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Media-Saturn-Holding

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Media-Saturn-Holding GmbH
Unternehmensform GmbH
Gründung 1979
Unternehmenssitz Ingolstadt, Bayern, Deutschland
Unternehmensleitung Leopold Stiefel (Geschäftsführer & Vorsitzender)
Mitarbeiter 37.320 Vollzeit-Äquivalente (2005)[1]
Umsatz 13,3 Mrd. EUR (2005)
Branche Elektronikeinzelhandel
Webadresse

Die Media-Saturn-Holding GmbH (MSH) fasst die zuvor eigenständigen Elektrohandelsketten Media Markt und Saturn (früher Saturn-Hansa) zusammen. Das Unternehmen gehört zur Metro-Gruppe. Die Hauptverwaltung liegt in Ingolstadt.

Eigene Unternehmen Media Markt oder Saturn gibt es entgegen einer weit verbreiteten Annahme nicht mehr, lediglich die beiden Marken existieren unabhängig fort. Die Arbeitsteilung der Marken ist so, dass Saturn-Geschäfte häufig in der Innenstadt platziert werden, während Media-Märkte eher in außen liegenden Einkaufszentren eingerichtet werden.

Die gesellschaftsrechtliche Struktur des Media-Saturn-Konzerns ist dezentral angelegt. Die einzelnen Märkte sind keine rechtlich unselbstständigen, unmittelbar weisungsgebundenen Filialen, sondern rechtlich unabhängige Unternehmen, deren Kapitalmehrheiten im direkten Besitz der Media-Saturn-Holding sind. Die örtlichen Geschäftsführer sind in der Regel mit Kapitalminderheiten von 10 Prozent am Unternehmen beteiligt. Sie können in Grenzen über Warensortiment, Preise und Werbung mitentscheiden.

Die bekannten Werbekampagnen der Marken Media Markt und Saturn werden gemeinsam von der konzerneigenen Agentur redblue in München konzipiert. Der Name bezieht sich auf die Hausfarben der beiden Marken.


Inhaltsverzeichnis

Unternehmensgeschichte

1988 beteiligte sich die Kaufhof Warenhaus AG mit einer Mehrheit von 54 Prozent an der Holding der 1979 gegründeten Media Märkte. Media Markt übernahm 1990 die konkurrierende Handelskette Saturn, an der Kaufhof bereits beteiligt war. Seit der Verschmelzung zur Media-Saturn-Holding GmbH werden Media Markt und Saturn als eigenständige Marken in einem zentral gesteuerten Konzern geführt.

Die Kaufhof AG wurde sechs Jahre später von der Metro AG übernommen. Am 14. März 1996 wurde die Bildung der Metro Group als Verschmelzung der Metro Cash & Carry mit der Kaufhof Holding AG, der Deutschen SB-Kauf AG und der Asko Deutsche Kaufhaus AG (an denen eine Metro-Beteiligungsgesellschaft zuvor jeweils Anteile gehalten hatte) bekanntgegeben.

Marke Media Markt

Jahr Umsatz in Deutschland
1998 2,7 Mrd. €
1999 3,0 Mrd. €
2000 3,9 Mrd. €
2001 3,9 Mrd. €
2002 4,2 Mrd. €
2003 4,3 Mrd. €
2004 4,8 Mrd. €
2005 4,8 Mrd. €
Media-Markt-Logo
Media-Markt-Logo
Bild:Media Markt Weiterstadt.JPG
MediaMarkt in Weiterstadt

Media Markt wurde 1979 von den vier Unternehmern Leopold Stiefel, Walter Gunz, Erich Kellerhals und Helga Kellerhals in München gegründet. Ihre Idee war die Einrichtung eines großflächigen Elektromarktes als Gegenstück zu Elektroeinzelhändlern und dem Versandhandel. Am 29. November 1979 wurde der erste Markt im Euro-Industriepark in München eröffnet. Bis 1985 entstanden 9 weitere Märkte nahe München.

1989, nach der Beteiligung der Kaufhof AG, begann die Expansion ins benachbarte Ausland nach Frankreich, Österreich und in die Schweiz. Heute gibt es über 420 Media Märkte in dreizehn europäischen Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz, Ungarn, Polen, Spanien, Portugal, Niederlande, Belgien, Italien, Frankreich (Hypermédia) Griechenland und Schweden), davon 215 in Deutschland (Stand: 06/2006). Seit 2006 ist die Marke auch in Russland aktiv.

Media Märkte haben ein Sortiment von durchschnittlich 45.000 Artikeln, unter anderem aus den Bereichen Telekommunikation, Computer, Foto, HiFi und Elektrogeräte.

