Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
NLP Meta-Programme
Aus Kefk.
Meta-Programme (griechisch Meta: jenseits, über) sind ein Werkzeug zur Analyse von menschlichen Verhaltensweisen innerhalb der Neurolinguistischen Programmierung (NLP). Sie bilden eine bestimme Kategorisierung menschlicher Reaktionsmuster auf inter- oder intrapersonelle Reize und beschreiben Motivationszusammenhänge der menschlichen Psyche. Die NLP-Meta-Programme sind nicht abschließend erforscht.
Inhaltsverzeichnis |
Grundlagen
Hinweis: Der folgende Text führt die grundlegende Sichtweise der Neurolinguistischen Programmierung aus.
Meta-Programme sind ein Teil unserer Wahrnehmungsfilter, die darüber entscheiden, was uns interessiert und wo wir Aufmerksamkeit erlangen. Da unser Bewusstsein nur eine sehr begrenzte Menge von Informationen pro Zeiteinheit verarbeiten kann (5 bis 9 Informationseinheiten/chunks pro Sekunde), wird der größte Teil der internen und externen Information, wahrnehmungspsychologisch betrachtet, gelöscht.
Metaprogramme sind Muster, die wir unbewusst und automatisch nutzen, um zu bestimmen, welche diese Informationen zu unserem Bewusstsein hindurch gelangen. Sie entstehen in unserer frühesten Kindheit und laufen später systematisch und gewohnheitsmäßig ab. Wenn sie uns einigermaßen dienlich erscheinen, stellen wir sie normalerweise nicht in Frage. Sie sind tief in unserem Bewusstsein verankert und stellen innerhalb der psychischen Behandlung oder dem Coaching mitunter die am schwierigsten zu ändernden Muster (NLP: Programme) des Menschen dar.
Das wohl bekannteste Beispiel für Meta-Programme ist das individuelle Ergebnis auf die Frage, ob das Glas Wein nun halbvoll oder halbleer ist. Je nach dem, ob der Wein "gut" ist oder die Situation zum "gehen" drängt, wird die Antwort sehr unterschiedlich ausfallen. Wichtig hierbei sind die Tatsachen, dass beide Arten nützlich sein können und dass Menschen die eine oder andere Perspektive signifikant häufiger bevorzugen.
Ein etwas differenzierteres, bekanntes Beispiel ist die Erzählung einer Geschichte oder der Spaziergang bis ans Ende der Straße, von der der Bekannte des Erzählers oder des Bewohners der Straße mit Sicherheit eine andere Schilderung abgeben wird, als der Fremde, der die Geschichte zu ersten mal hört oder der die Gegend nicht kennt. Es ist fast so, als hätte jeder etwas anderes gehört. Und so ist es auch.
Vorteile
- Metaprogramme bei sich selbst zu kennen, hilft interne Entscheidungsprozesse besser zu verstehen und ggf. unliebsame "unbewusste" Entscheidungen besser zu kontrollieren.
- Das Wissen um die Metaprogramme einer Person kann helfen, das Verhalten anderer Person vorauszusagen.
- Kenntnisse von Meta-Programmen unterstützen die Anlage einer individuellen Motivationsstrategie.
Die NLP hat inzwischen über 40 Metaprogramme entdeckt. Ein Hinweis auf das Muster, das Sie selbst benutzen ist regelmäßig die Ablehnung oder Annahme eines vorgestellten Musters in der Ausbildung oder hier, in der Lektüre. Wenn man innerhalb eines MP-Musters zwei unterschiedliche Extreme erkennt, ist es wahrscheinlich, dass Sie eines überhaupt nicht ausstehen oder verstehen können. Das Muster in der jeweiligen Opposition ist dann jeweils Ihr eigenes Muster.
Keine Wertung!
