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Main-Weser-Bahn

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Main-Weser-Bahn
Bild:BSicon KBFa.svg 0,0 Kassel Hauptbahnhof
Bild:BSicon ABZrf.svg nach Hannoversch Münden
Bild:BSicon ABZlf.svg nach Warburg
Bild:BSicon BHF.svg 2,7 Kassel-Wilhelmshöhe
Bild:BSicon ABZrf.svg Kassel-Naumburger Eisenbahn
Bild:BSicon eKRZu.svg Herkulesbahn 1000 mm-Schmalspur


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Bild:BSicon ABZrf.svg Abzw. Oberzwehren NBS nach Fulda
Bild:BSicon ABZlf.svg Abzw. Oberzwehren NBS von Fulda
Bild:BSicon HST.svg 7,9 Kassel-Oberzwehren
Bild:BSicon SBRÜCKE.svg A 49
Bild:BSicon SBRÜCKE.svg A 44
Bild:BSicon BHF.svg 10,7 Baunatal-Rengershausen
Bild:BSicon WBRÜCKE.svg 13,5 Querung der Bauna
Bild:BSicon BHF.svg 13,7 Baunatal-Guntershausen
Bild:BSicon ABZlf.svg Friedrich-Wilhelms-Nordbahn (nach Fulda)
Bild:BSicon BHF.svg 16,6 Grifte
Bild:BSicon WBRÜCKE.svg Querung der Eder
Bild:BSicon eABZlf.svg nach Gudensberg


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Bild:BSicon HST.svg 20,0 Wolfershausen
Bild:BSicon HST.svg 23,5 Altenbrunslar
Bild:BSicon BHF.svg 27,4 Gensungen-Felsberg
Bild:BSicon BRÜCKE.svg 30,3 Querung der Schwalm
Bild:BSicon BHF.svg 33,9 Wabern
Bild:BSicon ABZrf.svg Untere Edertalbahn nach Bad Wildungen
Bild:BSicon ABZrf.svg 37,4 Abzw. Uttershausen nach Wabern Kimm
Bild:BSicon WBRÜCKE.svg 37,8 Querung der Schwalm
Bild:BSicon HST.svg 39,4 Singlis
Bild:BSicon BHF.svg 42,9 Borken (Hessen), Eisenbahnabteilung im...
Bild:BSicon STR.svg ... Hessischen Braunkohle Bergbaumuseum
Bild:BSicon eKRZo.svg 43,4 Werks- und Grubenbahn der PREAG


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Bild:BSicon HST.svg 49,2 Zimmersrode
Bild:BSicon eABZlf.svg Kellerwaldbahn nach Gemünden (Wohra)


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Bild:BSicon eKRZo.svg Zimmersrode–Gemünden (Wohra)–Kirchhain


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Bild:BSicon HST.svg 54,7 Schlierbach (Schwalm-Eder-Kreis)
Bild:BSicon BRÜCKE.svg Querung der Schwalm
Bild:BSicon eABZrg.svg Kanonenbahn von Malsfeld, Leinefelde


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Bild:BSicon eABZrg.svg von Bad Hersfeld


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Bild:BSicon BHF.svg 59,3 Treysa bis 1908
Bild:BSicon SBRÜCKE.svg 59,7 Straßenüberführung
Bild:BSicon BHF.svg 59,8 Treysa nach 1908
Bild:BSicon SBRÜCKE.svg 63,3 Straßenüberführung
Bild:BSicon HST.svg 67,1 Schwalmstadt-Wiera
Bild:BSicon SBRÜCKE.svg 70,1 Straßenüberführung B 454
Bild:BSicon BHF.svg 71,1 Neustadt (Hessen)
Bild:BSicon BRÜCKE.svg 71,6 Straßenunterführung
Bild:BSicon ABZrg.svg Industrieanschlüsse
Bild:BSicon BHF.svg 82,1 Stadtallendorf
Bild:BSicon ABZrg.svg Ohmtalbahn (von Gemünden (Felda))
Bild:BSicon BRÜCKE.svg 85,5 Brücke K 14 Kirchhain–Langenstein
Bild:BSicon BHF.svg 89,2 Kirchhain
Bild:BSicon BRÜCKE.svg 89,5 Wohra-Flutgraben und L 3073
Bild:BSicon WBRÜCKE.svg 91,0 Wohra-Brücke
Bild:BSicon eABZlf.svg Wohratalbahn nach Gemünden (Wohra)


