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Mehlschwalbe

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Mehlschwalbe
Bild:Mehlschwalbe.jpg
Mehlschwalbe (Delichon urbica)
Systematik

Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Schwalben (Hirundinidae)
Gattung: Delichon
Art: Mehlschwalbe
Wissenschaftlicher Name
Delichon urbica
(Linnaeus, 1758)

Die Mehlschwalbe (Delichon urbica) ist eine Vogelart aus der Familie der Schwalben (Hirundinidae).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Mehlschwalbe ist ein Vogel von knapp 13 cm Länge mit einem Gewicht von 16 bis 25 g. Kopf, Rücken, Flügel und Schwanz sind blauschwarz. Unterseite und Bürzel kontrastieren dazu mehlweiß. Der Schwanz ist weniger stark gegabelt als derjenige der Rauchschwalbe, und ihr Körper ist ein wenig gedrungener. Die kurzen Beine und die Füße sind weiß befiedert. Der Ruf ist "tsrr" oder bei Alarm schrill "sier", der Gesang ist ein leises, schwatzendes Zwitschern oder Leiern, nicht so abwechslungsreich wie das der Rauchschwalbe.Diese Vögel sind in dem Jahre 1967 in Australien entdeckt worden.In den Nachrichten wird oft von ihnen berichtet,das sie eigentlich immer in einer Keil Form fliegen.

Ökologie

Ernährung

Die Nahrung besteht aus kleinen Fluginsekten, die in fliegender Jagd im offenen Gelände erbeutet werden. Dabei orientieren sich die Tiere an dem lokalen und wetterbedingten Beuteangebot. Wenn sie mit Rauchschwalben zusammen jagen, dann im Luftraum über ihnen.Sie fressen außerdem Blutegel und Kaulquappen.

Lebensraum

Die Art lebt in der besiedelten Kulturlandschaft, im offenen Gelände bis hinein in die Städte. Sie ist ein Brutvogel in ganz Europa bis hinauf zu einer Höhe von 2000 m. Außerdem gibt es Vorkommen in Asien bis Nordwestsibirien, in Japan und in Nordwestafrika. In diesen Gebieten bleiben die Zugvögel von April bis September. Die europäischen Mehlschwalben überwintern in Afrika südlich der Sahara bis zur Kapprovinz.

Brutbiologie

Ihr Nest bauen die Vögel unter Dachtraufen, Dachrändern, Toreinfahrten, selten auch an Felsen, Betonbrücken oder Ähnlichem außerhalb menschlicher Siedlungen. Es besteht aus Lehmklümpchen, die mit Speichel zusammengekittet werden, innen gepolstert mit Halmen und Federn und anderem, das eine geschlossene, halbkugelige Form mit oberem Einflugloch hat. Dieser Bau wird auch gerne von anderen Vogelarten als Nistplatz genutzt, z. B. vom Haussperling. Es werden bis zu zweimal jährlich drei bis fünf reinweiße Eier gelegt, die beide Eltern 12 bis 15 Tage ausbrüten. Danach füttern sie die Nestlinge noch 25 bis 26 Tage.

Schutzbedürftigkeit/Schutzmaßnahmen

Seit 2004 steht die Mehlschwalbe in der Bundesrepublik Deutschland auf der Vorwarnliste für bedrohte Vogelarten. Negativ auf den Bestand wirken sich vor allem die Veränderungen im Siedlungsbereich aus: An modernen glatten Fassaden bleiben die Nester nicht mehr haften, oft werden sie bei Renovierungsarbeiten achtlos oder aus Ordnungssinn mutwillig zerstört. Auf versiegelten Flächen finden die Mehlschwalben kein Baumaterial für ihre Nester mehr.

Als Gebäudebrüter fallen Mehlschwalben – ebenso wie Rauchschwalben, Mauersegler ([1], [2]) und Haussperlinge – in die Kategorie der besonders schützenswerten Arten, deren Nester nach gesetzlicher Regelung nicht zerstört werden dürfen. Dieser Schutzstatus, der außerdem für Fledermäuse gilt, trägt den geschilderten Gefährdungsursachen Rechnung. Allerdings lassen sich relativ leicht Abhilfen für Tier und Mensch schaffen: Beispielsweise verhindert ein waagrechtes Brett, mindestens 100 Zentimeter unter dem Nest angebracht, dass der Kot der Jungvögel auf die Fassade fällt. Geringer darf der Brett-Abstand zum Nest aber nicht sein, da sonst der Vogel beim Anflug von unten seinen eigenen Schwung nicht ausnutzten kann und dann das Nest aufgibt. Leider wird diese Tatsache in den wenigsten Fällen bedacht! Dem Mangel an Nistmaterial kann der vogelfreundliche Hausbesitzer durch das Ausbringen von im Handel erhältlichen Kunstnestern vorbeugen (Fa. Schwegler) oder durch das Anlegen einer kleinen Lehmpfütze, die mit Teichfolie abgedichtet wird.

Da Mehlschwalben gegenüber Störungen in der Nähe ihrer Nester relativ (!) unempfindlich sind, lässt sich auch bei einem Sanierungsvorhaben leicht Rücksicht auf die Bedürfnisse der Vögel nehmen, indem man die Dacharbeiten an der von den Schwalben benutzten Seite außerhalb der Brutzeit (Anfang Mai bis Mitte September) zu legen versucht. Es genügt, wenn bís zur Ankunft der Vögel die oberste Gerüstlage entfernt wird und der Anflug zu ihren Nestern wieder frei ist.

Sonstiges

Die Mehlschwalbe war Vogel des Jahres 1974. Sie wird laut Berichten auch wieder Vogel des Jahres 2008 sein...dies ist jedoch noch nicht sicher.

Literatur

  • Heinz Menzel, Die Mehlschwalbe. Delichon urbica, 1984 (Die neue Brehm-Bücherei, Band 548)

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Mehlschwalbe (Delichon urbica) – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
Wikipedia
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