Es ist wichtig zu erfassen, dass den Mustern an sich keine Wertung zugrunde liegt und keines als solches "besser" oder "richtiger" ist. Es kommt immer auf den Kontext und das Ergebnis an, das Sie erzielen möchten. Einige Muster funktionieren bei einem bestimmten Typ von Aufgaben besser als andere. Die Frage ist: Haben Sie die Wahlfreiheit, die Information für die Aufgabe, die Sie zu lösen haben, in der für Sie nützlichsten Weise zu filtern?
- 1. Metaprogramme sind Teil unserer Wahrnehmungsfilter
- 2. MP laufen automatisch und unbewusst ab.
- 3. Keine MP-Ausprägung ist "besser" oder "richtiger".
- 4. MP können, vom Kontext abhängig, unterschiedlich sein.
Fünf wichtige Metaprogramme
Gleichheit / Unterschied (Beziehungs-sort)
Eines der wichtigsten Metaprogramme stellt auch einen der dominantesten Aspekte unserer Persönlichkeit dar. Es dient unserer Auffassung von Zusammenhängen und Ordnungssystemen. Entweder brauchen Menschen Ähnlichkeiten zwischen Sach- und/oder Gefühlszusammenhängen, oder sie merken sich leichter Differenzen. Für die einen bedeutet Verstehen das Erkennen von Gemeinsamkeiten, die anderen fokussieren ihre Aufmerksamkeit eher auf die Unterschiede. Beide Metaprogramme haben ihre Schwächen und Stärken. In bestimmten Berufen sind allerdings eher eindeutige Programmierungen wünschenswert. Rechtsanwälte und Buchhalter sind (sollten!) eher unterschieds-orientiert, hingegen Verkäufer eher gleichheits-orientiert wahrnehmen.
Merkmale für Gleichheit als Beziehungs-Sort:
Ein Lieblingssatz könnte lauten: "Letztendlich gibt es nichts wirklich Neues unter der Sonne. Im Grunde genommen ist alles alter Wein in neuen Schläuchen..." Menschen mit diesem Muster sind oft Jahrzehnte lang im gleichen Job tätig, da es "im Grunde genommen doch überall gleich ist". Sie sehen so gut wie nie einen Grund dafür, warum sie etwas ändern sollten, was sie schon jahrelang tun und möchten, dass etwas, was funktioniert, immer funktioniert. Wenn Geplantes umgestoßen werden muss, werden solche Menschen nervös oder aggressiv.
Merkmale für Unterschied als Beziehungs-Sort:
Wenn Jemand sagt: "Ich weiß nicht...", sagt dieser Mensch: "Ich aber". Sagt Jemand: "Wenn Sie das tun,...", kommt als Antwort: "das tue ich sowieso nicht". Solchen Menschen fällt sofort auf, wenn etwas neu ist. Sie gehen neue Informationen wie mit einem Sieb durch und suchen nach Unterschieden. Sie bleiben selten länger als zwei Jahre im gleichen Job und wollen den Wandel um des Wandels selbst willen. Erfolgreiche Korrekturleser haben dieses Programm sehr ausgeprägt.
Hinzu / Weg von (Richtungs-sort)
Dieses wichtige Programm leitet einen Bereich unserer internen Motivationsstrategie an. Es ist relativ einfach, dieses Muster an der Sprache eines Menschen zu erkennen. Spricht er eher darüber, was sie will, erreicht oder gewinnt, oder berichtet er häufiger von Situationen, die er vermeiden möchte und von den Problemen, denen man aus dem Weg gehen sollte? "Weg-von- Menschen" sind zu motivieren, indem man Probleme, Schwierigkeiten und unangenehme Folgen beschreibt, Sie können hervorragend Fehler finden und sind oft Qualitätsbeauftragter, Lektor oder Kunstkritiker. "Hin-zu-Menschen" bringt man mit Zielen und Belohnungen in Schwung. Sie werden sie oft als Unternehmer finden, als Verkäufer oder im künstlerischen Bereich.