Bekannt geworden ist die Marke vor allem durch den jahrelang mit großem Werbeaufwand verbreiteten Slogan "Ich bin doch nicht blöd!" (in anderen europäischen Ländern z.T. mit leichten Abwandlungen), der als Hauptmotto aber immer durch weitere Mottos wie "Saubillig und noch viel mehr" begleitet wird.

Marke Saturn

Bild:Saturn hbf.jpg
Saturn im Leipziger Hauptbahnhof
Bild:Saturn Logo Munich.jpg
Saturnlogo auf einem Laden in München
Bild:Hh-saturn.jpg
Saturn-Kaufhaus in der Hamburger Mönckebergstraße

Der erste Saturn-Hansa-Markt wurde 1962 vom Ehepaar Waffenschmidt am Kölner Hansaring eröffnet. Auf 120m² wurden, vorwiegend an Diplomaten aus aller Welt, unterhaltungselektronische Artikel verkauft wurden. 1963 gründeten die beiden eine Fotogroßhandlung. Seit 1969 konnten auch Privatkunden bei Saturn einkaufen. 1971 eröffneten die Waffenschmidts das erste technische Kaufhaus in Köln mit der größten Schallplattenschau der Welt. 1985 folgte eine Filiale in Frankfurt am Main unter Beteiligung der Kaufhof-Gruppe. Die Saturn-Kaufhof-Gruppe wurde 1990 durch die Holding des Media Marktes erworben, beide gingen in der Media-Saturn-Holding GmbH auf. Die Saturn-Märkte wurden wie Media Märkte dezentralisiert.

Üblicherweise beträgt die Fläche eines Marktes zwischen 2.500 m² und 10.000 m². Eine Ausnahme (und gleichzeitig der größte zusammenhängende Elektronikfachmarkt Europas) findet sich mit 18.000 m² in Hamburg. Dessen Entstehung hängt mit der Fusion der Marken Horten und Kaufhof Mitte der 1990er Jahre zusammen: In Hamburg hätten damit zwei Kaufhof-Warenhäuser direkt nebeneinander gestanden. Da Saturn ebenso wie Kaufhof dem Metro-Konzern angehört, besetzte man das Geschäft in sehr guter Lage in der Mönckebergstraße direkt am Hauptbahnhof mit dem Elektromarkt aus eigenem Haus.

Europaweit gibt es 161 Saturn-Märkte, davon 116 in Deutschland, 11 Märkte in Österreich, 2 Märkte in Spanien, 3 in Polen, 23 in Frankreich (Planète Saturn), 5 in Italien und 2 in Ungarn (Stand 06/2006). Im Jahre 2003 lag der Umsatz der Saturn-Märkte bei 1,9 Mrd. Euro.

Die Saturn-Märkte werben mit dem Werbespruch Geiz ist geil und lösten damit eine deutschlandweite Debatte über Konsumverhalten und die Situation der deutschen Wirtschaft aus. Der Slogan ging schnell in den allgemeinen Sprachgebrauch über und wurde zum Synonym für die deutsche Wirtschaftskrise. Entwickelt wurde der Slogan von Constantin Kaloff von der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt.

Kritik

Irreführende Werbemethoden

Saturn und Media Markt stehen in der Kritik, da sie z. T. verbotene Werbeaktionen durchgeführt haben. So ist in einer Werbeaktion versprochen worden, Artikel ohne Mehrwertsteuer zu verkaufen. Stattdessen sind Artikel vorher teurer gemacht worden, um de facto den Normalpreis zu erzielen. Eine Filiale in Mannheim wurde daraufhin durch einen Kunden angezeigt und das Gericht gab ihm Recht: "Das Oberlandesgericht bestätigte mit seinem am Donnerstag veröffentlichten Urteil eine Entscheidung des Landgerichts Mannheim. Es sei irreführend, mit der Herabsetzung eines Preises zu werben, wenn dieser zuvor nicht verlangt worden sei."[2]

Wie auch bei anderen Handelskonzernen mit aggressiven Werbestrategien wird bei der Media-Saturn-Holding die Irreführung der Kunden durch Lockvogelangebote kritisiert. Artikel werden zu extrem günstigen Preisen großflächig beworben, sind aber nach kürzester Zeit ausverkauft, obwohl das geltende Recht dies verbietet - nach der Rechtsprechung zum Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) müssen beworbene Sonderangebote mindestens zwei Tage erhältlich sein. Verbraucherschützer kritisieren, dass dies bei Media Markt und Saturn häufig nicht gewährleistet sei. Der Konzern bestreitet dies und spricht von vereinzelten Ausnahmen trotz großer Vorräte. Der konkrete Nachweis solcher Fälle ist generell schwierig, da Verbraucherschützer keinen Zugriff auf die Lieferdaten des Unternehmens haben und diese selbst die tatsächlichen Zahlen geheim halten.[3]

