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Metropolitan Museum of Art
Aus Kefk.
Das Metropolitan Museum of Art befindet sich an der Fifth Avenue von New York unmittelbar am östlichen Rand des Central Park. Die Exponate umfassen chronologisch alles von steinzeitlichen Kultgegenständen an bis hin zu Sonderausstellungen gegenwärtiger Künstler. Die Sammlungen des „Met“ zeigen neben amerikanischer Kunst auch umfangreiche Werke ägyptischer, afrikanischer, islamischer und asiatischer Kunst, sowie Exponate aus dem Mittleren Osten. Die größte Abteilung widmet sich Europa, mit umfangreichen Gemäldesammlungen, Kunsthandwerk und Architekturfragmenten bis hin zu Musikinstrumenten und antiken Waffen sowie mittelalterlichen Rüstungen.
Inhaltsverzeichnis |
Daten und Fakten
Das Metropolitan Museum of Art wurde 1870 gegründet und am 20. Februar 1872 eröffnet. Es ist ein Universalmuseum mit dem Anspruch auf Vollständigkeit seiner Kunstsammlungsgebiete und -epochen. Der gesamte Sammlungsbestand umfasst mehr als drei Millionen Werke. Das Museum verfügt heute (2007) über 130.000 m² Ausstellungsfläche. In Wechselausstellungen werden die Exponate von Zeit zu Zeit ausgetauscht.
Nahezu 5 Millionen Besucher zählt das Museum jährlich. Die Qualität und der Umfang der Sammlungen ist nur noch vergleichbar mit dem British Museum, dem Louvre, dem Prado und der Eremitage.
Standort: NYC, Manhattan, 1000 Fifth Avenue, Ecke 82nd Street.
Geschichte
Nach einem Bankett in einem Pariser Restaurant anlässlich des US-amerikanischen Nationalfeiertags am 4. Juli 1866 hielt der gleichnamige Großneffe des berühmten Verfassungsjuristen John Jay (1745–1829) vor einer Gruppe amerikanischer Geschäftsleute eine Rede. Er forderte die Anwesenden dazu auf, ein Museum zu schaffen, das der amerikanischen Bevölkerung sowohl die Kunst als auch Kunsterziehung in einer "nationalen Institution" nahebringen sollte. Nach vier Jahren Lobbyarbeit bei Geschäftsleuten, Bankiers sowie Künstlern und Intellektuellen konnte 1870 das erste Gebäude des Metropolitan Museum of Art in New York bezogen werden. Der heutige Standort befindet sich nach einer weiteren Zwischenstation seit 1880 am Rande auf dem Gelände des Central Parks. Entworfen wurde der Bau von dem amerikanischen Architekten Richard Morris Hunt in einem neoklassizistischen Stil ("Neo-Gothic style"). Die 1912 von Hunt erstellte, aber unvollendet gebliebene monumentale Fassade besteht aus hellbeigem Kalkstein aus Indiana. Das Architekturbüro McKim, Mead and White entwarf den Nord- und den Südflügel, die 1911 und 1913 fertiggestellt wurden. 1975 erfolgte dann nochmals eine umfassende Vergrößerung der Ausstellungsfläche und zwar parkeinwärts um das gesamte Gebäude herum. Doch nach wie vor besteht heute das Museum aus einem Erdgeschoss und zwei Stockwerken.
Von 2002 bis 2006 wurde die Außenfassade des Museums vom Ruß und Staub der letzten Hundert Jahre gereinigt. Um den neuen Glanz des Kalksteins besser zur Geltung zu bringen, verzichtete man auf die bislang meterlangen bunten Banner mit den aktuellen Ausstellungsangeboten am Haupteingang und verkleinerte sie auf die Größe horizontaler Fenstersimse.[1] Das Metropolitan Museum hat 2006 im Zentrum von Genf ein neues Büro eingerichtet, das als Kontaktstelle für Sammler und Künstler dienen soll. Leiterin der Met-Einrichtung ist Frau Mahrukh Tarapor. [1] Wegen Umbaumaßnahmen schließt das Museum 2007 seine bedeutende Sammlung französischer Kunst des 19. Jahrhunderts. 150 Meisterwerke dieser Abteilung sind von August bis Oktober 2007 in der Ausstellung Die schönsten Franzosen kommen aus New York in Berlin zu sehen.