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Bild:BSicon eKRZu.svg Kirchhain–Gemünden (Wohra)–Zimmersrode


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Bild:BSicon HST.svg 94,2 Anzefahr
Bild:BSicon HST.svg 97,3 Bürgeln
Bild:BSicon ABZlg.svg Obere Lahntalbahn von Biedenkopf und Erndtebrück
Bild:BSicon STR.svg ... und Burgwaldbahn von Frankenberg
Bild:BSicon WBRÜCKE.svg 101,4 Lahnbrücke
Bild:BSicon BHF.svg 103,3 Cölbe
Bild:BSicon WBRÜCKE.svg Querung der Lahn
Bild:BSicon BHF.svg 104,3 Marburg (Lahn)
Bild:BSicon eHST.svg Marburg Mitte (geplant)


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Bild:BSicon HST.svg 107,7 Marburg Süd
Bild:BSicon eABZlf.svg Marburger Kreisbahn nach Dreihausen


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Bild:BSicon WBRÜCKE.svg Querung der Lahn
Bild:BSicon HST.svg 112,5 Niederweimar
Bild:BSicon BHF.svg 115,4 Niederwalgern
Bild:BSicon eABZrf.svg Aar-Salzböde-Bahn nach Herborn


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Bild:BSicon BHF.svg 118,9 Fronhausen (Lahn)
Bild:BSicon WBRÜCKE.svg Querung der Lahn
Bild:BSicon HST.svg 122,9 Friedelhausen
Bild:BSicon ABZrg.svg Lumdatalbahn von Londorf
Bild:BSicon BHF.svg 125,9 Lollar
Bild:BSicon eABZrf.svg Kanonenbahn nach Wetzlar


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Bild:BSicon HST.svg 132,9 Gießen Oswaldsgarten
Bild:BSicon BRÜCKE.svg 133,9 Wieseckbrücke
Bild:BSicon ABZrg.svg Vogelsbergbahn von Fulda
Bild:BSicon ABZrg.svg Lahn-Kinzig-Bahn von Gelnhausen
Bild:BSicon BHF.svg 134,0 Gießen Keilbahnhof
Bild:BSicon ABZrf.svg Lahntalbahn nach Limburg, Koblenz, ...
Bild:BSicon BS2rf.svgBild:BSicon BS2lf.svg und Dillstrecke nach Dillenburg und Siegen
Bild:BSicon KRZo.svgBild:BSicon STRrf.svg Lahntalbahn und Dillstrecke
Bild:BSicon BS2lg.svgBild:BSicon BS2clu.svg
Bild:BSicon ABZlg.svg Lahntalbahn und Dillstrecke
Bild:BSicon SBRÜCKE.svg 136,4 Straßenüberführung
Bild:BSicon DST.svg 136,6 Gießen-Bergwald
Bild:BSicon BHF.svg 139,9 Großen Linden
Bild:BSicon BRÜCKE.svg A 45
Bild:BSicon BHF.svg 143,4 Lang Göns
Bild:BSicon HST.svg 146,1 Kirch-Göns
Bild:BSicon BS2cro.svgBild:BSicon BS2lf.svg
Bild:BSicon ENDEa.svgBild:BSicon STR.svg Weichenwerk Butzbach
Bild:BSicon ABZrg.svgBild:BSicon KRZo.svg zur Hauptwerkstatt Butzbach-Licher Eisenbahn
Bild:BSicon BS2lg.svgBild:BSicon BS2rg.svg und Museumsbahn Eisenbahnfreunde Wetterau
Bild:BSicon BHF.svg 151,9 Butzbach
Bild:BSicon HST.svg 154,6 Ostheim (Butzbach)
Bild:BSicon SBRÜCKE.svg A 5
Bild:BSicon eABZrg.svg zur Butzbach-Licher Eisenbahn über Griedel


