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Marcel Prawy

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Marcell Horace Frydman, Ritter von Prawy (* 29. Dezember 1911 in Wien; † 23. Februar 2003 ebenda) war ein österreichischer Dramaturg, Opernkenner und Opernkritiker.

Leben

Prawy stammt aus einer jüdischen Beamtenfamilie. Sein Vater Richard Friedmann / Frydmann war Ministerialrat am Verwaltungsgericht. Seine Mutter nahm sich nach dem Ersten Weltkrieg das Leben, nachdem Gerüchte nicht verstummten, dass Friedmann nicht sein Vater sei. In der Folge kam Prawy in die Tschechoslowakei zu seiner Tante, einer Baronesse. Als sein Vater wieder heiratete, kam er wieder nach Wien. Er studierte Jus, absovierte aber immer wieder musikwissenschaftliche Vorlesungen. So gehörte sein Leben der Oper. Als Sekretär des Tenors Jan Kiepura über Italien in die USA ausgewandert, konnte er der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime entkommen. Auch seinen Vater holte er in die Vereinigten Staaten nach, während seine Schwester Edith, die heute in Denver lebt, aus freien Stücken in Wien blieb, wo sie teilweise im Untergrund lebte. Im Exil änderte er seinen Namen von Frydmann auf Prawy.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam er 1946 als US-Soldat wieder nach Wien. So brachte Prawy das Musical (Kiss Me, Kate) nach Wien, was dort anfangs auf großen Widerstand stieß, da man mit der Einführung des US-amerikanischen Musicals das Ende der heimischen Operette befürchtete. Prawy hatte dennoch Erfolg und gilt deshalb als derjenige, der das Musical in deutscher Sprache hoffähig machte. In der Folge brachte er noch andere Übersetzungen von Leonard Bernstein an die Wiener Bühnen.

1950 quittierte er den Dienst bei den US-Streitkräften und wurde Plattenverleger und Veranstalter von Musikabenden im Kosmos-Kino.

Ab 1955 war Prawy Dramaturg an der Wiener Volksoper. Eigenen Aussagen nach sollte er Operndirektor werden, was er aber ablehnte.

1972 sollte er Operndirektor der Wiener Staatsoper werden, der damalige Minister Leopold Gratz zog aber Rudolf Gamsjäger vor. Er wurde "nur" Chefdramaturg des Opernhauses.

In den Jahren 1976 bis 1982 war Prawy Professor an der Wiener Musikhochschule und Lektor für Theaterwissenschaft an der Universität Wien, sowie Gastprofessor an zahlreichen amerikanischen und japanischen Universitäten. Er wurde durch großartige Fernseh- und Rundfunksendungen, in denen er mit unvergleichlicher Werkkenntnis und wunderbarem Humor seine Zuhörer und -seher in die Welt des Musiktheaters einführte, bekannt. Marcel Prawy war auch mit vielen prominenten Sängern und Musikern wie zum Beispiel Leonard Bernstein oder Robert Stolz befreundet. 1998 wurde ihm die Platin Romy für das Lebenswerk verliehen.

Die letzten zehn Lebensjahre verbrachte er in der Nähe der Staatsoper im Hotel Sacher. Begraben liegt Marcel Prawy am Wiener Zentralfriedhof in einem Ehrengrab der Stadt Wien. Seine umfangreiche Sammlung von Musikdokumenten, die sich unter anderem in legendär gewordenen Billa-Plastiksackerln befand, wurde der Stadt Wien vermacht.

Kaum jemandem gelang es, so eindrucksvoll die Oper zu schildern, wie ihm. So wurde Prawy als Opernführer der Nation zur Institution der Wiener Oper.

Literatur

  • Marcel Prawy: Marcel Prawy erzählt aus seinem Leben, Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 1966 – ISBN 3-21800-690-2
  • Otto Schwarz: Marcel Prawy - Ein großes Leben neu erzählt, Amalthea, Oktober 2006 – ISBN 3-85002-573-X

Weblinks

Wikipedia
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