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Makroökonomie

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Die Makroökonomie (auch Makroökonomik bzw. Makrotheorie) ist ein Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre. Im Gegensatz zur Mikroökonomie arbeitet sie mit aggregierten Größen, d. h. sie untersucht Fragen nach dem Verhalten der Wirtschaft insgesamt, so z. B. Änderungen des Gesamteinkommens oder des Beschäftigungsgrades, der Inflationsrate oder Konjunkturschwankungen. Sie versucht Erklärungen für diese Schwankungen zu finden und die relevanten Steuergrößen und ihre Abhängigkeiten zu ermitteln.

Mittelpunkt makroökonomischer Theorien ist schließlich die Frage nach der Rolle des Staates im gesamtwirtschaftlichen Kontext; aus den Theorien werden Forderungen an die Wirtschaftspolitik abgeleitet. Regierungen versuchen, die Größen, die aufgrund der ex-post-Betrachtung als maßgeblich erscheinen, zu ändern. So werden durch Änderungen bei Steuern, Zinsen oder Staatsausgaben politisch definierte Ziele wie Preisniveaustabilität, Vollbeschäftigung, außenwirtschaftliches Gleichgewicht und/oder Wirtschaftswachstum angestrebt. Makroökonomische Kenngrößen spielen daher im politischen Legitimationsprozess eine wichtige Rolle, da sie von den Wählern als Hinweis auf die Qualität der Arbeit einer Regierung gedeutet werden.

Inhaltsverzeichnis

Inhalte der Makroökonomie

Kurzfristige Betrachtung

In der kurzfristigen Sicht ergibt sich in den Modellen der Gleichgewichtsökonomie ein Marktgleichgewicht durch die Übereinstimmung von Angebot und Nachfrage nach einem Gut. Über den Weg zum Gleichgewicht gibt es unterschiedliche Auffassungen: Laut Keynesianismus führt die Nachfrage zu einem Angebot. Gemäß dem Sayschen Theorem wiederum schafft jedes Angebot sich seine Nachfrage.

Bild:Einfacher Wirtschaftskreislauf.png
Der einfache Wirtschaftskreislauf zwischen Haushalten und Unternehmen

Eine Volkswirtschaft kann mit Hilfe eines Wirtschaftskreislaufes beschrieben werden. In seiner einfachsten Form unterscheidet das Modell zwei Akteure: private Haushalte und Unternehmen. Die Haushalte konsumieren die produzierten Güter und bieten den Unternehmen ihre Arbeitskraft an. Dem steht der Geldkreislauf gegenüber: Die Haushalte erzielen ein Einkommen aufgrund geleisteter Arbeit und die Unternehmen erzielen durch die Verkäufe ihrer Produkte Einnahmen.

Das Modell lässt sich mit drei Bereichen erweitern: Staat, Vermögensbildung und Ausland.

Das von den Haushalten erzielte Einkommen fließt nicht vollständig als Konsumausgaben zurück an die Unternehmen. Ein Teil geht an die genannten drei Bereiche in Form von Steuern (Staat), Ersparnissen (Vermögensbildung) und Käufen von Importprodukten (Ausland). Neben den Einnahmen aus Produktverkäufen fließen aus diesen drei Bereichen zusätzliche Gelder an die Unternehmen in Form von Subventionen / Staatsausgaben (Staat), kreditfinanzierten Investitionen (Vermögensbildung) und Exporten (Ausland).

Die so dem Kreislauf entzogenen und hinzugefügten Summen müssen insgesamt gleich groß sein:

S + T + IM = I + G + EX oder (SI) + (TG) + (IMEX) = 0

Die enthaltenen Variablen stehen dabei für folgende Größen:

  • S: Ersparnisse (englisch: Savings)
  • I: Investitionen
  • T: Steuern (Taxes)
  • G: Staatsausgaben (Government)
  • IM: Importe
  • EX: Exporte

Auskunft über den realen Umfang dieser Größen geben die Konten der nationalen Buchhaltung bzw. die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR). Sie erfasst systematisch alle wirtschaftlichen Transaktionen in einer Volkswirtschaft in einer abgelaufenen Periode (Binnenwirtschaftrechnung) oder mit dem Ausland (Außenwirtschaftsrechnung). Diese ex post-Daten bilden die Grundlagen für Prognosen und Analysen.

