Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Mineralfarbe
Aus Kefk.
Mineralfarben — auch Silikat- oder Silicatfarben, Wasserglasfarben (nach dem verwendeten Bindemittel) oder Keimfarben (nach dem Erfinder) genannt — sind Anstriche die, neben anorganischen Farbstoffen, als Bindemittel das Alkalisilikat Wasserglas (auch Kaliwasserglas, flüssiges Kaliumsilikat oder LIQVOR SILICIVM genannt) verwenden.
Solche Anstriche sind grundsätzlich hochwertig, langlebig und teuer; sie sind eher für die professionelle Verarbeitung vorgesehen, deswegen findet man sie praktisch nur im Fachhandel und nicht in Baumärkten. Silikatfarben haben von allen Fassadenfarben aufgrund der verwendung von anorganischen Pigmenten die höchste Lichtbeständigkeit und die höchste Wasserdampfdurchlässigkeit (Diffusion). Sie bilden nicht wie andere Anstriche eine Schicht auf dem Untergrund, sondern verkieseln (versteinern) mit dem Untergrund. Silikatfarben sind nicht brennbar, meist zu 100% aus natürlichen Produkten hergestellt und enthalten im Gegensatz zu den meisten Silikon- und Dispersionsfassadenfarben meist keine Gift- und Konservierungsstoffe.--217.229.254.133 21:45, 7. Apr. 2007 (CEST)
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Reinsilikat- oder Zweikomponentensilikatanstrichen — die man vor Gebrauch erst anrühren muss — und Dispersionssilikatanstrichen, welche wie die beliebten Kunstharzdispersionsanstriche gebrauchsfertig im charakteristischen ovalen 10 Liter Eimer geliefert werden.
Geschichte
Mineralfarben wurden 1878 vom Handwerker und Forscher Adolf Wilhelm Keim patentiert.
Auslöser für die intensive Forschungsarbeit Adolf Wilhelm Keims war König Ludwig I. von Bayern. Der kunstsinnige Monarch war von den farbenfrohen Kalkfresken Norditaliens so begeistert, daß er diese Kunstwerke auch in seinem Königreich Bayern erleben wollte. Doch das Wetter nördlich der Alpen, als wesentlich rauher bekannt, zerstörte die Kunstgemälde in kurzer Zeit. So erging sein Auftrag an die bayerische Wissenschaft, eine Farbe zu entwickeln, die wie Kalk aussieht, aber über einen längeren Zeitpunkt haltbar ist.
Heute noch existieren Originalanstriche aus dem vergangenen Jahrhundert. Fassaden in der Schweiz, beispielsweise das Gasthaus "Weißer Adler" in Stein am Rhein oder das Rathaus in Schwyz (1891), in Oslo (1895) oder in Traunstein (1891) sind eindrucksvolle Beweise.
Siehe auch
Weblinks
- http://www.keimfarben.de
- http://www.keimfarben.at
- Artikel im Heimwerkerlexikon über Silikatfarben
- Artikel im Malerlexikon über Silikatfarben
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Mineralfarbe, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