Im April 2007 wurde die Antikensammlung neueröffnet. Im Nordflügel präsentiert sich nun die ägyptische Kunst, im Südflügel die Kunst des antiken Griechenlands und Roms. Die rund 5300 Exponate umfassende Sammlung, die bislang nur unzureichend ausgestellt wurde, teilweise nur in den Depots verschwand, wird nun als die bedeutendste Antikensammlung der USA erstmals umfassend präsentiert. Zu den bedeutendsten Ausstellungsstücken zählt ein etruskischer Triumphwagen sowie der Euphronioskrater, eine Leihgabe des italienischen Staates.
Museumsdirektoren
- Luigi Palma di Cesnola (1879 - 1904)
- NN
- NN
- Edward Robinson
- Herbert Winlock
- Francis Henry Taylor
- James J. Rorimer (* 1905; † 11. Mai 1966) 1955 - 11. Mai 1966
- Thomas P. F. Hoving (* 15. Januar 1931) 17. März 1967 - 30. Juni 1977
- Philippe de Montebello (* 1936 Paris) seit 1978
Sammlungsgebiete
Das Museum hat seine Sammlungsgebiete in 20 Abteilungen (departments [1]) gegliedert:
Alphabetisch sortiert entsprechend der amerikanischen Sprache
| Nr. | Abteilung | Department und wichtige Stifter | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| 1. | Amerikanisches Kunsthandwerk | American Decorative Arts | |
| 2. | Amerikanische Malerei und Plastik | American Paintings and Sculpture in den Joan Whitney Payson Galeries | Kunstwerke von der Kolonialzeit bis heute |
| 3. | Kunst des antiken Nahen Ostens | Ancient Near Eastern Art | Funde aus Nippur, Nimrud und Ktesiphon in Irak und aus Hasanlu, Yarim Tepe und Qasr-i Abu Nasr in Iran |
| 4. | Waffen und Rüstung | Arms and Armor in dem Emma and Georgina Bloomberg Arms and Armor Court | 15.000 Objekte, die zwischen 400 vor unserer Zeitrechnung bis zum 19. Jahrhundert datieren |
| 5. | Kunst aus Afrika, Ozeanien und den amerikanischen Kontinenten | Arts of Africa, Oceania, and the Americas in The Jan Mitchell Treasury | mehr als 11.000 Objekte aus verschiedenen Materialien und Typen vom sub-saharanischen Afrika, den Pazifischen Inseln sowie Nord-, Zentral- und Südamerika |
| 6. | Asiatische Kunst | Asian Art in der Arthur M. Sackler Gallery | mehr als 60.000 Objekte, die ein Zeitalter vom zweiten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung bis zum frühen 20. Jahrhundert umfassen, darunter Gemälde, Drucke, Kalligraphien, Skulpturen, Metallarbeiten, Keramiken, Lackarbeiten, Kunsthandwerk und Textilien aus Ostasien, Südasien, den Himalayanischen Königreichen und Südostasien |
| 7. | The Cloisters | außerhalb gelegen im Fort Tryon Park; von der Rockefeller-Familie | Bricolage aus fünf europäischen Klöstern mit mittelalterlicher Kunst und einem Kreuzgang |
| 8. | Kostüme | The Costume Institute im Erdgeschoss, gegr. von Irene Lewisohn und ihrer Schwester Alice Lewisohn Crowley | enthält mehr als 80.000 Kostüme und Accessoires; mit angeschlossenem Konservierungslaboratorium und Fachbibliothek |
| 9. | Zeichnungen und Drucke | Drawings and Prints in der Robert Johnson Jr. Gallery | 11.000 Zeichnungen und 1,5 Millionen Drucke |
| 10. | Ägyptische Kunst | Egyptian Art | nahezu 36.000 Objekte vom Paläolithikum bis zur Römischen Zeitalter (ca. 300.000 v.u.Z. – 4. Jh. n.u.Z); viele Objekte wurden von museumseigenen Grabungskampagnen entdeckt |
