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Multifeed

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Bild:Antenne-toroidale.jpg
Multifeed-Spiegel für bis zu 16 Satelliten (KU-Band), doppelte Reflexion

Multifeed-Anlagen (oder schielende Anlagen) sind Satellitenempfangsanlagen, die aus einem Spiegel, der Multifeed-Halterung und aus mindestens zwei LNBs bestehen.

Damit ist es möglich, zwei oder mehr Satelliten (z.B. Astra 19,2°E und Hotbird 13°E) zu empfangen. Pro Satellit wird ein eigener LNB benötigt. Diese werden auf einem Multifeed-Halter befestigt. Je nach Satellit muss auch der Abstand zwischen den LNBs entsprechend bemessen werden. Wenn nur zwei Satelliten empfangen werden, kann man auch Monoblock-LNBs verwenden. Ein Monoblock-LNB hat zwei Hörner, welche exakt den Abstand (z.B. 6° oder 3°) auf die zu empfangenden Satelliten haben, und oft auch einen integrierten Multischalter, so dass mehrere Receiver unabhängig voneinander angeschlossen werden können.

Um zwischen den Satelliten umzuschalten, wird bei einfachen LNBs ein DiSEqC-Umschalter benötigt. Bei Quattro-LNBs wird ein so genannter Multischalter mit Mehrfach-LNB-Eingang benötigt. Monoblock-LNBs haben den Multischalter schon integriert. Früher wurden anstatt DiSEqC-Umschalter auch 22-KHz-Umschalter verwendet. Allerdings wird dieses Signal bei digitalen Anlagen für die Highband/Lowband-Umschaltung verwendet, daher ist bei Digital-tauglichen Anlagen DiSEqC unumgänglich.

Ein Multifeed-Spiegel ist immer ein Kompromiss gegenüber auf einzelnen Spiegeln installierten LNBs. Bei schielender Installation mit zwei LNBs muss man sich entscheiden, auf welchen der Satelliten man den Spiegel fokussiert und welcher Satellit schielend (mit leichtem Verlust an Empfangsleistung) empfangen wird. Üblicherweise fokussiert man den Spiegel auf den leistungsschwächeren Satelliten und empfängt den stärkeren Satelliten schielend. In Mitteleuropa funktionieren in der Praxis Multifeed-Installationen mit fokussierenden Spiegel auf Hotbird 13°E und schielend auf Astra 19,2°E bei Spiegeln ab 60 cm Durchmesser sehr gut.

Bild:Multifeed.jpg
Eigenbau Multifeed-Halterung an einem 125'er Gibertini Parabolspiegel

Multifeed-Systeme sind problemlos auch mit Multischaltern kombinierbar, wenn pro Satellit ein Quattro-LNB verwendet wird. Es gibt bereits Multifeed-Anlagen für 4 Satelliten. Dabei wird mindenstens ein 100-cm-Spiegel benötigt (es funktioniert auch gut mit 60-cm-Spiegel z.B Astra2/Eurobird (28°E)(UK, Irland) - Astra (19°E) - Hotbird (13°E)- Sirius (5°E) (West-Deutschland) oder sogar mit 45-cm-Digidish-Multiantena (4-r Monoblock) von TechniSat), der mit vier Universal-Single-LNBs kombiniert wird. Als Receiver eignet sich jeder Digitalreceiver mit DiSEqC-1.0-Unterstützung. Besonders interessant ist diese extreme Art für Deutsch-Russen, um so mit den deutschen gleichzeitig auch die Programme aus dem Gebiet der ehemaligen UdSSR zu empfangen - Astra (19,2°E), Eutelsat (13°E), Sirius (5°E), Amos (4,0°W) (ab Spiegelgröße 70/80 cm). Marktführer Kathrein oder TechniSat bieten solche Anlagen nicht an, da die exakte Verwirklichung oft Probleme nach sich zieht.

Das nebenstehende Beispiel nutzt einen für Mitteleuropa mit 125 cm extrem großen Parabolspiegel. Das wurde notwendig, weil die gewünschten Satellitenpositionen eine sehr dichte Montage der LNBs erfordern und somit einen relativ weit entfernten Brennpunkt des Parabolspiegels benötigten. Von Astra 19,2°E über Eutelsat 16°E, Hotbird 13°E, Eutelsat 10°E, Sirius 5°E bis Thor/Intelsat707 auf 1°West werden drei Satellitenpositionen über einen Multischalter in eine Hausanlage gespeist und weitere drei LNBs versorgen einen einzelnen Empfänger. Durch diese „Balkan-Lösung“ werden auf dem Einzelempfänger alle verfügbaren Programme aus Bulgarien empfangen.

Siehe auch

Wikipedia
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