Nancy

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel erläutert die französische Stadt Nancy, weitere Bedeutungen unter Nancy (Begriffsklärung)

Koordinaten: 48° 41′ N 06° 10′ O

Nancy
Bild:Escut de Nancy.png
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Region Lothringen
Département Meurthe-et-Moselle
Arrondissement Nancy
Kanton Hauptort von 4 Kantonen
Geografische Lage 48° 41′ N 06° 10′ O
Höhe 212 m
(188 m–353 m)
Fläche 15,01 km²
Einwohner
– mit Hauptwohnsitz
– Bevölkerungsdichte
(2002)
105.830 Einwohner
6.902 Einw./km²
Postleitzahl 54000
INSEE-Code 54395
Website http://www.nancy.fr/
Bild:Place-stanislaus-nord-nancy.jpg
Place Stanislas - Nordtor
Bild:Nancy Neptunbrunnen.jpg
Neptunbrunnen an der Place Stanislas
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Stan-Busbahn

Nancy an der Meurthe ist eine Stadt in Lothringen, Frankreich. Nancy ist die Hauptstadt (Präfektur) des Départements Meurthe-et-Moselle und hatte 2004 geschätzte 105.100 Einwohner. Die alte deutsche Bezeichnung Nanzig ist seit langem nur noch in Luxemburg üblich. Sie wurde im Wilhelminischen Kaiserreich (1871–1918), als ein Teil Lothringens (Elsass-Lothringen) zum Deutschen Reich gehörte, gelegentlich als deutsche Übersetzung verwendet.

Historisch war Nancy die Hauptstadt des Herzogtums Lothringen (oder Ober-Lothringen), im nachrevolutionären Frankreich die Hauptstadt der Provinz Lothringen (Lorraine).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nancy entstand im 11. Jahrhundert um die Burg des Grafen Gérard, Herzog von Ost-Lothringen. 1265 erhielt der Ort Stadtrechte. Im 13. Jahrhundert brannte fast die gesamte Stadt nieder, wurde aber wieder aufgebaut und mit einer Mauer umgeben.

Am 5. Januar 1477 scheiterte Karl der Kühne von Burgund vor Nancy bei dem Versuch, die zum Herzogtum Lothringen gehörende Stadt an sich zu bringen, um seine Besitzungen (Burgund, Luxemburg und Flandern) zu verbinden. Er starb an seinen Verletzungen unweit von Stadt bei Saint-Nicolas-de-Port. Seine größte Blüte erlebte Nancy unter den Herzögen Anton (1489 - 1544) und Karl III. (1543 - 1608). Damals wurde im Süden der Altstadt die Neustadt planmäßig gegründet, ein Netz rechtwinkelig sich kreuzender Straßen.

Nancy gehörte bis ins 18. Jahrhundert zum Herzogtum Lothringen und damit zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Im Dreißigjährigen Krieg erlebte die Stadt schwere Verwüstungen, die von Jacques Callot - einem Kupferstecher aus Nancy - im Zyklus "Schrecken des Krieges" festgehalten wurde (s. Lothringisches Museum). Immer wieder wurde Nancy von französischen Truppen besetzt und kam 1697 nach dem Frieden von Rijswijk starkt verkleinert an Herzog Leopold zurück (s. Lunéville), der die Stadt erneut aufbauen ließ. Schließlich kam das Herzogtum Lothringen im Rahmen eines Austausches zwischen Habsburg und dem französischen König im 18. Jahrhundert an das Königreich Frankreich (die Toskana an Habsburg). Ludwig XV. vergab Lothringen an den abgesetzten polnischen König Stanislaus I. Leszczynski, der das Herzogtum von Nancy und Lunéville aus als Herzog von Lothringen regierte. Nach seinem Tod kamen Nancy und Lothringen endgültig zu Frankreich.

Sehenswürdigkeiten

Architektur und Stadtbaukunst

Nancy besitzt eine sehenswerte Innenstadt. Im nördlichen Bereich die durch Bauten des Mittelalters und der frühen Neuzeit geprägte Altstadt mit dem ehemaligen Herzogspalast und der neugotischen Kirche Saint-Epvre. Die südlich gelegene Neustadt hat ihr Zentrum um die Place Stanislas, benannt nach dem ehemaligen polnischen König Stanislaus I. Leszczynski, der nach der Niederlage im Polnischen Erbfolgekrieg 1737 durch seinen Schwiegersohn Ludwig XV. mit dem Herzogtum von Lothringen und Bar abgefunden wurde. Die Place Stanislas, die Place de la Carrière, und die Place de l'Hémicycle , eines der bedeutendsten Ensembles aufgeklärt-absolutistischen Städtebaus, wurden 1983 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Die Plätze wurden in der Hauptsache von 1752 bis 1760 von dem Architekten Emmanuel Héré angelegt.