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Bild:BSicon BHF.svg 161,9 Bad Nauheim
Bild:BSicon BRÜCKE1.svg B 455
Bild:BSicon BRÜCKE.svg 165,0 Rosentalviadukt
Bild:BSicon ABZrg.svg Horlofftalbahn von Hungen / Nidda
Bild:BSicon BRÜCKE1.svg 165,6 Straßenüberführung
Bild:BSicon SBHF1.svg 165,7 Friedberg (Hess.)
Bild:BSicon ABZrf.svg Bahnstrecke Friedberg-Friedrichsdorf
Bild:BSicon ABZlf.svg Bahnstrecke Friedberg-Hanau
Bild:BSicon BRÜCKE1.svg 166,5 B 275
Bild:BSicon BRÜCKE1.svg 167,3 Brücke über die Görbelheimer Hohl
Bild:BSicon SHST.svg 170,1 Bruchenbrücken
Bild:BSicon WBRÜCKE.svg 172,8 Rosbach-Brücke
Bild:BSicon SBHF.svg 173,0 Wöllstadt-Nieder Wöllstadt
Bild:BSicon BRÜCKE.svg B 3
Bild:BSicon SHST.svg 176,2 Okarben
Bild:BSicon SBHF.svg 178,4 Groß-Karben
Bild:BSicon SHST.svg 181,4 Dortelweil
Bild:BSicon ABZrg.svg Niddertalbahn von Glauburg-Stockheim
Bild:BSicon SBHF1.svg 183,6 Bad Vilbel
Bild:BSicon WBRÜCKE.svg 184,5 Niddabrücke
Bild:BSicon SHST.svg 184,9 Bad Vilbel Süd
Bild:BSicon SBRÜCKE.svg B 3
Bild:BSicon SHST.svg 187,5 Berkersheim
Bild:BSicon SBHF.svg 189,4 Frankfurter Berg
Bild:BSicon SBRÜCKE.svg 189,3 L 3003
Bild:BSicon SHST.svg 191,6 Eschersheim
Bild:BSicon UKRZu.svg U-Bahnlinien U1, 2, 3
Bild:BSicon UKRZu.svg U-Bahnlinie U1
Bild:BSicon eBHF.svg 193,2 Bundesgartenschau…
Bild:BSicon STR.svg …Wiedereröffnung als Frankfurt-Ginnheim vorgesehen
Bild:BSicon BS2rf.svgBild:BSicon BS2lf.svg 195,4 S-Bahn Überleitung
Bild:BSicon KRZu.svgBild:BSicon ABZlg.svg Abzw. Frankfurt-Rödelheim S3, S4 und S5
Bild:BSicon ABZlg.svgBild:BSicon STR.svg Rechte Strecke: Homburger Bahn
Bild:BSicon BHF.svgBild:BSicon SBHF.svg 196,4 Frankfurt (Main) West
Bild:BSicon ABZld.svgBild:BSicon ABZrd.svg
Bild:BSicon STR.svgBild:BSicon SHST.svg 197,3 Messe
Bild:BSicon eABZrd.svgBild:BSicon STR.svg Frankfurt (Main) Hauptgüterbahnhof
Bild:BSicon STR.svgBild:BSicon SBHF.svg 198,1 Frankfurt (Main) Galluswarte
Bild:BSicon ABZrf.svgBild:BSicon STR.svg Main-Lahn-Bahn, Taunus-Eisenbahn
Bild:BSicon ABZrf.svgBild:BSicon STR.svg Main-Neckar-Eisenbahn, Gütergleis
Bild:BSicon KRZo.svgBild:BSicon KRZo.svg Hauptbahnhof-Vorfeld (s.o., Mainbahn)
Bild:BSicon STR.svgBild:BSicon TUNNELa.svg Citytunnel
Bild:BSicon xKBFe.svgBild:BSicon tSBHF.svg 199,8 Frankfurt am Main Hbf
Bild:BSicon exKBFe.svgBild:BSicon tSTR.svg Frankfurt Main-Weser-Bahnhof (bis 1888)

Die Main-Weser-Bahn ist die Eisenbahnstrecke von Frankfurt am Main über Gießen nach Kassel.

Inhaltsverzeichnis

Streckenverlauf

Die Strecke ist nach heutiger Kilometrierung zwischen den Endbahnhöfen 199,8 km lang. Sie ist zweigleisig und elektrifiziert. Die Streckenhöchstgeschwindigkeit beträgt 160 km/h, wird aber nur auf dem Südabschnitt sporadisch erreicht. Die Main-Weser-Bahn ist eine der wichtigsten deutschen Bahnstrecken im konventionellen Betrieb.

