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Marshallinseln

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Aolepān Aorōkin Majeļ (marshall.)

Republic of the Marshall Islands (engl.)
Republik Marshallinseln

Bild:Flag of the Marshall Islands.svg

(Details) (Details)
Amtssprache Englisch, Marshallesisch
Hauptstadt Majuro
Staatsform Republik
Staatsoberhaupt und Regierungschef Präsident Kessai Note
Fläche 181 km²
Einwohnerzahl 60.422 (Stand Juli 2006)
Bevölkerungsdichte 334 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner 2.600 US-$ (2004)
Währung US-Dollar
Unabhängigkeit 21. Oktober 1986
Nationalhymne Forever Marshall Islands
Zeitzone UTC +12h
Kfz-Kennzeichen MH
Internet-TLD .mh
Telefonvorwahl + 692

Die Republik Marshallinseln ist ein Inselstaat im westlichen Pazifischen Ozean. Der Staat umfasst die gleichnamige Inselgruppe, die zu Mikronesien gehört.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Allgemein

Die Marshallinseln bestehen aus zwei fast parallel verlaufenden Insel- bzw. Atollketten: Die Ratak-Kette im Osten wie die Ralik-Kette im Westen bestehen jeweils aus zahlreichen Atollen und wenigen (isolierten) Inseln.

Zu den Inselketten gehören zusammen über 1.150 Inseln und Inselchen, welche sich über ein Gebiet von 1.900.000 km² im mittleren Pazifik erstrecken.

Das Klima ist feucht und heiß mit einer Regenzeit von Mai bis November. Die Inseln werden gelegentlich von Taifunen erfasst.

Zweidrittel der Bevölkerung leben auf Majuro (die zugleich die Hauptinsel ist) und Ebeye. Die anderen Inseln sind wegen fehlenden Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten nur dünn besiedelt oder unbewohnt. Hauptstadt ist Majuro auf dem gleichnamigen Atoll.

Inseln und Atolle

Bevölkerung

Amtssprachen sind Englisch und Marshallesisch.

90 % der Bevölkerung gehören der Unabhängigen Protestantischen Kirche der Marshallinseln an, 8,5 % sind römisch-katholisch.

Geschichte

Außer der Tatsache, dass sie im 2. Jahrtausend v. Chr. von Mikronesien aus besiedelt wurden, ist wenig bekannt über die Frühgeschichte der Inseln. Als erster Europäer fuhr der spanische Entdecker Alonso de Salazar 1526 die Inseln an. Die Spanier machten jedoch keine weitere Ansprüche auf die Insel geltend. Die Inseln blieben für weitere zwei Jahrhunderte von den Europäern unbeachtet, bis sie der englische Kapitän John Marshall 1788 besuchte. Nach ihm wurden die Inseln später benannt. Anfang des 19. Jahrhunderts kartographierte sie der deutschbaltische Entdecker Otto von Kotzebue als Offizier der russischen Marine erstmals.

Nachdem 1885 eine deutsche Handelsgesellschaft auf den Inseln sesshaft geworden war, wurden sie 1906 offiziell Teil der Kolonie Deutsch-Neuguinea. Japan eroberte sie 1914 während des Ersten Weltkrieges und errichtete auf ihr Militärbasen. Die Geschichte der Marshall-Inseln, beginnend mit der Deutschen Kolonie kann man auch auf den Briefmarken verfolgen. Zu diesem Postgebiet gehörten auch die Marken und Stempel von Nauru. Insbesondere die modernen Ausgaben des Inselstaates bilden Szenen aus der Geschichte ab. Mehr darüber steht auch in den philatelistischen Berichtsheften der "Gemeinschaft der Briefmarkenfreunde Neuguineas", die man über den Link erreicht: http://home.planet.nl/~schmi081

Am 31. Januar 1944 wurde das Kwajalein Atoll im Zweiten Weltkrieg wegen der strategisch guten Lage des Archipels von den USA eingenommen (Schlacht um die Marshall-Inseln). Innerhalb weniger Wochen fielen 30 weitere Inseln an die USA. Sie errichteten auf Majuro eine Militär-Basis von Luftwaffenträgern.

Nach dem Krieg gehörten die Inseln zum Schutzgebiet Pazifischer Inseln der USA im Auftrag der Vereinten Nationen. Die USA führten bis in die 1960er Jahre hindurch Atomtests auf den Atolls Bikini und Eniwetok durch. Nach der Rücksiedelung der ursprünglichen Einwohner wurde eine erhöhte Radioaktivität festgestellt, so dass die Einwohner erneut umgesiedelt wurden. Bis heute werden ihre Entschädigungsansprüche von den USA nicht anerkannt.

1979 wurden die Marshallinseln als Republik unabhängig und schlossen ein Assoziierungsabkommen mit den USA, das 1986 in Kraft trat. Vollständige formale Unabhängigkeit erreichten sie nach internationalem Recht 1990, nachdem der Schutzauftrag durch die UN an die USA offiziell endete (UN-Treuhandrat). Die Marshallinseln, Mikronesien und Palau gehören zu den wenigen Staaten, die in der UN-Generalversammlung konsequent auf Seiten der USA gegen Kuba und für Israel stimmen.[1]

Politik

Republik seit 1990. Verfassung von 1979, letzte Änderungen 1990. Parlament (Nitijela) mit 33, Rat der Stammesführer (Council of Iroij) mit 12 Mitgliedern. Staats- und Regierungschef: Kessai H. Note, seit 2000. Unabhängig seit 1990 (Treuhandschaft der USA von der UN aufgehoben). Seit 1983 besteht ein freier Assoziierungsvertrag mit den USA, die mit der Verteidigungspolitik betraut sind.

Siehe auch: Liste der Präsidenten der Marshallinseln

Wirtschaft

Die Air Marshall Islands ist die nationale Fluggesellschaft.

Umwelt

Die Marshallinseln wurden in den 50er-Jahren bekannt, als die USA Wasserstoffbombentests am Bikini-Atoll und auf Eniwetok durchführte. 1966 wurden zwar die Inseln von den Amerikanern wieder als bewohnbar freigegeben, die Bewohner wurden aber Mitte der 70er wieder evakuiert, da die Strahlenbelastung wieder zugenommen hat. Nach heutigen Erkenntnissen wird das Gebiet frühestens 2010 bis 2040 wieder bewohnbar sein. Einige Gebiete sind für 24.000 Jahre zum Sperrgebiet erklärt worden.

Siehe auch

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Marshallinseln – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
wikt:
Wiktionary
Wiktionary: Marshallinseln – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Wikimedia-Atlas: Marshallinseln – Geografische und historische Karten

Fußnoten

  1. Marshall Islands Role in 58th United Nations General Assembly (Yokwe Online, 22. September 2003); Stephen R. Shalom: The United States in the General Assembly (ZNet, 22. April 2003); Aluf Benn: Time for a civilian upgrade in relations (Ha'aretz, 22. April 2006)

Koordinaten: 7° 4' N; 171° 16' O (Flughafen Marshall Islands International Majuro)

Literatur

  • Ferdinand Karl, Hermann Mückler: Oasen der Südsee. Die größten "Kleinststaaten" der Welt. Ostmikronesien: Marshall-Inseln, Gilbert-Inseln, Nauru. Gnas 2002: Weishaupt Verlag. ISBN 3-7059-0121-4.
  • Ellen Boneparth, M. James Wilkinson: Terminating Trusteeship for the Federated States of Micronesia and the Republic of the Marshall Islands: Independence and Self-Sufficiency in the Post-Cold War Pacific, in: Pacific Studies 18.2 (1995) S. 61–78.
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