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Mountainbike-Orienteering

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Robert Zabel (Polen)
Mountainbike-Orienteering, kurz MBO oder MTBO, stellt eine Kombination aus Mountainbiking (Radbeherrschung) und dem Orientieren (Orientierungslauf) in unbekannten Gelände dar. Die Wurzeln dieser vergleichsweise wenig bekannten Sportart gehen auf die fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts zurück und liegen im Radwandersport bzw. im radtouristischen Mehrkampf (Kombination aus Radfahren mit Kompass, Karte und zusätzlichen Aufgaben (Baumbestimmung, Erste Hilfe, Fahrradreparatur). Schon in den Anfangsjahren lassen sich internationale Wettkämpfe nachweisen. Mit den Jahren trat der noch heutige Charakter dieser Sportart hervor und Aufgaben des radtouristischen Mehrkampfes gingen zurück. Auch bedingt durch den Eisernen Vorhang kam es zu unterschiedlichen Entwicklungen in beiden Blöcken. Mit Beginn der Neunziger sollte sich dies ändern. Begünstigt durch das Aufkommen der Mountainbikes aber auch dem Bedürfnis der Sportler vom Ski-Orientierungslauf nach Wettkämpfen auch in den Sommermonaten, kam es zu einem großen Aufschwung dieser Sportart. Wenn auch noch nicht olympisch, stellt das MBO eine aufstrebende Sportart mit sehr hohen Leistungscharakter auf Grund der Doppelbelastung dar.

Mit Hilfe einer Karte muss der Sportler mit seinem Fahrrad so schnell wie möglich die in der Karte eingetragen Posten anfahren. Dabei kann jeder Teilnehmer seine Route zwischen den Punkten frei wählen. Die Wettkämpfe werden meist in einem Waldgebiet ausgetragen. Neben der körperlichen Kondition, werden ein hohes Maß an Konzentration und ein gutes Orientierungsvermögen gefordert.

Inhaltsverzeichnis

Ablauf

Wenige Minuten vor dem Start bekommt der Teilnehmer eine spezielle Orientierungskarte, um sich mit Umgebung vertraut machen zu können. Die Karten liegen meist im Maßstab 1:15.000 vor.

Es gibt verschiedene MBO-Varianten:

  1. Freie Postenwahl: Der Wettkampfteilnehmer kann die Reihenfolge der anzufahrenden Posten selbst wählen.
  2. Vorgegebene Postenreihenfolge: Die Posten müssen in einer bestimmten Reihenfolge (wie auf der Karte vermerkt) angefahren werden.
  3. Score: In einer bestimmten Zeit so viele Posten wie möglich anfahren. Dabei haben die Punkte eine bestimmte Wertigkeit. In der Regel haben Posten, die weit vom Start bzw. Ziel entfernt sind eine höhere Wertigkeit. Derjenige, der in der vorgegebenen Zeit die meisten Punkte gesammelt hat, ist der Sieger.
  4. Staffel: Nach dem Le-Mans-Start sucht der erste von 3 Fahrern alle seine Posten ab und wechselt mit Handschlag auf den nächsten. Dieser erhält eine neue Karte und fährt seine Runde, so auch der dritte am Schluss.

Wettkämpfe

Bis 2003 gab es den so genannten Weltcup im MTBO. Seit 2002 werden auch Weltmeisterschaften ausgetragen. Ab 2004 gibt es jedes Jahr eine Weltmeisterschaft, und der Weltcup wurde 2004 durch World Ranking Events (WRE) ersetzt.

In Deutschland gibt es jedes Jahr mehrere Bundesranglistenläufe und eine Meisterschaft. Diese Wettkämpfe werden nach MBO-Varianten 1 und 2 (siehe oben) durchgeführt. In Österreich gibt es den Austria Cup, der üblicherweise aus 6 bis 8 Läufen besteht.

Berühmte MTBO-Sportler

Die österreichische Heeressportlerin Michaela Gigon ist dreifache Weltmeisterin im Mountainbike-Orienteering. 2004 in Australien, 2005 in Banská Bystrica (Slowakei) und 2006 in Finnland konnte sie die Mitteldistanz für sich entscheiden.

Weltmeisterschaften

Jahr Zentralort/Land Weltmeister Herren Weltmeister Damen Staffel Weltmeister
2002 Bild:Flag of France.svg Fontainbleu
2004 Bild:Flag of Australia.svg Ballerat Alain Berger (SUI - Lang), Adrian Jackson (AUS - Mittel) Anke Dannowski (GER - Lang), Michaela Gigon (AUT - Mittel) Finnland (Herren & Damen)
2005 Bild:Flag of Slovakia.svg Banská Bystrica Ruslan Gritsan (RUS - Lang & Mittel) Paivi Tommola (FIN - Lang), Michaela Gigon (AUT - Mittel) Finnland (Herren), Deutschland (Damen)
2006 Bild:Flag of Finland.svg Joensuu Tuomo Tompuri (FIN - Mittel), Mika Tervala (FIN - Lang) Christine Schaffner (SUI - Lang), Michaela Gigon (AUT - Mittel) Finnland (Herren), Russland (Damen)

Weblinks

Wikipedia
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