| 11. | Europäische Gemälde | European Paintings | Die europäische Gemäldeabteilung besteht aus über 3000 Gemälden. Das Museum verfügt über eine hochwertige Sammlung der europäischen Malerei des 19. Jahrhunderts. |
| 12. | Europäische Skulpturen und Kunsthandwerk | European Sculpture and Decorative Arts | 50.000 Objekte |
| 13. | Griechische und römische Kunst | Greek and Roman Art | 35.000 Arbeiten vom Neolithikum an |
| 14. | Islamische Kunst | Islamic Art | Diese Abteilung bleibt bis 2008 geschlossen wegen Umbauten und Renovierung. Sechzig Meisterwerke islamischer Kunst werden jedoch in einer vorübergehenden Ausstellung gezeigt |
| 15. | Robert-Lehman-Sammlung | trigonaler Anbau in der Mitte vom Erdgeschoss | 3.000 Kunstwerke; davon 300 Gemälde vorzugsweise aus der italienischen Renaissance, darunter seltene frühe italienische Werke; bedeutende Gemälde von Dürer, Rembrandt und flämischen Meistern, eine große Gruppe von französischen Werken des 18., 19. und 20. Jahrhunderts sowie nahezu 200 venezianische Zeichnungen des 18. Jhts.; stark vertreten sind auch Gemälde impressionistischer und postimpressionistischer Künstler. |
| 16. | Mittelalterliche Kunst | Medieval Art | |
| 17. | Moderne Kunst | Modern Art | Gemälde von Pablo Picasso, Wassily Kandinsky sowie die Stilepochen des Expressionismus, Art Nouveau und Art Deco |
| 18. | Musikinstrumente | Musical Instruments | nahezu 5000 Exemplare von 6 Kontinenten und den Pazifischen Inseln von etwa 300 v.u.Z. bis heute |
| 19. | Photographien | Department of Photographs | von 1830 bis zur Gegenwart; diese Sammlung umfasst mehr als 20.000 Arbeiten vorwiegend europäischer und amerikanischer Herkunft, dazu noch aus einigen anderen Regionen, insbesondere aus Japan. |
| 20. | Antonio Ratti Textile Center | Grundstock aus der Fondazione Antonio Ratti | 35.000 Textilien von vor 5000 Jahren bis heute |
Mäzenatentum der Rockefellers
Südlicher Kreuzgang
Zum Museum gehören außerdem The Cloisters im Fort Tryon Park am nördlichen Ende des Stadtteils Manhattan. The Cloisters („die Kreuzgänge“) wurde 1938 von John D. Rockefeller Jr. gegründet. Dieses Gebäude stellt ein mittelalterliches Kloster dar und wurde aus originalen Resten von fünf europäischen Klöstern zusammengetragen und -gesetzt. Die Familie Rockefeller schenkte "Cloisters" dem Metropolitan Museum of Art als Aufbewahrungsstätte für ihre Sammlung von mittelalterlicher Kunst. Diese Form des Kulturimports war eine unter US-amerikanischen Milliardärsfamilien verbreitete Mode in der ersten Hälfte des 20. Jhs. So etwa hatte sich William Randolph Hearst ein Schloss im spanischen Stil mit der Fassade einer Kathedrale sowie mit römischen Thermen in Kalifornien bauen lassen (Hearst Castle). Jean Paul Getty ließ eine Rekonstruktion der "Villa der Papyri" bei Herculaneum im kalifornischen Malibu für das J. Paul Getty Museum nachbauen. David Rockefeller Jr. war für einige Jahre Vorsitzender des "Board of Trustees" (Kuratorium) des „Met“ gewesen und wurde nach seinem Rückzug dessen Ehrenvorsitzender und Mitglied auf Lebenszeit.