  • Die Main-Weser-Bahn trägt die Streckennummer 3900.
  • Der Abschnitt südlich von Gießen ist die KBS 630
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, der nördliche Abschnitt ist die KBS 620.

Geschichte

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Vordach des Bahnhofs Kassel Wilhelmshöhe

Die seit 1838 erwogene Errichtung der Main-Weser-Bahn als Verbindung von Kassel in den Rhein-Main-Raum war zunächst als eine ausschließlich über kurhessisches Staatsgebiet führende Bahn zwischen den größten Städten des Kurfürstentums, Kassel und Hanau, über Fulda angedacht. Das scheiterte bei den damals zur Verfügung stehenden technischen Mitteln am Distelrasen, der Wasserscheide zwischen Fulda und Kinzig, deren Durchstich mit einem Tunnel erst 1914 erfolgte.

So kam es erst ab 1841 zu mehrfach unterbrochenen Verhandlungen und erst am 5. April 1845 zu einem Staatsvertrag zwischen der Freien Stadt Frankfurt, dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt und dem Kurfürstentum Hessen-Kassel, der die rechtlichen Voraussetzungen für eine Bahn über Marburg, Gießen und Friedberg schuf, die zwar topografisch einfacheres Gelände nutzte, aber mehrfach Staatsgrenzen durchschnitt. Das sah im Südabschnitt folgendermaßen aus: Die Strecke verlief in Frankfurt nach der Ausfahrt aus dem Main-Weser-Bahnhof entlang von heutiger Kaiserstraße, Bahnhofsplatz, Friedrich-Ebert-Anlage und Hamburger Allee in die kurhessische Stadt Bockenheim, dann wieder über Frankfurter Gemarkung bei Hausen, erneut über kurhessische bei Eschersheim, wieder über Frankfurter Territorium bei Bonames. Es folgte großherzoglich-hessischer Boden bis Friedberg, unterbrochen von einem Stück Frankfurter Gebiet bei Dortelweil. Bad Nauheim war wiederum eine kurhessische Enklave im großherzoglichen Oberhessen, durch das die Strecke bis hinter Gießen führte. Aufgrund des Staatsvertrags war jede der beteiligten Regierungen auf ihrem Staatsgebiet für den Geländeerwerb zuständig. Die Voraussetzungen für den Bau zu schaffen gestaltete sich so nicht einfach. In die Bauzeit fielen zudem die Wirren der bürgerlichen Revolution von 1848 und eine Finanzkrise des Großherzogtums Hessen.

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Bahnhof Gießen

Begonnen wurden die Arbeiten am 6. August 1846 auf kurhessischem Gebiet. Hier waren der belgische Ingenieur Frans Splingard und sein Mitarbeiter Eduard Hacault verantwortlich. Von Frankfurt aus wurde die Strecke unter Remigius Eyssen vorangetrieben. Die Empfangsgebäude entlang der Strecke stammten in den kurhessischen Abschnitten fast alle von Julius Eugen Ruhl, dem ersten Generaldirektor der kurhessischen Eisenbahnen.

Der erste Abschnitt zwischen Kassel und Wabern konnte am 29. Dezember 1849 eröffnet werden. Der erste durchgehende Zug von Kassel nach Frankfurt fuhr am 15. Mai 1852, nachdem der nördliche und der südliche Bauabschnitt mit der Verbindung zwischen Gießen und Langgöns verbunden worden waren.

Das zweite Gleis kam 1865 hinzu – nach zwölfjährigen Verhandlungen! Die Zusammenarbeit der beteiligten Staaten hatte sich trotz glänzend entwickelnder Transportleistungen der Bahn nicht verbessert. Das zweite Gleis erleichterte dann im Krieg von 1866 den preußischen Truppentransport erheblich, ein Krieg, der zwei der an der Main-Weser-Bahn beteiligten Staaten – Kurhessen und Frankfurt – von der politischen Landkarte verschwinden ließ. Ihre Anteile gingen anschließend auf Preußen über, das 1880 auch den großherzoglich hessischen Anteil erwarb.