Die Place Stanislas, ehemals Place Royale, folgt dem Typus französischer Königsplätze mit einheitlich gestalteten Fassaden um ein zentrales Herrscherbild. Das Denkmal war einst König Ludwig XV. von Frankreich gewidmet, nach Stanislas' Tod auch der Herrscher über Lothringen. Das heutige Monument aus dem 19. Jahrhundert zeigt hingegen Stanislas selbst. Die gesamte Südseite des Platzes nimmt das Hôtel de Ville ein, in dessen Treppenhaus und Saal ein Bildprogramm die segensreiche Regierung Stanislas' preist. Im Osten und im Westen nahmen je zwei palastartige Pavillons Einrichtungen des Hofes, der Verwaltung und der Bildung auf. Heute befindet sich im Nordwesten das Musée des Beaux-Arts und im Nordosten das Opernhaus. Auf der Nordseite, wo ehemals die Befestigungsanlagen Alt- und Neustadt trennten, rahmen eingeschossige Bauten, die "basses faces" den Platz. Der Platz zeigt sich als Zentrum des gesamten Stadtraumes durch die große Straßenachse, die von der Porte Sainte-Cathérine im Osten zur Porte Saint-Stanislas im Westen führt, die beide durch kleine Triumphtore ausgezeichnet sind. Die rahmenden Bauten der Place Stanislas werden durch reiche Schmuckgitter von Jean Lamour locker verknüpt. In sie sind zudem in der Nordwest- und der Nordostecke Zierbrunnen von Barthélemy Guibal eingefügt.

Den Durchgang zur Place de la Carrière bildet ein Triumphbogen, der 1757 zu Ehren Ludwigs XV. errichtet wurde. Den langgestreckten ehemaligen Turnierplatz säumt beidseitig eine einheitliche Bebauung von Häusern, ehemals für Funktionsträger des Hofes und des Staates. Die Platzfolge wird im Norden durch die quergelagerte Place de l'Hémicycle vor dem einstigen Sitz des französischen Gouverneurs abgeschlossen.

In der Innenstadt und in den westlichen Vorstadt- und Villengebieten Nancys finden sich zudem zahlreiche Jugendstil-Bauten der Ecole de Nancy.

Sonstige Sehenswürdigkeiten

  • Musée Historique Lorrain, hier werden archäologische Funde aus Lothringen gezeigt. Des Weiteren wird an die Herzogzeit erinnert.
  • Eglise des Cordliers, Grabkirche der Herzöge von Lothringen
  • Pépinière, Parkanlage im englischen Stil
  • Musée de l'Ecole de Nancy, Museum des Lothringer Jugendstiles
  • Kathedrale, barocke Kirche aus dem 18. Jahrhundert
  • Musée des Beaux-Arts, Malerei der letzten 400 Jahre mit Bildern von Dufy, Utrillo, Modigliani und Zadkin.
  • NASIUM - La cite des Leuques - eine alte Römerstadt mit 120 ha http://www.lesleuques.net
  • Musée Émile Gallé

Bildung

Nancy hat eine alte Universität mit einer bedeutenden medizinischen und rechtswissenschaftlichen Fakultät. Hier wurden die N-Strahlen entdeckt.

Unter Psychologen und Therapeuten bekannt und berühmt ist die (alte) Schule von Nancy, die sich im 19.Jahrhundert vor allem mit Hypnose befasste, und die aus ihr, nach einem Richtungsstreit, hervorgegangene Neue Schule von Nancy, die unter der Leitung von Émile Coué die Lehre der modernen, bewussten Autosuggestion in aller Welt bekannt machte.

Seit 2002 gibt es in Nancy einen Deutsch-Französischen Campus des Institut d'Etudes Politiques (Sciences Po) Paris, der ein dreisprachiges, pluridisziplinäres Grundstudium anbietet.

Städtepartnerschaften

Nancy unterhält seit 1955 eine Städtepartnerschaft mit Bild:Flag of Germany.svg Karlsruhe.

Daneben bestehen folgende weitere Partnerschaften:


Verkehr

Durch die Innenstadt fährt eine moderne Einschienen-Busbahn, die STAN-Tram, mit gummibereiften Straßenbahnwagen (baugleiche Wagen bei der Tramway de Caen). Die erste Installation des neuen Systems erfolgte im Jahr 2000, um das bestehende Netz aus O-Bussen zu ergänzen. Die Fahrzeuge besitzen zweipolige Stromabnehmer und können sowohl als spurgeführte Busbahn als auch auf anderen Teilen der Strecke als vom Fahrer gelenkte O-Busse fahren. Der öffentliche Betrieb des STAN begann am 11. Februar 2001, nach zwei Unfällen im März wurde der Betrieb jedoch für 1 Jahr stillgelegt und die Fahrzeuge überarbeitet.

Nancy ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Mit Eröffnung der LGV Est européenne im Juni 2007 wird Paris 1:30 statt 2:40 Zugstunden entfernt sein.

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

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