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M – Eine Stadt sucht einen Mörder

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Filmdaten
Deutscher Titel: M
Originaltitel: M
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 1931
Länge (PAL-DVD): 107 bzw. 117 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK 16
Stab
Regie: Fritz Lang
Drehbuch: Thea von Harbou, Fritz Lang
Produktion: Seymour Nebenzal
Musik: keine, bis auf die gepfiffene Melodie „In der Halle des Bergkönigs“ aus „Peer Gynt Suite No. 1“ von Edvard Grieg
Kamera: Fritz Arno Wagner
Schnitt: Paul Falkenberg
Besetzung

M - Eine Stadt sucht einen Mörder (1931) von Fritz Lang mit Peter Lorre in der Hauptrolle ist einer der bedeutendsten deutschen Filme aller Zeiten. Im geschichtlichen Rückblick erweist er sich als treffendes Abbild der vom erstarkenden Nationalsozialismus in Frage gestellten Weimarer Republik. Als einer der ersten Tonfilme schöpfte er die Möglichkeiten dieses neuen Medium aus.

Inhaltsverzeichnis

Handlung des Films

Ein unbekannter Kindermörder versetzt die Bewohner Berlins in Schrecken und Hysterie, so dass Polizei und Unterwelt seine Verfolgung aufnehmen. Er hat bereits mehrere Kinder umgebracht, auf Fahndungsplakaten ist eine Belohnung ausgesetzt.

Eine Mutter in einer Arbeiterwohnsiedlung wartet ungeduldig auf die Rückkehr ihrer Tochter aus der Schule, die sich aber von einem nicht gezeigten Unbekannten mittels Süßigkeiten verschleppen lässt. Als man die Leiche findet, intensiviert die Polizei ihre Anstrengungen, ohne eine vielversprechende Spur zu finden. Die polizeilichen Aktionen vermindern die Nervosität der Bevölkerung nicht, zumal sie wirkungslos bleiben. Die Bürger steigern sich in gegenseitige Verdächtigungen und anonyme Anzeigen, was die Anspannung und Übermüdung der Polizeibeamten weiter verschlimmert.

Die ständigen Razzien und Kontrollen behindern aber die kriminellen Banden bei ihrem „Geschäft“. Daher beschließen sie unter Führung des Schränkers, selbst nach dem Mörder zu suchen, und spannen dafür auch das Netz der Bettler ein. Der Mörder wird von einem blinden Bettler erkannt, mit einem „M“ auf dem Mantel markiert und flüchtet in ein Bürogebäude, das die Kriminellen umstellen. Unter Einsatz von Einbruchswerkzeug durchsuchen sie das Haus und bringen den gefangenen Kindermörder in eine stillgelegte Fabrik. Dort ist die gesamte Halb- und Unterwelt versammelt und macht ihm einen makabren Prozess. Dabei drückt er verzweifelt seine Selbstentfremdung und innere Spaltung aus:

„Immer muß ich durch Straßen gehen, und immer spür ich, es ist einer hinter mir her. Das bin ich selber! (...) Manchmal ist mir, als ob ich selbst hinter mir herliefe! Ich will davon, vor mir selber davonlaufen, aber ich kann nicht! Kann mir nicht entkommen! (...) Wenn ich's tue, dann weiß ich von nichts mehr... Dann stehe ich vor einem Plakat und lese, was ich getan habe, und lese. Das habe ich getan?“ Kriminalkommissar Lohmann erreicht den Ort in letzter Minute und verhindert, dass das Tribunal den Mörder lyncht.

Bezug zu realen Ereignissen

Anfänglich entwickelten Lang und seine Ehefrau und Drehbuchkoautorin Thea von Harbou eine Handlung um einen Verfasser verleumderischer Briefe [1]. Von dieser Idee ist im fertigen Werk nur noch übrig geblieben, dass der Kindermörder Polizei und Öffentlichkeit mit einem Bekennerschreiben narrt. Durch die gewohnheitsmäßige intensive Zeitungslektüre wurde Lang auf eine Reihe schwerer Gewaltverbrechen aufmerksam, die sich damals in Deutschland häuften.

