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Malmedy
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Malmedy (deutsch veraltet: Malmünde) ist eine Stadt in Belgien in der Provinz Lüttich. Sie ist namensgebend für den Kanton Malmedy.
Malmedy hat 11.650 Einwohner (2005), eine Fläche von 100,62 km² und besteht aus den Ortsteilen Bellevaux-Ligneuville und Bévercé. Malmedy ist ebenfalls Sitz des Bezirkskommissariats.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichtliches
Allgemeines
Die Gründung der Stadt geht auf den Heiligen Remaclus zurück, der hier im Jahre 648 eine Abtei, das Kloster Malmedy gründete.
Malmedy gehörte von 1815 bis 1920 zu Preußen, kam dann 1920 zusammen mit Eupen und Sankt Vith zu Belgien. (siehe Ostbelgien).
Die Sprache der Bevölkerungsmehrheit war auch schon zu preußischer Zeit Französisch bzw. Wallonisch, ein französischer Dialekt, der sich aber mehr und mehr verliert. Malmedy war seit dem 18. Jhdt. ein Zentrum der Papier- und Lederindustrie.
Kriegsvorkommnisse 1944–1945
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt, trotz der Stationierung amerikanischer Soldaten, drei Mal durch alliierte Bomber angegriffen und größtenteils in Trümmer gelegt.
Im Vorort Baugnez wurden zu Beginn der Ardennen-Offensive 1944 mehr als 70 amerikanische Kriegsgefangene durch Angehörige der Waffen-SS getötet (Malmedy-Massaker). Wegen dieses und anderer Kriegsverbrechen in der Umgebung, kam es nach Kriegsende in Dachau zum Malmedy-Prozess. Dieser endete mit der Verurteilung aller Beschuldigten. Der Hauptbeschuldigte Jochen Peiper befand sich offenbar, wie erst später rekonstruiert wurde, zum Zeitpunkt des Geschehens im 5 km entfernten Ligneuville (Engelsdorf).
Sehenswürdigkeiten
- Kathedrale Saints-Pierre, Paul et Quirin: am Place du Châtelet, 1775-1784 als Abteikirche erbaut, Pfarrkirche seit 1819 und 1921 zur Kathedrale erhoben, schlichte Inneneinrichtung aus dem 18. Jahrhundert
- Die alte Innenstadt
- Das Kloster von 1708
- Die Auferstehungskapelle: am Place du Pont-Neuf, erbaut 1755-1757, Renaissance-Stil
- Die Kapuzinerkirche: südlich der Kathedrale in der Ruelle des Capucins, 1626 fertiggestellt und 1631 eingeweiht, Inneneinrichtung aus dem 17. Jahrhundert
- Die Krankenkapelle: eingeweiht 1188, 1544 wiedererrichtet und eingesegnet
- Das Villers oder Cavenshaus: 1714–1724 erbaut vom Aachener Baumeister Laurenz Mefferdatis
- Das Rathaus: liegt südlich unweit der Kathedrale und wurde 1900 von Jules Steinbach erbaut, 1904 gelangte es durch Schenkung in den Besitz der Stadt Malmedy
- Villa Lang: liegt gegenüber dem Rathaus und wurde 1901 erbaut, Jules Steinbach ließ sie für seine Tochter Juliette errichten, der Name geht auf den Ehemann Juliettes, den Lederfabrikanten Hubert Lang zurück
- Villa Steisel: befindet sich hinter der Villa Lang und wurde 1897 erbaut (ebenfalls von Jules Steinbach für seine Tochter Laure), Laure heiratete Louis Steisel, den Gründer der Papierfabrik, daher der Name der Villa, die auch Fliedervilla genannt wurde
- Der Sitz der Baltia-Regierung
- Der Naturpark Hohes Venn
- Der Obelisk auf dem Marktplatz: vom Fürstabt von Stavelot-Malmedy, Jacques de Hubin, 1781 errichtet
- Die benachbarte Formel-1-Rennstrecke Spa - Francorchamps.
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Innenaufnahme der Kathedrale |
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Buntglasfenster in der Kathedrale |
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Auferstehungskapelle |
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Rathaus |
Malmedy-Villa-Lang-20060903.JPG
Villa Lang |
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Villa Steisel |
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Obelisk auf dem Marktplatz |
Ehrenbürger
Raymond Micha war Ehrenbürger von Malmedy und Stavelot.
Literatur
- Martin Thomas, Michael Neumann-Adrian: Belgien - Luxemburg, Verlag C. J. Bucher GmbH, München 1996, ISBN 3-7658-1097-5
- Reinhard Tiburzy: Belgien - Brüssel, Flandern und die Wallonie, Verlag DuMont, Köln 2004, ISBN 3-7701-6097-5
- Autorenteam: Belgien, Verlag Karl Baedeker GmbH, Ostfildern 2004, ISBN 3-87504-417-7 (S. 303-304)
Weblinks
Koordinaten: 50° 25’ N, 06° 01’ O
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