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Nadar

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Nadar (* 5. April 1820 in Paris, † 20. März 1910 ebenda), eigentlich Gaspard-Félix Tournachon, war ein französischer Fotograf, Schriftsteller, Zeichner und Luftschiffer.

Bild:Nadar selfportrait.jpg
Portrait von Nadar, aufgenommen vermutlich von seinem Bruder Adrien

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nadar studierte in Lyon Medizin, gab das Studium aber bald wieder auf, um sich journalistisch zu betätigen. Zunächst tat er dies am Ort, später in Paris, wohin er 1839 zurückkehrte. In der Folge betrieb er nebenbei das Zeichnen, war beim Theater und selbst in der Industrie tätig, gründete 1849 die Revue comique.

1854 eröffnete er ein Atelier für fotografische Porträts. Anders als andere Auftragsfotografen ließ er bald Accessoires und gemalten Hintergrund wegfallen und verzichtete auf die Retusche. Seine Porträts inszenieren die Modelle mittels Beleuchtung, Silhouette, Konzentration auf Blick und Hände. Ziel war ihm die psychologische Erfassung der Person. Zu seinen Kunden - die meisten waren mit ihm befreundet - zählten zahlreiche Schriftsteller, Gérard de Nerval, Charles Baudelaire, Honoré de Balzac, und Künstler, Honoré Daumier, Gioachino Rossini, Sarah Bernhardt.

Bild:Sarah Bernhardt2 1860.jpg
Sarah Bernhardt um 1860, Fotografie von Nadar

Mit großem Vertrauen auf die Luftschifffahrt konstruierte er selbst ein Schraubenluftschiff und stieg 1863 wiederholt mit dem Riesenballon Le Géant auf, welcher ihn bei der zweiten Fahrt von Paris bis Hannover trug. Von dort fotografierte er die ersten Luftaufnahmen, die er in Nouveau système de photographie aérostatique methodisch erklärte. Seine Fahrten beschrieb er in Mémoires du Géant, à terre et en l'air (1864) und in Le droit au vol (1865).

Berühmt geworden sind auch Nadars Langzeitbelichtungen in den Pariser Katakomben und Abwasserkanälen.

Um seine Malerfreunde zu unterstützen, organisierte er 1874 in seinem Atelier die erste Ausstellung impressionistischer Malerei, mit Gemälden von Claude Monet, Edgar Degas, Camille Pissarro, Paul Cézanne u. a.

1900 veröffentlichte er seine Erinnerungen: Quand j'étais photographe.

Sein Atelier wurde nach seinem Tod im Jahr 1911 von seinem Sohn Paul Nadar (* 1856 in Paris, † 1939 in Paris) weitergeführt. Nadars Negative werden heute in der Caisse national des monuments historique in Paris aufbewahrt. Seine Abzüge und sein Archiv befinden sich in der Französischen Nationalbibliothek.

Literatur

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Atelier Nadar in Paris, um 1860. Aufnahme Nadar

Auswahl seiner Schriften

  • Quand j'étais étudiant (1856)
  • Le miroir aux aiouettes (1858)
  • La robe de Déjanire (1862)
  • Histoirebulssonnière (1877)
  • Sous l'incendie (1882)
  • Le monde ou l'on patauge (1883)
  • Quand j'étais photographe (1900) - deutsche gekürzte Fassung: Quand j'étais photographe - Als ich Photograph war (Frauenfeld: Huber), 1978 ISBN 3-7193-0595-3

Weblinks

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