Durch die Endogenisierung der Investitionsnachfrage und die Einbeziehung des Geldmarktes entsteht das IS-LM-Modell von John Hicks. Verbindende Variable ist der Zinssatz. Es ist eins der zentralen Modelle in der Makroökonomie und beschreibt sehr gut das Verhalten einer Volkswirtschaft bei kurzfristiger Betrachtung.

Mittelfristige Betrachtung

In der mittelfristigen Betrachtung verändern sich Preise und Arbeitsentgelte. Auch der Arbeitsmarkt ist durch Angebot und Nachfrage gekennzeichnet. Dennoch besteht ein Unterschied gegenüber den anderen Märkten, da die Arbeitkräftenachfrage sich aus der Höhe des Angebotes von Gütern ableitet. Das Gleichgewicht zwischen Arbeitsangebot und -nachfrage stellt sich über den Lohnsatz ein. Die Höhe der Löhne hängt dabei auch von der Arbeitsmarktlage ab, eine hohe Arbeitslosenquote führt eher zu einem niedrigen Lohnniveau, eine niedrige Quote lässt die Löhne steigen.

Bild:Traditionelle Phillipskurve.PNG
traditionelle Phillips-Kurve
Ein Modell zur Erklärung des Zusammenhangs zwischen Preisen bzw. Löhnen und der Arbeitslosigkeit ist die Phillips-Kurve. 1958 beobachtete der Statistiker und Ökonom Alban W. Phillips einen negativen Zusammenhang zwischen den Größen in Großbritannien. Das Modell wurde seitdem mehrfach modifiziert und erweitert.

Langfristige Betrachtung

Langfristig untersucht die Makroökonomie die Konjunktur (=Gesamtsituation) von Volkswirtschaften im Zeitverlauf. Die Konjunktur ist durch Schwankungen gekennzeichnet und durchläuft dabei meist folgende Phasen: Aufschwung, Boom, Rezession und Depression. Diese Schwankungen werden durch Multiplikator- und Akzeleratoreffekte hervorgerufen und verstärkt.

Krisen

Wirtschaftspolitik

Wichtige Begriffe der Makroökonomie

Staatsverschuldung -- Automatischer Stabilisator -- Ginikoeffizient -- Sparen -- Okunsches Gesetz -- Sparquote -- Wirtschaftssystem -- Wirtschaftskreislauf -- Einkommen -- Beschäftigung -- Lohnquote -- Preisniveau -- Geld -- Zins -- Währung -- Inflation -- Deflation -- Konjunktur -- Wachstum -- Verteilung -- Außenwirtschaft -- Öffentliche Finanzen -- Nationaleinkommen -- Nationalprodukt -- Volkseinkommen -- Staatsquote -- Steuerquote -- Magisches Dreieck -- Magisches Viereck

Literatur

  • Olivier Blanchard/Gerhard Illing: Makroökonomie, 4. Aufl., Pearson Studium, München 2006.
  • Burda/Wyplosz: Makroökonomie: Eine europäische Perspektive (2. Auflage). München Vahlen Verlag 2003 (aus dem engl.: Macroeconomics: A European Text)
  • Bernhard Felderer/Stefan Homburg: Makroökonomik und neue Makroökonomik (9. Auflage). Springer, Berlin 2005, ISBN 3-540-25020-4
  • Nicholas Gregory Mankiw: Makroökonomik (3. Auflage). Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-7910-2163-X (aus dem engl.: Macroeconomics)
  • Nicholas Gregory Mankiw: The Macroeconomist as Scientist and Engineer (Der Makroökonom als Wissenschaftler und Praktiker). Harvard University. May 2006. (Mankiw behandelt Geschichte und Zusammenhänge zwischen Theorie und Praxis der Makroökonomie. Kurze Zusammenfassung von Thomas Fricke als "Aufschwung aus dem Archiv". FTD Freitag, den 26.05.2006 - Seite 30 [1] - )
Wikipedia
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