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Bahnhof Gießen

Bis zur Fertigstellung der Bebraer Bahn 1866 fuhren alle Schnellzüge zwischen Frankfurt und Berlin über die Main-Weser-Bahn. Diese Züge wechselten in Guntershausen, wo die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn die Verbindung zur Thüringischen Eisenbahn herstellte, die Fahrtrichtung. D-Züge von Frankfurt nach Berlin – über Kassel – fuhren aber auch weiter bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Auch in den folgenden Jahren nahmen DUS-Züge der Besatzungsmacht diesen Weg.

Der Abschnitt TreysaLollar war seit 1878/79 Bestandteil der als strategische Bahn gebauten Kanonenbahn Berlin–Metz.

In den 1960er Jahren wurde zunächst der Abschnitt Frankfurt–Gießen elektrifiziert; durchgehend elektrisch befahrbar war die Strecke ab dem 20. März 1967.

Verkehr

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Bahnhof Bad Nauheim, dahinter Schornstein der Wäscherei der Kurbetriebe

Auf der Main-Weser-Bahn verkehren die InterCity-Langläufer zwischen Karlsruhe bzw. Konstanz und Stralsund bzw. Hamburg-Altona, außerdem RegionalExpress-Züge zwischen Frankfurt und Kassel, sowie Frankfurt und Siegen. Letztere verlassen die Strecke in Gießen und wechseln dabei die Fahrtrichtung. Weiterhin verkehren RegionalBahnen zwischen Marburg und Gießen sowie Gießen und Friedberg. In Gießen finden Flügelungen von Zügen statt: Seit Dezember 2006 verkehrt zwischen Gießen und Frankfurt der Mittelhessen-Express, die beiden aus Treysa und Dillenburg kommenden Züge werden dazu in Gießen gekoppelt. Umgekehrt findet ebenfalls in Gießen die Trennung statt. Beide Züge fahren dann als RegionalBahnen weiter nach Treysa beziehungsweise Dillenburg. Es besteht außerdem ein S-Bahn-Angebot zwischen Friedberg und dem Frankfurter Südbahnhof über den Citytunnel. Zahlreiche Züge auf den in Marburg und Gießen abzweigenden Seitenstrecken haben außerdem einen gewissen Vor- oder Nachlauf auf der Hauptbahn.

Der Güterverkehr ist erheblich. Bemerkenswert sind darunter insbesondere zahlreiche Containerganzzüge und die häufigen Transporte von fabrikneuen Landmaschinen (Traktoren, Mähdrescher) aller Art. Regelmäßig sind auch Militärzüge zu sehen.

Fahrzeuge

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FLIRT Cantus im Bahnhof Friedberg

Der Regionalverkehr auf der Main-Weser-Bahn wird zu einem großen Teil mit Elektrotriebwagen der Baureihen 425 und 426 gefahren, teils kommen auch Wendezüge aus umgebauten Silberlingen, geschoben von Loks der Baureihen 110 und 143 zum Einsatz. Bei den RegionalExpress-Zügen handelt es sich fast ausschließlich um Wendezüge aus Doppelstockwagen. Bespannung ist hierfür üblicherweise die Elektrolok 111. Auf dem S-Bahn-Teilstück südlich Friedberg fahren S-Bahn-Triebwagen des Typs 423.

Die InterCity-Garnituren sind die üblichen Wendezüge aus InterCity- und ehemaligen InterRegio-Wagen mit Elektrolokomotiven 101 oder (seltener) 120.

Zwischen Cölbe und Marburg, teilweise auch bis Gießen, sind Dieseltriebwagen des Typs 628 anzutreffen, welche die Strecken nach Erndtebrück und Frankenberg bedienen. Einige Züge der Strecke Bad Wildungen–Wabern (GTW) fahren auf der Main-Weser-Bahn bis Kassel.

Gelegentlich werden bei Bauarbeiten oder Betriebsstörungen auf der NBS Hannover – Würzburg ICEs zwischen Frankfurt (Main) Hauptbahnhof und Kassel-Wilhelmshöhe umgeleitet, die dann nicht in Fulda halten.

Was Güterzuglokomotiven und -wagen angeht, können zahlreiche Bauarten im Dienste verschiedener Eisenbahnverkehrsunternehmen beobachtet werden.