Es ist sinnlos darüber zu streiten, was das beste wäre. Beispielsweise wird ein Verkäufer, der sich durch ein "Weg-von" motiviert, jeder noch so verlockenden Belohnung die "kalte Schulter zeigen" und natürlich umgekehrt.
Merkmale "Hin-zu"
Sie erkennen Menschen mit einem "Hinzu"-Metaprogramm daran, dass sie sich selbst Ziele setzten und nach dem streben was sie wollen. Wenn man einer "Hin-zu"-Person droht, werden Sie bemerken, dass sie ärgerlich oder bockig reagiert.
Merkmale "Weg-von"
Sie erkennen diesen Charakter daran, dass er bemüht ist, Gefahren, Probleme und Bestrafungen zu vermeiden. Sobald über etwas Schlimmes gesprochen wird, was er durch sein Handeln vermeiden kann, werden Sie bemerken, wie dieser Mensch sich bewegt. Um eine Belohnung wird sie sich meist nicht darum kümmern.
Merkmale "Gemischt"
Ein interessantes Muster ist das folgende: Auf den ersten Blick sieht es so aus, als wenn sich ein Mensch stark auf etwas zu bewegt (Erfolg, viel Geld verdienen). In Wirklichkeit liegt dahinter eine nicht ausgesprochene, sehr starke Vermeidungsreaktion (z.B. die Angst vor der Armut, die er als Kind erlebt hat.) Da diese Überlagerungen der internen Motivationsstrategie recht häufig vorkommen (und zwar in beide Richtungen) sollte man sich vor voreiligen Einteilungen ohne tiefergehende Analyse in Acht nehmen.
Proaktiv / Reaktiv
Die Frage zu diesem Programm lautet, ob eine Person zu handeln beginnt, wenn andere die Sache in Gang gebracht haben oder ob sie beginnt, um eine Aktivität in Gang zu bringen. Es geht also darum, ob jemand mehr oder weniger Energie in das Erreichen von Zielen steckt und wie viel Zeit er verstreichen lässt, bis er aktiv wird. "Der eine schaut erst mal und wartet, ob die Zeit sich wandelt - der andere packt sie an und handelt."
Merkmale Proaktiv
Der "Macher", der mit der größten Initiative und Motivationsleistung ist klar proaktiv strukturiert. Forscher sind proaktiv und Unternehmer, aber auch überzeugte Eltern und Leute, die in vollständigen Sätzen sprechen, mit einem persönlichen Subjekt, mit einem aktiven Verb und einem greifbaren Objekt, zum Beispiel: "Ich werde mich Montag abend mit dem Vereinsvorstand treffen." Proaktive Menschen werden nervös, wenn Dinge unerledigt bleiben oder wenn in ihrer Umgebung zu lange über alle möglichen Risiken gesprochen wird.
Merkmale Reaktiv
Der reaktive Mensch sieht sich häufig als "Opfer" der Umwelt, des Arbeitgebers, der Familie, des Staates oder der Nachbarn. Diese Menschen sind eher passiv, im Extremfall eine Forschernatur, die wenig Anerkennung genießt. Sie brauchen lange um sich zu entscheiden, möchten nichts "überstürzen" und haben den Eindruck, dass die Dinge im Leben "passieren". Eine Aussage, wie: "Unfälle passieren nicht, sie werden verursacht." oder "den Mutigen gehört die Welt." versetzt diese Person in Erstarren. Reaktive Menschen tendieren dazu, unvollständige Sätze und passive Verben zu benutzen, zum Beispiel: "Ob es wohl möglich wäre, nachzufragen und vielleicht ein Treffen mit dem Mann von der Bank... na, Sie wissen schon."
Interne / externe Referenz
Dieses Programm beschreibt, wie Menschen die Ergebnisse ihrer Tätigkeiten einschätzen. Können sie es für sich beurteilten oder ist ihnen Bestätigung von außen wichtig? Die Frage hierzu ist einfach: Woran merkt der Mensch, dass er seine Arbeit gut erledigt hat? Ist ihm das von alleine klar oder ist es wichtig, dass es anderes sagt?
