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Misogynie

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Misogynie bezeichnet eine extreme Abneigung gegen Frauen, sowohl bei Frauen wie auch bei Männern. (Ggs.: philogyn = frauenfreundlich). Entsprechende Übersetzungen sind Frauenverachtung, Frauenfeindlichkeit oder Frauenhass.

Inhaltsverzeichnis

Formen der Misogynie

Laut einer sozialpsychologischen Untersuchung von Rolf Pohl nehmen auch heute viele Männer Frauen (meist unbewusst) als eine offene oder latente Bedrohung wahr, besonders solche Frauen, die nicht unter die aktuellen kulturellen Akzeptanzkategorien der sozialen Rolle von Weiblichkeit fallen. Bei einigen Männern äußert sich das in einer offenen Aggression gegen Frauen oder Verachtung für Frauen. Meist sind die Reaktionen jedoch subtilerer und weniger bewusster Natur.  [1] Lückenhaft[2]

Misogynie in den Religionen

Misogynie kommt in verschiedenen Religionen und in der Philosophie vor. Aufgrund der Aussage des Apostel Paulus, welcher in einigen seiner Briefe anordnet, dass Frauen in Kirchen schweigen sollten, entstand in der christlichen Kirche weitverbreitet eine Ablehnung von Frauen. Dabei wurden Frauen als besonders sündhaft angesehen, was wiederum mit dem Sündenfall begründet wurde. Auch andere Aussagen von Paulus werden oft von Christen „frauenfeindlich“ ausgelegt, obwohl diese Interpretation nicht zwingend ist. Im islamischen Rechtssystem der Scharia erbt eine Frau halb soviel wie ein Mann, und ihre Aussage vor Gericht hat nur die halbe Beweiskraft wie die eines Mannes. Im Hinduismus sieht der Kodex Manu Frauen als unfähig zur Unabhängigkeit an, und in Indien war es üblich, dass Witwen beim Begräbnis ihrer Männer ebenfalls verbrannt wurden (siehe Sati).

Misogynie im Naturalismus

Entgegen der emanzipatorischen Bewegung im Naturalismus (ca. 1880 bis 1900), die z.B. in Ibsens Nora oder ein Puppenheim (1879) thematisiert wird, gibt es auch misogyne Tendenzen, die dem entgegenstehen. Es werden bevorzugt Prostituierte, Arbeiterinnen und einfache Mädchen aus dem Volk zum Thema der Handlung naturalistischer Dramen. Dies resultiert einerseits aus der Thematik des Milieus, aber man kann auch Tendenzen männlicher Ängste erkennen, wodurch die Frau degradiert, oder sogar dämonisiert wird. Ernst von Wolzogen z.B. warf den jungen Naturalisten Frauenverachtung und Unkenntnis von der Persönlichkeit der Frauen zugunsten der oberflächlichen Betrachtung ihrer Stellung in der Gesellschaft vor.[3]

Zitate

«Doch me weiss, und es isch haarig / Froue hei so ihri Lüün / und s'macht bitteri Erfahrig / mänge Ma zum Misogyn» (Mani Matter, Schweizer Liedermacher des 20. Jahrhunderts). Zu deutsch: „Doch man weiß, und es ist haarig / Frauen haben ihre Launen / und es macht bittere Erfahrung / manchen Mann zum Misogyn“

Siehe auch

Das vergleichbare Gegenstück zur Misogynie ist die Männerfeindlichkeit (Misandrie).

Literatur

  • Geier, Andrea; Kocher, Ursula (Hrsg.): Wider die Frau - Zu Geschichte und Funktion misogyner Rede. ISBN 3-412-15304-4
  • Ute Planert: Antifeminismus im Kaiserreich. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 1998, ISBN 3-5253-5787-7
  • Rolf Pohl: Feindbild Frau: Männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen, Offizin-Verlag, Hannover 2004, ISBN 3-930345-36-6
  • Dieter Schmidt: Frauenfeindlichkeit. Sozialpsychologische Aspekte der Misogynie. Juventa Verlag, 1986, ISBN 3-779-90518-3
  • Annegret Stopczyk: Muse, Mutter, Megäre. Was Philosophen über Frauen denken. Aufbau-Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-7466-1278-0

Weblinks

wikt:
Wiktionary
Wiktionary: Misogynie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

Quellen und Anmerkungen

  1. Rolf Pohl: Feindbild Frau: Männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen, Offizin-Verlag Hannover (2004).
    Siehe auch Rezension von Rolf Löchel bei www.literaturkritik.de. „Fazit: Ein in vielerlei Hinsicht strittiges und nicht in jedem Fall überzeugendes, aber auch ein durchaus anregendes und gelegentlich sogar instruktives Buch“. (Februar 2006)
  2. Siehe am Seitenende im Baustein „Dieser Artikel weist folgende Lücken auf“: „Untersuchung von Rolf Pohl“.
  3. Metzler Literaturgeschichte ... (?)
Bild:Qsicon Lücke.png Dieser Artikel weist folgende Lücken auf:
  • Abschnitt „Misogynie in der Philosophie“ fehlt noch.
  • Absatz „Untersuchung von Rolf Pohl“ ist noch unvollständig bzw. lückenhaft – siehe Diskussionsseite.

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