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Memel (Fluss)
Aus Kefk.
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| Daten | ||
| Lage: | In Weißrussland, Litauen und Russland (Oblast Kaliningrad) | |
| Länge: | 937 km | |
| Quelle: | Weißrussland | |
| Mündung: | Kurisches Haff | |
| Wichtige Nebenflüsse: | Berezina, Ščara, Merkys, Neris, Nevėžis, Dubysa, Jūra, Minija | |
| Bedeutendere Orte am Fluss: | Hrodna, Druskininkai, Alytus, Birštonas, Kaunas, Jurbarkas, Sowjetsk | |
| Befahrbarkeit | von Kaunas bis Nida verkehrt(e) ein Tragflächenboot | |
Die Memel (litauisch Nemunas anhören ?/i, weißrussisch Нёман, Njoman, russisch Неман Neman, poln. Niemen; auch Njemen genannt) ist ein 937 km langer Strom, der von Weißrussland über Litauen in das kurische Haff und die Ostsee fließt. Der Unterlauf mit dem Russ-Strom (nördlicher Zweig im Memel-Delta) bildet dabei die Grenze zur russischen Oblast Kaliningrad.
Der deutschsprachige Name Memel bezeichnet hauptsächlich den durch Ostpreußen fließenden Abschnitt des Flusses, von Schmalleningken im Osten bis zur Mündung. Der weitere obere Lauf wurde (vor 1945) oft auch (der) Njemen genannt.
Das zum Deutschen Reich gehörende Memelland, nördlich der Memel bis zur Stadt Memel, wurde 1920 von Deutschland abgetrennt und 1923 von Litauen besetzt.
Der Fluss war bereits in antiker Zeit Teil des Handelswegs Bernsteinstraße von der Ostsee zum Mittelmeer.
Inhaltsverzeichnis |
Verlauf
Die Memel entspringt in Weißrussland auf dem Weißrussischen Höhenrücken etwas südwestlich von Minsk.
Von dort fließt sie anfangs in westlicher Richtung nach Hrodna. Danach wendet sich ihr Wasser hauptsächlich in nordwestlicher Richtung nach Litauen, worin sie den Baltischen Landrücken durchbricht und durch Kaunas fließt. Vor dieser Stadt ist sie durch ein Wasserkraftwerk im Kaunasser Meer aufgestaut. Die Altstadt von Kaunas ist am Zusammenfluss mit dem größten Nebenfluss Neris gelegen. Später bildet die Memel westlich und östlich von Sowjetsk (Tilsit) den Grenzfluss zwischen Litauen und dem Kaliningrader Gebiet, dem russischen Teil des ehemaligen Nord-Ostpreußens.
Schließlich bildet die Memel ein Mündungsdelta. Mit ihren beiden Hauptmündungsarmen Matrosowka (deutsch Gilge, litauisch Gilgė oder Gilija) und Rusnė (deutsch Ruß mündet sie in das zur Ostsee gehörige Kurische Haff, wobei sich die Rusnė weiter aufteilt in den nördlichen Atmata und Skirvytė nebst weiteren kleineren Mündungsarmen. Auf einer Insel im Delta liegt der Ort Rusnė). An der Mündung der Atmata, auf dem Ventės Ragas liegt Litauens bedeutendste Vogelwarte.
Über den Polesski Kanal (deutsch Großer Friedrichsgraben) besteht Verbindung zum Fluss Pregel, der weiter südlich fließt.
Wichtige Städte
An der Memel befinden sich unter anderen diese Städte:
An der Mündung des Kurisches Haff, durch das die Memel letztendlich in die Ostsee fließt, liegt außerdem die Stadt Klaipėda.
Deutschlandlied
Die Memel wird in der ersten Strophe des Deutschlandliedes als eine Grenze Deutschlands erwähnt:
Der Textdichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben hat im Jahre 1841 das Gebiet, das durch darin lebende deutschsprechende Bevölkerung für ihn und viele andere Deutschland bedeutete, durch die Angabe von Gewässern näherungsweise geographisch umrissen. Im Osten gehörte Ostpreußen auch dazu, dessen Nord- und Ost-Grenzen waren schon damals seit über 400 Jahren stabil (Vertrag von Melnosee, 1422). Hier bot sich als Merkmal die Memel an, wobei natürlich auch noch im Memelland nördlich davon deutsch gesprochen wurde. An eine klare Sprachgrenze dachte er dabei nicht, das Gebiet entlang des Flusses war damals litauisch-deutsches Mischgebiet, außerdem wurde das Konzept des Sprachnationalismus erst gegen Ende des 19. Jh. wirksam. Der Vertrag von Versailles machte auf Betreiben Frankreichs die Memel ab 1920 tatsächlich zu einer Grenze, was sich nach 1945 in der Grenze zwischen Litauen und der Kaliningrader Enklave widerspiegelte.
Eine weitere Erwähnung findet die Memel im Volkslied "Wilde Schwäne":
- "Es wuchsen einst fünf junge Mädchen, schlank und schön am Memelstrand".
Weblinks
- Vom Ufer der Memel Kolumne bei belarusnews.de
- [1] Fluss Memel (rus)
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