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Metochien
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Metochien (serbisch Metohija/Метохија, albanisch Rrafsh i Dukagjinit) ist im offiziellen Sprachgebrauch der Republik Serbien, sowie von 1945 bis 1969 und seit 1989 in Jugoslawien, die Bezeichnung für den westlichen Teil der unter UN-Verwaltung stehenden autonomen Provinz Kosovo. Die offizielle jugoslawische und serbische Bezeichnung lautet Autonome Provinz Kosovo und Metochien (Autonomna provincija Kosovo i Metohija).
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Bezeichnung
Die Bezeichnung leitet sich vom griechischen μετοχή (metoh, Gemeinschaft) und knüpft an die mittelalterlichen klösterlichen Gemeinschaften, die einen Großteil des Landbesitzes im heutigen westlichen Kosovo besaßen. Entstanden ist die Bezeichnung im 19. Jh, als das Gebiet noch zum Osmanischen Reich gehörte. Die früheren serbischen Bezeichnungen für Metochien waren Hvosno für die nördlichen, Patkovo für die mittleren und Prizrener Land für die südlichen Gebiete. Die albanische Bezeichnung für Metochien ist Rrafsh i Dukagjinit (Dukagjin-Ebene).
Der Begriff "Metochien" wurde offiziell in Serbien nicht verwendet; der serbische König Petar sprach in einer Proklamation „An das serbische Volk“ bei der Beendigung des Zweiten Balkankriegs von „Altserbien“, womit alle von Serbien und Montenegro in den Balkankriegen eroberten Gebiete gemeint waren.[1]. Die Bezeichnungen Altserbien und Türkisch-Serbien wurden schon im 19. Jh. verwendet und meinten serbische Länder, die im Osmanischen Reich verblieben sind.[2]. Nach dem Sieg über das Osmanische Reich in den Balkankriegen wurde das Gebiet zwischen Serbien und Montenegro aufgeteilt, die Umgebung der Städte Peć und Đakovica fiel an Montenegro. Im Königreich SHS, seit 1929 Jugoslawien, gehörte das Gebiet zur Zetska Banovina. Das erste offizielle Dokument, in dem der Name Metohija (Metochien) zum Teil auftaucht, ist das Protokoll der II. Tagung des AVNOJ am 29.9.1943; dort wurde die Schaffung eines „Autonomen Gebiets Kosmet“ (Abkürzung für Kosovo-Metohija, siehe BiH für Bosna i Hercegovina) beschlossen.[3] Um die Kosovo-Albaner für den Partisanenkampf einzunehmen, stellten Vertreter der KPJ nach der Konferenz von Bujan im Januar 1944 eine Vereinigung des ganzen Kosovo mit Albanien in Aussicht und sprachen in deren Abschlussdokument von „Kosovo und der Dukagjin-Ebene“[4]. Die Beschlüsse der Konferenz wurden auf Verlangen Titos aber rückgängig gemacht und das Gebiet wurde im November 1945 als Bestandteil des Autonomen Gebiets Kosmet (seit 1963 Autonome Provinz Kosmet) im serbischen Staatsverband an Jugoslawien angeschlossen. Die Bezeichnung wurde von den Albanern abgelehnt, weil sie an den umfangreichen serbischen Kirchenbesitz in Metochien erinnerte. Nach der Entmachtung des jugoslawischen Innenministers Aleksandar Ranković wurde die Provinz 1967 in Kosovo umbenannt. Serben, die mit der von Tito verfolgten Kosovo-Politik nicht einverstanden waren, verwendeten seitdem bewusst den Terminus „Kosmet“[5]. In den 80er Jahren verwendete auch die Serbisch-Orthodoxe Kirche in einem an die serbische Regierung gerichteten „Appell zum Schutz der geistigen und biologischen Existenz der Serben im Kosovo“ den Begriff „Metochien“ nicht[6]. Im SANU-Memorandum von 1986 wurde jedoch wiederholt von „Kosovo und Metohija“ gesprochen[7]. Im Zuge der 1989 und 1990 in Serbien vorgenommenen Verfassungsänderungen, mit denen die Autonomierechte des Kosovo weitgehend aufgehoben wurden, erhielt die Provinz wieder den voll ausgeschriebenen Namen „Kosovo-Metohija“.
Geographie
Metochien oder Rrafsh-i-Dukagjin ist an der breitesten Stelle 23 km breit, etwa 60 km lang. Die durchschnittliche Meereshöhe beträgt 550 Meter. Der Hauptfluss ist der Weiße Drin, ein Nebenfluss des Schwarzen Drin. Eingekreist ist die Region vom Gebirge Mokra Gora im Norden, der Prokletije oder Bjeshkët e Nemuna im Westen, der Šar Planina im Süden und der Drenica im Osten, welches auch die ungefähre Grenze zum Kosovo bildet.
Städte
Quellen
- ↑ Wolfgang Petritsch, Karl Kaser u.a.: Kosovo/Kosova. Mythen, Daten, Fakten, Klagenfurt/Celovec 1999, ISBN 3851-2930-45, S. 87
- ↑ Peter Kukulj, Das Fürstenthum Serbien und Türkisch-Serbien, Eine militärisch-geographische Skizze, Wien 1871, Major im k. k. Generalstabe
- ↑ Jens Reuter, Die Albaner in Jugoslawien, München 1982, ISBN 3486-5128-11, S. 43
- ↑ Petritsch, Kaser 1999, S. 134
- ↑ Jens Reuter, Konrad Clewing, Der Kosovo-Konflikt, Klagenfurt/Celovec 2000, ISBN 3851-2932-90, S. 148
- ↑ Miloš Nikolić, The Tragedy of Yugoslavia, Baden-Baden 2002, ISBN 3879-0775-93, S. 22
- ↑ zitiert bei Petritsch, Kaser 1999, S. 164 f
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