Merkmale "Interne Referenz" (innenorientiert)
Die nach innen orientierte Person ist sich selbst darüber im Klaren, ob sie gute Arbeit leistet oder gut ankommt. Fragen dazu werden beantwortet mit: "Ich weiß es einfach!" Diese Menschen haben oftmals Probleme, Autoritätspersonen zu akzeptieren. Typische Unternehmer sind innenorientiert. Sie nehmen zwar Informationen auf, bestehen aber darauf, sie auf der Basis ihrer eigenen Wertmaßstäbe zu gewichten. Eine typische Formulierung, die es diesen Menschen leicht macht, ist: "Natürlich können nur Sie wissen, ob das für Sie richtig oder falsch ist."
Merkmale "Externe Referenz" (außenorientiert)
Für diese Personengruppe ist es wichtig, dass ihr Maßstab für den Erfolg von außen kommt. Menschen mit externer Referenz müssen wissen, was andere über sie denken, sonst sind sie unsicher, ob sie vielleicht etwas falsch gemacht haben. Hilfreich ist es hier zu wissen, von wem diese Leute ihre Anerkennung am liebsten hätten oder am dringendsten benötigen.
Merkmale "Gemischt"
Menschen mit einem ausbalancierten Metaprogramm "Intern/Extern", haben ein das innere Wissen, nehmen eine äußere Überprüfung wahr und gehen danach evtl. wieder in ein inneres Wissen, ob etwas gut geworden ist. So sind diese Menschen in der Lage, Vorgänge einerseits selbständig zu beurteilen, andererseits sind sie auch in der Lage anderen zuhören und deren Rat in ihre Sicht mit einbeziehen. Lernprozesse funktionieren i. d. R. von extern (Anfänger) zu intern (Profi). Ist der Referenzrahmen zu intern, dann hat diese Person massive Lernprobleme.
Überblick / Detail
Sie kennen dieses Programm aus dem Streit "erst das Wesentliche!". Dass für jeden Menschen eine andere Gewichtung richtig ist, merken sie spätestens hier. Einige Leute mögen lieber am Anfang einer neuen Information einen Überblick zum Thema, andere müssen sofort auf die Detailebene, um Vertrauen zu gewinnen und sich sicher zu fühlen. Es ist einfach, herauszufinden, welches Muster bei einer Person vorliegt. Sie fragen, was sie als ERSTES braucht und hören aufmerksam zu. Wenn sie das Meta-Programm kennen, kann die Antwort ihnen die Reihenfolge liefern, die für den Gesprächspartner am natürlichsten und damit am leichtesten zu verarbeiten ist.
Merkmale "Detail-Orientierung"
Solche Personen können kein Gesamtbild erhalten, wenn sie es sich aus anfänglichen Details zusammensetzen. Sie bevorzugen kleine übersichtliche Informationseinheiten. Ein Gespräch über globale Zusammenhänge lässt Sie in ihren Augen schnell als weltfremden Phantasten erscheinen. Für sie ist das alles nur leeres Blabla, vages unbedeutendes Wortmaterial. Solche Menschen können gut Detailarbeiten erledigen, wobei sie dazu neigen, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen und bei komplexen Aufgaben völlig den Überblick zu verlieren.
Merkmale "Überblicks-Orientierung"
Dieser Mensch möchte als erstes sicher nicht mit "Erbsenzählerei" beschäftigt werden. Er mag zunächst den Gesamtüberblick und fragt danach nach den Details, die ihm interessant erscheinen. Diese Menschen können oft gut planen und Strategien entwerfen. Im Extremfall empfindet diese Person Details als "unter ihrer Würde", um sich mit ihnen zu befassen.
Siehe auch
Quelle
| Bild:Erste hilfe.svg | Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen! |
