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Nachfragelücke (Keynes)
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Unter deflationärer Lücke, auch Nachfragelücke genannt, versteht man die Differenz zwischen potentiellem und tatsächlichem Volkseinkommen.
Nach John Maynard Keynes' Theorie ist das potentielle Volkseinkommen (Ypot), in Abhängigkeit des Angebots an Arbeit durch die Haushalte und den gegebenen Stand der Technik sowie dem vorhandenem Kapitalbestand seitens der Unternehmen, das Volkseinkommen bei dem die Vollbeschäftigung der genannten Produktionsfaktoren erreicht ist. Wenn alle Produktionsfaktoren voll ausgelastet sind, ergibt sich das maximal mögliche, also potentielle Volkseinkommen.
Das Arbeitsangebot seitens der Haushalte ist durch Demografie, Zu- und Abwanderung sowie der Bereitschaft, Arbeit für ein entsprechendes Entgelt anzubieten, beeinflusst. Das Angebot der Haushalte ist, für ein gewisses Entgelt, Arbeitskraft bereitzustellen bzw. einfacher, zu arbeiten. Bei geringem Lohn/Gehalt sind weniger Haushalte bereit zu arbeiten und bei hohem Lohn/Gehalt entsprechend mehr. Hier ergibt sich durch Angebot und Nachfrage ein entsprechendes Gleichgewicht. Der Stand der Technik und der vorhandene Kapitalbestand, welcher auch von den Unternehmen investiert werden muss, sind in der Produktionsfunktion wiederzufinden.
Das tatsächliche Volkseinkommen Y ist bestimmt durch die Gesamtnachfrage auf dem Gütermarkt:
- Y = C+I. Hier gilt C(Y)=C(a)+C(y)*Y (Keynes Konsumfunktion) und I=I(a) (Investitionshypothese).
Herrscht also beispielsweise ein Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt (hohe Arbeitslosigkeit), sinkt das Volkseinkommen und damit der Konsum (C). Es entsteht eine Differenz zwischen Ypot und Y. Hier ist das Güterangebot größer als die Nachfrage.
Zur Verdeutlichung ein kurzes Zahlenbeispiel:
- Die Unternehmen können bei voller Auslastung ihrer Kapazitäten Güter im Wert von 500 Mrd € produzieren und tun dies auch. Diese 500 Mrd € stehen für Ypot.
- Von diesen Gütern werden jedoch weniger nachgefragt. Grund dafür können schlechte Zukunftserwartungen, hohe Arbeitslosigkeit etc. sein. Sagen wir, es werden nur Güter im Wert von 450 Mrd € nachgefragt, beträgt die Differenz 50 Mrd €.
- Es ist also eine Nachfragelücke, zwischen Ypot und Y, in eben dieser Höhe entstanden.
- Dies ist häufig in einer Rezession oder bei deflationären Tendenzen zu beobachten.
An diesem Punkt soll die Fiskalpolitik helfen und der Staat als Nachfrager auftreten.
Siehe auch
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