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Molybdändisulfid
Aus Kefk.
Das Molybdändisulfid, auch genannt Molybdänsulfid, Molybdän(IV)sulfid oder Molybdänglanz, mit der Formel MoS2, ist ein schwarzes kristallenes Sulfid des chemischen Elements Molybdän. Es ist im Wasser und in verdünnten Säuren unlöslich. Der Schmelzpunkt liegt bei 1185 °C, an der Luft kommt es jedoch schon ab 315 °C zur Oxidation, was den Einsatzbereich an der Luft auf den Temperaturbereich von −185 °C bis +350 °C begrenzt. Auf Metallen durch Rollieren oder Glattwalzen (engl.: burnishing) aufgebrachtes reines Molybdänsulfid zeigt das Grundmetall nach einem Jahr Einwirkzeit in Luft bei 100 % rel. Luftfeuchtigkeit starke Korrosionserscheinungen. Unter Ausschluss von Sauerstoff ist die Anwendung bis 1100 °C möglich.
Chemische Struktur
Die Struktur des Molybdändisulfids ist graphitartig, d.h. eine Schichtung von Molybdän- und zwischenliegenden Schwefelatomen ähnlich einem Sandwich. Aufgrund der raumparallelen Anordnung sind die Schichten leicht gegeneinander verschiebbar, was zu einem schmierenden Effekt führt.
Anwendungsgebiete
Fein pulverisiertes MoS2 mit Teilchengrößen zwischen 1–100 µm ist ein allgemeines technisches trockenes Schmiermittel. Es wurde in den 1940er Jahren zuerst von der Firma Dow Corning unter dem Handelsnamen „Molykote“ vermarktet, der auch heute noch synonym für MoS2 steht. Bei Dow Corning werden jedoch heute auch andere Spezialschmierstoffe so genannt.
- Es wird häufig verschiedenen Schmierölen beigemengt, was zu einer Verbesserung der Gleitfähigkeit sorgt. Dies führt neben einer längeren Lebensdauer von Maschinenbauteilen auch zur Schadensvorbeugung bei plötzlichen totalen Ölverlusten. Dabei kann die Schmierwirkung aufgrund der Haftwirkung des Öls eine Zeitlang aufrecht erhalten werden, was z.B. bei Flugzeugtriebwerken und sonstigen lange nachlaufenden Triebwerken/Turbinen wichtig ist.
- Ebenso finden mit MoS2 angereicherte Fette Verwendung an Bauteilen, welche z.B. schwer zugänglich sind und so die Wartungsintervalle sehr groß sind (wartungsfreie Verbindungen, Gelenkkonstruktionen, etc.)
- Auch wird es bei der Massivumformung und generell bei Umformverfahren (Kalt-, Halbwarm- und Warmumformung) eingesetzt. Es wird oft durch „Bondern“, darunter versteht der Fachmann das Aufbringen dieser Schicht, aufgebracht. Dies geschieht meistens mit einer Trägerschicht, auf der dann die Molykote aufgebracht wird. Oft durch „Rommeln“ (Teile kommen in eine Art Waschmaschinentrommel und tauchen in das Bad ein, Trommel verbleibt einige Zeit im Medium und dreht sich dabei. Die Teile drehen sich mit und benetzen sich mit der Molykote.) Der Vorteil in der Massivumformung gegenüber normaler Seife ist die höhere Temperaturbeständigkeit der Molykote. Ebenfalls zum Einsatz kommt Molykote, bei hohen Umformtemperaturen ≥ 200° (vor allem bei der Kaltmassivumformung) bedingt durch sehr hohe Umformung und somit hoher Reibung im Werkzeug.
- Es wird auch als schmierender Zusatz in speziellen Kunststoffen verwendet, vornehmlich bei Nylon und Teflon.
- Während des Vietnam-Krieges wurde das Molybdändisulfid, bekannt als „trockene Rutsche“, von den Soldaten zum Schmieren der Waffen verwendet, was laut offizieller Dienstvorschrift nicht vorgesehen war, jedoch zu verbesserten ballistischen Eigenschaften führte.
- Am Oak Ridge National Laboratory wurden selbstschmierende zusammengesetzte Schichten für Hochtemperaturanwendungen entwickelt. Dabei wird durch Kondensation des chemischen Dampfes von Molybdändisulfid und Titannitrid eine Schmierschicht auf der Bauteiloberfläche erzeugt.
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