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Meditationes de prima philosophia

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Die Meditationes de prima philosophia, in qua Dei existentia et animae immortalitas demonstratur (lat. „Meditationen über die Erste Philosophie, in der die Existenz Gottes und die Unsterblichkeit der Seele bewiesen werden“) sind ein epochales Werk des französischen Philosophen René Descartes (1596-1650) über Metaphysik und Erkenntnistheorie aus dem Jahre 1641. Im Jahre 1647 wurden die zunächst lateinisch gedruckten Meditationen unter dem Titel Méditations sur la philosophie première, dans laquelle sont démontrées l'existence de Dieu et l'immortalité de l'âme ins Französische übersetzt, unter dem Titel Meditationen über die Grundlagen der Philosophie erschien es 1904 in deutscher Übersetzung.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Die Meditationes de prima philosophia bestehen aus sechs Einzelmeditationen.

Erste Meditation

In der ersten Meditation wendet Descartes den methodischen Zweifel an. Er setzt dabei nicht bei einzelnen Erkenntnissen, sondern bei den Prinzipien von Erkenntnis selbst an, auf die er bis dahin alles gestützt hat, was er für wahr hielt. Zunächst klammert er alle Erkenntnisse, die ihm die Sinne vermitteln aus. Dann klammert er auch Erkenntnisse, die Arithmetik, Geometrie und vergleichbare Wissenschaften, die von allgemeinen Dingen handeln und für die es bedeutungslos ist, ob diese Dinge wirklich existieren, vermitteln aus, da ein betrügender Gott ihn täuschen könnte.

Zweite Meditation

In der zweiten Meditation nennt Descartes einen Punkt, der von dem, was er in der ersten Meditation methodisch angezweifelt hat, verschieden ist und keinen Anlass zu Zweifeln bietet, da selbst ein möglicher betrügender Gott, ihn in diesem Punkt nicht täuschen kann.

„Zweifellos bin also auch Ich, wenn er mich täuscht; mag er mich nun täuschen, soviel er kann, so wird er doch nie bewirken können, daß ich nicht sei, solange ich denke, ich sei etwas. Nachdem ich so alles genug und übergenug erwogen habe, muß ich schließlich festhalten, daß der Satz ‚Ich bin, Ich existiere‘, sooft ich ihn ausspreche oder im Geiste auffasse, notwendig wahr sei.“ (II,3).

Im zweifelnden Denken erfährt Descartes sich selbst als existierend. Damit hat Descartes einen Fixpunkt gefunden, von dem er ausgehen kann.

Dritte Meditation

Die Leitfrage der dritten Meditation lautet nun, wie sich darauf sichere Erkenntnis aufbauen lässt. Dazu muss Descartes zunächst die Existenz des betrügenden Gottes, den er in der ersten Meditation eingeführt hat, ausschließen. Dazu erbringt Descartes einen Gottesbeweis, in dem er von der Idee Gottes, die er in sich trägt, auf dessen wirkliche Existenz schließt. Da die Idee eines unendlichen, unabhängigen, allweisen und allmächtigen Wesens nicht von einem Menschen als unvollkommenem Wesen selbst hervorgebracht worden sein kann, folgert Descartes, dass Gott notwendig existiert. Durch diesen Gottesbeweis schließt Descartes die Existenz eines betrügenden Gottes aus. Gott kann ihn unmöglich täuschen, da Täuschung in den Bereich des Unvollkommenen gehört und damit der Idee Gottes als vollkommenem Wesen widersprechen würde.

Vierte Meditation

In der vierten Meditation erläutert Descartes, warum sich Menschen trotz der erwiesenen Nichtexistenz eines betrügenden Gottes in Arithmetik, Geometrie und vergleichbare Wissenschaften irren können. Gott hat den Menschen keine Irrtumsfähigkeit verliehen. Wenn sich Menschen in diesen Wissenschaften irren, liegt das daran, dass ihre Fähigkeit, das Wahre zu beurteilen, endlich ist und sie ein vorschnelles Urteil ablegen.

Fünfte Meditation

In der fünften und sechsten Meditation muss Descartes nun noch Zweifel an der sinnlichen Wahrnehmung ausräumen, wozu mehr nötig ist, als nur auf ein mögliches vorschnelles Urteil zu verweisen. In der fünften Meditation beweist Descartes erneut die Existenz Gottes, indem er von dessen Definition als vollkommenem Wesen auf dessen Existenz schließt.

Sechste Meditation

In der sechsten Meditation führt Descartes aus, dass Sinnesempfindungen immer an ein denkendes und empfindendes Ich gebunden sind. Gott, dessen Existenz er in der fünften Meditation bewiesen hat, pflanzt den Menschen die Vorstellung ein, Sinnesempfindungen rührten vom Körper her. Da es mit Gottes Wesen unvereinbar ist, dass er den Menschen täuscht, müssen körperliche Dinge wahrhaft existieren.

Aus seinen Ausführungen schließt Descartes, dass alles das wahr ist, was klar und deutlich erkannt werden kann, sodass er eine sichere Basis für philosophische Erkenntnis gefunden hat.


Siehe auch


Weblinks

Wikipedia
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