Den stärksten Eingang in die Handlung gefunden hat der Fall des Serienmörders Peter Kürten, auch bekannt als der „Vampir von Düsseldorf“. Kürten wurde im Mai 1930, nach Fertigstellung des Drehbuchs, verhaftet; sein Prozess fand unter enormer Medienaufmerksamkeit statt. Drei Wochen nach dem Todesurteil hatte M Premiere. In Italien ist der Film übrigens unter dem Titel M - Il mostro di Düsseldorf bekannt.

Andere Fälle, die als Vorlage gedient hatten, lagen schon länger zurück – Serienmörder wie Carl Großmann, Karl Denke, und der Mord an den Schwestern Fehse [2]. Auch der Fall Fritz Haarmann diente als Vorbild [3]. Lang: „So wird man in den meisten Fällen eine sonderbare Übereinstimmung der Geschehnisse finden, eine fast gesetzmäßig sich wiederholende Erscheinung der Begleitumstände, wie die entsetzliche Angstpsychose der Bevölkerung, die Selbstbezichtigung geistig Minderwertiger, Denunziationen, in denen sich der Hass und die ganze Eifersucht, die sich im jahrelangen Nebeneinanderleben aufgespeichert hat, zu entladen scheinen, Versuche zur Irreführung der Kriminalpolizei teils aus böswilligen Motiven, teils aus Übereifer.“ [4]

Fritz Lang und Thea von Harbou recherchierten für das Drehbuch ausgiebig in Gefängnissen und Irrenanstalten und trafen Triebtäter. Lang verfügte zudem über Kontakte zur Berliner Kriminalpolizei und deren Mordkommission und konnte in die Akten authentischer Fälle Einsicht nehmen. Mit der Figur des unkonventionellen Kriminalkommissars Karl Lohmann setzte Lang dem berühmten Berliner Kriminalbeamten Ernst Gennat (1880–1939) ein Denkmal, der auch im Fall Kürten ermittelt hatte. Die Figur des Karl Lohmann erscheint auch in Langs nächstem Film Das Testament des Dr. Mabuse, dort ebenfalls dargestellt von Otto Wernicke.

Tatsächlich hat die Düsseldorfer Unterwelt von sich aus nach dem Täter der von Kürten begangenen Morde gesucht, das Motiv tauchte aber schon 1928 in der Dreigroschenoper auf.

Formale Mittel

Nach seinen aufwändigen Spektakeln der 1920er Jahre – den großen „Schinken“ in seinen Worten – wollte sich Fritz Lang dem Menschen zuwenden und sein Augenmerk vermehrt auf die Psychologie der Figuren legen [5].

M gleitet souverän durch mehrere Genres. Zunächst ein sozialrealistisches Proletarierdrama, schildert der Film daraufhin fast dokumentarisch die Polizeiarbeit und Methoden wie Fingerabdruckverfahren und Graphologie. Es folgt eine Satire auf die hysterische Angst der Bürger, ihr Denunziantentum und ihre Lynchlust. Als sich die Jagd auf den erkannten Mörder konkretisiert, wird der Film zum Thriller, und entsprechend den Gesetzmäßigkeiten dieses Genres wechselt die Teilhabe des Publikums auf die Seite des Verfolgten. Den Endteil bildet ein absurdes Gerichtsdrama.

Fritz Lang wandte sich entschieden gegen einen naturalistischen Einsatz des Tons im aufkommenden Tonfilm, gegen seine Verwendung zur Steigerung des Realitätseindrucks [6]. Die ersten Tonfilme neigten zu einer unüberlegten Verwendung des Tons; M stellte einen ersten filmtonlichen Höhepunkt dar. Es gibt längere Momente geisterhafter Stille, die der nächste Toneffekt jäh unterbricht. So fahren in einer Szene ohne Geräusch erst die Ganoven, danach die Polizei in Wagen vor, und erst ein schriller Polizeipfiff lässt die Unterwelt tumulthaft das Weite suchen. Der dramaturgisch ökonomische Einsatz des Tons in M ist teilweise aber auch darauf zurückzuführen, dass die Produktionsfirma Nero für die Tontechnik teure Lizenz- und Mietzahlungen an die Tobis leisten musste. Bild und Ton sind oft entkoppelt, etwa wenn eine Erzählstimme über montierte Einstellungen gelegt ist.