Zukunft

Kurz- und mittelfristig

  • Auf dem Streckenabschnitt Kassel–Treysa ist der Ersatz der RegionalBahnen durch RegioTram-Fahrzeuge geplant.
  • In Marburg soll ein neuer RegionalBahn-Haltepunkt „Marburg Mitte“ entstehen. Dieser ist bereits in dem neuen Fahrplankonzept (Mittelhessen-Express) berücksichtigt.
  • Zwischen Frankfurt-West und Frankfurt-Eschersheim soll der neue Haltepunkt Frankfurt-Ginnheim (wieder-) entstehen, der das Umsteigen zur U-Bahn-Linie U1 ermöglicht. Anlässlich der Bundesgartenschau 1989 bestand er an dieser Stelle bereits vorübergehend. Inzwischen wird die Eröffnung des Haltepunktes erst in Verbindung mit dem im nächsten Abschnitt behandelten viergleisigen Ausbau der Strecke im Bereich Frankfurt avisiert.

Langfristig: S-Bahn-Gleise südlich Friedberg

Zwischen Frankfurt West und Friedberg teilen sich S-Bahn, Regionalverkehr, Fernverkehr und Güterverkehr die zwei Gleise der Main-Weser-Bahn. Um den Betrieb zu entzerren, soll die Strecke in diesem Bereich in den nächsten Jahren in zwei Abschnitten auf vier Gleise ausgebaut werden. Auch sind Überlegungen im Gange, die Linie S6 bis Gießen zu verlängern.

Das Planfeststellungsverfahren für den ersten Ausbauabschnitt, Frankfurt West bis Bad Vilbel (geplante Bauzeit vier Jahre) wurde am 13. Mai 2004 abgeschlossen. Die Bürgerinitiative „2statt4“ von Eschersheimer und Ginnheimer Anwohnern versucht zurzeit, den Ausbau auf dem Rechtsweg noch zu verhindern. Vorgebracht wurden dazu Argumente des Natur- und Lärmschutzes. Die Gleise verlaufen in diesen Stadtteilen streckenweise in unmittelbarer Nachbarschaft der Wohnbebauung und durchqueren ein Naherholungsgebiet. Geltend gemacht wird außerdem, der Ausbau diene ausschließlich der Kapazitätsschaffung für den Güterverkehr und seine Förderung aus Steuermitteln für den Nahverkehr sei darum rechtswidrig.

Von Befürwortern wird unterstellt, dass hauptsächlich der geplante Abriss von vier Häusern und die Enteignung etwa eines Hektars Gartenfläche Stein des Anstoßes sei. Sie argumentieren, dass die zahlreichen Halte des S-Bahn-Betriebs sich nicht mit durchgängigem Fern- und Güterverkehr vereinbaren lassen, ein Mischbetrieb mit anderem Eisenbahnverkehr, so häufig er auch vorkommt, grundsätzlich ein Provisorium darstellt und eigene S-Bahn-Gleise auf solchen Strecken in der Logik des Systems S-Bahn liegen.

Literatur

  • Ludwig Brake, Über Fulda oder über Gießen – die Entstehung der Bahnverbindungen zwischen Kassel und Frankfurt im 19. Jahrhundert, in: Jahrbuch für Eisenbahngeschichte 32 (2000), S. 5 – 16.
  • Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnenbauten- und strecken 1839-1939. 1. Auflage. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, Bd. 2.1, S. 142ff (Strecke 010).
  • Eisenbahnatlas Deutschland – Ausgabe 2005/2006, Vlg. Schweers + Wall, o.O. 2005, ISBN 3-89494-134-0.
  • Günter Krause, Die Lokomotiven der Main-Weser-Bahn, in: Jahrbuch für Eisenbahngeschichte 32 (2000), S. 17 - 27.
  • Lutz Münzer, Verkehr und Anlagen der nördlichen Main-Weser-Bahn, in: Jahrbuch für Eisenbahngeschichte 32 (2000), S. 28 - 60.
  • Dankwart Sieburg, Zur Entwicklung der Eisenbahnerschließung im Raum Treysa/Neustadt, in: Jahrbuch für Eisenbahngeschichte 32 (2000), S. 61 - 84.
  • Peter Schubert mit Bildteil von Uwe Lischewski, Der Viadukt. Der Rosentalviadukt in Friedberg, Verlag der Bindernagelschen Buchhandlung, ISBN 3-87076-075-3

Siehe auch