Bestimmte Ausstellungssäle werden nach ihren Mäzenen benannt. Das „Met“ erhielt beispielsweise von der Rockefeller-Familie eine hervorragende Sammlung von Kunstwerken aus dem pazifischen Raum, sowie präkolumbischer und afrikanischerder Kunst, welche im 1982 eröffneten Michael C. Rockefeller Wing ausgestellt werden. Ehe vermögende Amerikaner dem Staat Erbschaftsteuern zahlen, vermachen sie ihre Sammlungen lieber gemeinnützigen Stiftungen. Museen wie das „Met“ profitieren davon, dass ihnen philanthropische Stifter ihre Sammlungen übereignen.
Objekte aus illegalen Grabungen
Kritiker wie der Met-Kurator Oscar White Muscarella werfen dem Metropolitan Museum of Art vor, weltweit eine der größten Sammlungen von Exponaten aus illegalen Grabungen auszustellen. [1] Erst die Bereitschaft zum Ankauf illegaler Objekte mache Raubgrabungen finanziell interessant.[1] Leihgaben von vermögenden Kunstsammlern an Museen erhöhen den Sammlerwert und die Museumskuratoren fragen nicht nach der Herkunft der Objekte, um auch weiterhin Exponate erhalten zu können. Dieser Vorwurf wird gestützt durch den Kunsthandelslobbyisten Ashton Hawkins, der 32 Jahre als Rechtsanwalt und schließlich als Vizepräsident für das „Met“ tätig war. Hawkins ist Mitbegründer des ACCP (American Council for Cultural Policy), einer Organisation von Kunstsammlern und Museumsdirektoren, die sich u.a. während des dritten Irakkrieges für eine Aufhebung des Exportverbotes der irakischen Kunstschätze einsetzte.
Quellen
Literatur
- Calvin Tomkins: Merchants & Masterpieces. The Story of the Metropolitan Museum of Art, Rev. ed. New York, Henry Holt & Co. 1989, ISBN 0-8050-1034-3
- Suzan Mazur: Antiquities Whistleblower Oscar White Muscarella. The Whistleblower & The Politics Of The Met's Euphronios Purchase: A Talk With Oscar White Muscarella, in: Scoop, 25. Dezember 2005 (ca. 11 S.) (auch online)
Zitate
„Eine Verbindung zu den Künsten kann [...] der Firma Bekanntheit sowie einen strahlenderen Ruf in der Öffentlichkeit verleihen und für ein verbessertes Firmenimage sorgen. Sie kann bessere Beziehungen zu den Kunden herstellen, größere Aufnahmebereitschaft für die Produkte der Firma und eine höhere Einschätzung ihrer Qualität mit sich bringen.“
– David Rockefeller Jr., Vorsitzender des Aufsichtsrats der amerikanischen Chase Manhattan Bank und u.a. ehem. Vorsitzender des Board of Trustees des Metropolitan Museum of Art. Zitiert nach Hans Haacke: Arbeitsbedingungen. In: Kunstforum International, Band 42, Juni 1980, S. 215 f.
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„The destruction of art – of our heritage – goes very deep in our unconscious. To a museum person, the worst thing you can experience is damage to an object on your watch. For the magnitude of what happened in Iraq, you have no words. You lose faith in your fellow man.“
– Ms. Mahrukh Tarapor, associate director for exhibitions (»Art of the First Cities«) beim Metropolitan Museum of Art anlässlich der Museumsplünderungen während des dritten Irakkrieges. Zitiert nach Frank Rich: „And Now: 'Operation Iraqi Looting' “. In: The New York Times, Sonntag, 27. April 2003
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Weblinks
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- Offizielle Homepage
- Besucherinformationen (deutsch)
- The Cloisters
- Fotos und 360°-Aufnahme ("Vue panoramique") auf insecula.com
- Ausstellungsfotos, private Seite
Koordinaten: 40° 46′ 46" N, 73° 57′ 48" W
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