Das leitmotivisch eingesetzte Pfeifen (Grieg: Peer-Gynt-Suite No. 1, „In der Halle des Bergkönigs“) kündigt jeweils eine neue Bedrohung an. Das Pfeifen stammt von Lang selbst – es verfehlt die Melodie, aber das passe zum abseitigen Geist des Mörders [7]. Der – bis auf das Pfeifen – völlige Verzicht auf Filmmusik ist für Tonfilme der Zeit dabei nichts Ungewöhnliches. Einerseits war eigens komponierte Musik im Film damals noch nicht gebräuchlich und der minimalistische Einsatz des Leitmotivs entfaltet dadurch noch stärker seine dramatische Wirkung.

Die Konferenzen der Polizei und der Verbrecher werden durch akustische wie optische Unterschneidung geschickt miteinander verbunden. Manchen Satz, der bei der Polizei begonnen wird, spricht ein Verbrecher zu Ende, oder umgekehrt. So erscheint das Handeln zweier Systeme gleichgerichtet, die nach allgemeinem moralischen Verständnis gegeneinander handeln müssten.

Peter Lorre, der wie Fritz Lang aus Wien stammte und in Berlin lebte, war bereits ein bekannter Theaterdarsteller, aber noch nicht etabliert beim Film. Am Tage spielte er für M und stand am Abend im Brecht-Stück Die Quadratur des Kreises auf der Bühne. Auch seine darstellerische Leistung trägt zum Rang des Werks bei und brachte seiner Filmkarriere den Durchbruch. Eindrucksvoll ist das Entsetzen in seinen Augen, als er das „M“ auf seinem Rücken bemerkt, mit dem die Bettler ihn gekennzeichnet haben.

Auch Gustaf Gründgens war schon als Bühnendarsteller berühmt, als er kurz vor Drehbeginn für M verpflichtet wurde. Dass er den Schränker mit eiskalter Präzision spielt, passt zur Rolle.

Interpretationen

Die Figur des Kindermörders ist eine unfreie, ihren kranken Impulsen ausgelieferte, infantile und verletzliche Gestalt, „ein Nachfahr der Schlafwandler, geteilten Persönlichkeiten und menschlichen Marionetten“ aus den expressionistischen deutschen Stumfilmen [8].

M zeichnet kompakt und Details verdichtend die Struktur der Gesellschaft. Polizei und Verbrecher sind zwei Organisationen, die ebenso ihre Machtbereiche gegeneinander abstecken wie sie sich gegenseitig bedingen und deren Vorgehen sich ähnelt. Die polizeiliche Fahndung erfolgt teilweise mittels Täuschungen. Eine Polizei, die sich ihre Ordnungsaufgabe durch die Kriminellen streitig machen lässt, ist aber auch ein Abbild der Situation in der Weimarer Republik, in der die Nazis die schwachen Institutionen herausfordern. Die Wühlarbeit im Bürogebäude entspricht der Unterwanderung des Staates mit dem Versprechen, „wieder geordnete Verhältnisse“ zu schaffen. Als weitere Gemeinsamkeit zielte das Programm der Nationalsozialisten auf die Eliminierung abartiger Aussenseiter: „Diese Bestie hat kein Recht zu existieren, die muss ausgerottet werden.“ Der Schränker erinnert mit seiner anschwellenden Rhetorik an Goebbels und seinem Ledermantel an Göring.

Die Gerichtsverhandlung ist eine Farce, das Urteil steht wie bei den Volksgerichtshöfen schon vorher fest: „Hier kommst du nicht mehr raus. (...) Unschädlich bist du nur, wenn du tot bist.“ Lang nimmt damit Stellung für die rechtsstaatlichen Regeln und gegen populistische Lynchjustiz.