Ebenfalls von Verbraucherschützern und Medien kritisch betrachtet wird die Tatsache, dass die unter Slogans wie "Wer hat die besten Preise? Wir!" beworbenen Angebote häufig gar nicht günstiger sind als die der Wettbewerber, weder im Vergleich zu Internet-Versandhändlern noch zu anderen Ladengeschäften.[4] So ergaben etwa Stichproben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Raum München, dass Media- oder Saturn-Märkte in 15 von 21 Fällen teurer waren als örtliche Konkurrenten. In Berlin war dies in mehr als der Hälfte der Fälle so.[5] Die Media-Saturn-Holding begegnete den Vorwürfen mit einer "Preisgarantie", die Käufern eine Rückerstattung der Preisdifferenz verspricht, wenn sie in einem anderen Geschäft das Produkt zu einem günstigeren Preis finden. Darüber, ob und wie oft Kunden im unübersichtlichen Markt für Elektro- und Elektronikgeräte nach dem Kauf noch Preise recherchieren und diese Garantie tatsächlich in Anspruch nehmen, wurden bislang keine Zahlen veröffentlicht.[6]

Systematische Abmahnungen gegen Konkurrenten

In die Kritik geriet Media Markt 2006 ebenfalls durch sein offensives wettbewerbsrechtliches Vorgehen gegen Konkurrenz-Unternehmen. Betroffen sind vor allem Online-Händler, deren Produktbeschreibungen oder Allgemeine Geschäftsbedingungen nicht den rechtlichen Vorgaben entsprechen.[7] Kritiker sehen darin eine systematische Strategie des Unternehmens zur Verdrängung anderer Anbieter und zur Erhöhung des eigenen Marktanteils[8]. Auch in der ZDF-Sendung WISO vom 4. Dezember 2006 wurde der Vorwurf geäußert, dass Media Markt mittels Abmahnungen gezielt versuche, kleinere Mitbewerber vom Markt zu drängen. So seien angeblich Mitarbeiter des Konzerns beauftragt worden, sich besonders im Internet auf Webseiten der Konkurrenz umzusehen und dann Abmahnungen zu verschicken. Insgesamt sollen bereits etwa 1.000 Abmahnungen von Media Markt verschickt worden sein.

Abmahnung gegen Kritiker

Media Markt scheute Ende 2006 auch nicht davor zurück, einen Blogger abzumahnen und mit massiven Strafzahlungen zu bedrohen, der die aggressive Media-Markt-Werbung parodiert hatte. Media-Markt-Anwalt Joachim Steinhöfel setzte eine einstweilige Verfügung gegen den Internet-Publizisten durch, die ihn unter Androhung von 250.000 Euro Ordnungsgeld dazu zwang, die Werbeparodie aus dem Netz zu nehmen. Als Mittel zur Durchsetzung wählte der Konzern den juristischen Vorwurf der "Verunglimpfung" der "Unternehmenspersönlichkeit" Media Markt. Eine Entscheidung in der Sache selbst in einem Hauptsacheverfahren gibt es bislang nicht. Im Zuge der Recherchen fiel Spiegel Online auf, dass Anwalt Steinhöfel auf seiner Homepage Texte verschiedener Medien veröffentlicht, darunter auch aus dem Spiegel und von Spiegel Online, für deren Wiedergabe er keine Genehmigung hat.[9]

Quellen

  1. Geschäftsbericht 2005 der Metro Group
  2. Media-Markt mogelte bei Mehrwertsteuer, Financial Times Deutschland, 8. November 2006
  3. Warnung vor der "Schnäppchenlüge" ZDF Heute-Journal, 15. Januar 2006
  4. Aufgedeckt: Die Media-Markt-Lüge, PC-Welt, 14. Januar 2005
  5. Preisvergleiche im Dezember 2005, FAZ-NET, 9. Januar 2006
  6. Die Trickser vom Media-Markt, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 8. Januar 2006
  7. Die größte Sauerei des Jahres, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 5. November 2006
  8. Hass auf den Mann vom Media-Markt, Die Welt Online, 6. November 2006
  9. Media-Markt empört sich, Spiegel Online, 30. Januar 2007

Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Media-Saturn-Holding, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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