Die von den Kriminellen angerichtete Verwüstung des Bürogebäudes – ein sinnlos durchgestoßener Boden, ausgeschlagene Schlösser und aufgebrochene Holzverschläge – kann heute als Vorahnung auf die Zerstörung Europas im Krieg gelesen werden. Die Brandmarkung mit dem „M“ nimmt den J-Stempel in den Pässen deutscher Juden vorweg.

Fritz Lang ist klarsichtig über das Wesen der Nazis, wie auch über den Zustand von Staat und Volk nach Eintreten der Weltwirtschaftskrise. Weniger eindeutig ist, ob Lang bei der Entstehung von M das Aufstreben der Nazis und ihr Wesen „nur“ besonders pointiert beschrieben, oder ob er sie schon entschieden verurteilt hat. Klar Stellung gegen sie bezogen hat er mit seinem nächsten Werk „Das Testament des Dr. Mabuse“. Lang selbst nannte als Hauptthemen des Films die Beweggründe von Serienmördern [9] und „das Für und Wider der Todesstrafe“ [10] und eine Stellungnahme gegen die Todesstrafe [11].

Im Vorspann wird nur Thea von Harbou als Autorin des Drehbuchs genannt; die Nennung sei an seine Frau gegangen, und sie sei zu den Nazis gegangen, meinte Lang später lakonisch [12].

Herstellung und Aufführung

Nach mehreren Ufa-Produktionen, zuletzt Frau im Mond, zerstritt sich Lang mit der Ufa und arbeitete erstmals mit der kleineren Nero-Film von Seymour Nebenzal zusammen. Lang handelte sich dabei völlige künstlerische Freiheit aus, die er in diesem Maß bei keinem anderen Werk erhalten habe wie bei M. Ohne diese wäre es damals unmöglich gewesen, einen Film über einen Kinderschänder zu drehen [13]. In dieser Freiheit liege der Unterschied zu seinem ersten US-Film „Blinde Wut“, mit dem er sich gegen Lynchjustiz aussprach. Dort wird ein unschuldiger, weißer Mann zu Unrecht verdächtigt und verfolgt. Ein richtiger Film gegen das Lynchen müsste jedoch von einem Schwarzen handeln, der tatsächlich eine Weisse vergewaltigt hat [14]. M zählt damit auch zu den ersten, die sich mit Triebtätern differenziert auseindersetzten.

Gedreht wurde während sechs Wochen, von Januar bis März 1931, hauptsächlich in einem gemieteten Zeppelin-Hangar beim Flugplatz Staaken außerhalb Berlins, wo Bühnenbildner Emil Hasler die Dekors errichtete.

Dass er den Arbeitstitel „Mörder unter uns“, wo man den „Mörder“ in der Einzahl oder Mehrzahl verstehen kann, auf Druck der Nazis habe fallenlassen, die sich damit gemeint fühlten, hat Lang später mal bestätigt [15] und mal bestritten [16]. Zum Kreidezeichen „M“ merkte er an, dass in jeder Hand ein natürliches „M“ erkennbar sei [17]. Der Arbeitstitel fand aber später für den ersten deutschen Nachkriegsfilm, „Die Mörder sind unter uns“ (1946), Verwendung (Lang fand, sein Arbeitstitel sei „gestohlen“ worden). Dort sind im zertrümmerten Berlin die zerstörerischen Folgen des Nationalsozialismus explizit sichtbar.

Das Werk passierte die Filmprüfstelle ohne Zensureingriffe [18]. Die Premiere war am 11. Mai 1931 in Berlin im Ufa-Palast am Zoo; der Film wurde ein Publikumserfolg. In einer Fehldeutung des Werks vermerkte Joseph Goebbels nach der Sichtigung in seinem Tagebuch: „Abends mit Magda Film „M“ von Fritz Lang gesehen. Fabelhaft! Gegen die Humanitätsduselei. Für Todesstrafe! Gut gemacht. Lang wird einmal unser Regisseur. Er ist schöpferisch.[19] Das Missverständnis muss sich aufgeklärt haben, denn bald nach ihrer Machtübernahme verboten die Nazis M [20].

Für den Export wurden neben dem Schlussmonolog, den Peter Lorre auch in englischer und französischer Sprache darstellte, auch einzelne Szenen mit französischen und englischen Darstellern nachgedreht.

Wirkung und Bedeutung

1950 stellte Seymour Nebenzal, der Produzent der ursprünglichen Fassung, in den USA eine Neufassung des Films unter der Regie von Joseph Losey her – Fritz Lang, der mit Nebenzal finanziell zerstritten war, lehnte die ihm angebotene Regie ab und spottete, er selbst habe noch nie so gute Kritiken erhalten wie nach dieser Neufassung [21].

Im Musikvideo zu seinem Lied Jeanny (1985) spielt Falco auf M an, als er im Mantel ein aufgemaltes „F“ auf dem Rücken trägt und auch der blinde Ballonverkäufer auftaucht.

2003 bearbeitete Michael Farin für den Bayerischen Rundfunk den Stoff für ein Hörspiel-Remake.

Ebenfalls 2003 erstellte die Bundeszentrale für politische Bildung in Zusammenarbeit mit zahlreichen Filmschaffenden einen Filmkanon für die Arbeit an Schulen und nahm „M“ in diese Liste auf.

M wird bei Umfragen unter Filmsachverständigen immer wieder als der bedeutendste deutsche Film aller Zeiten genannt.

Restaurierung

Der ursprüngliche Film M von 1931 war 3.208 Meter lang und hatte eine Laufzeit von 117 Minuten, Teile der Originalfassung sind jedoch verschollen. Im Mai 1931 wurde er nach der Zensur gekürzt auf 3.100 Meter und lief dann 111 Minuten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam eine Filmfassung mit nur noch 2.693 Metern und einer Spieldauer von 99 Minuten in die Kinos. Im März 1960 erhielt der Film den Titel M – Dein Mörder sieht Dich an und wurde später umbenannt in den heute verwendeten Titel.

Zur Berlinale 2001 wurde eine 108-minütige, restaurierte Langfassung des Films vorgestellt.

Für eine DVD-Veröffentlichung im Jahr 2003 wurden alle verfügbaren Filmteile zusammengesucht, um möglichst nah an die ursprüngliche Fassung heranzukommen. Im Bundesarchiv-Filmarchiv fanden sich 2.623 Meter der Zensurfassung vom Mai 1931, allerdings in relativ schlechtem Zustand. Weitere Filmteile wurden bei der Cinematheque Suisse in Lausanne und beim Nederlands Filmmuseum gefunden. Nach Zusammenfügen aller verfügbaren Teile war der Film mit 3.024 Metern und 105 Minuten Laufzeit am dichtesten an der ursprünglichen Fassung. Alle Filmteile mussten einer intensiven digitalen Nachbearbeitung unterzogen werden. Bei vorhergehenden Veröffentlichungen wurden zum Beispiel das ursprüngliche Filmformat von 1:1,19 nicht eingehalten, sondern auf 4:3 (Fernsehformat) heraufgesetzt. Dadurch fehlten am oberen und unteren Rand Bildteile. Außerdem mussten zahlreiche Beschädigungen, die Graustufen, Schärfe, der wacklige Bildstand und der Ton nachbearbeitet werden.

Kritiken

  • Lexikon des internationalen Films
    Langs erster Tonfilm gehört zu den Meisterwerken des deutschen Vorkriegskinos. Verweise auf das gesellschaftliche Klima der Weimarer Republik am Vorabend des Nationalsozialismus sind augenfällig: Obrigkeit und Unterwelt erscheinen als gleichartige Organisationen, die den „Abartigen“ im Namen des „gesunden Volksempfindens“ gemeinsam zur Strecke bringen. Langs sarkastische Schilderungen von Menschenjagd und Massenhysterie sowie Peter Lorres geniale Interpretation des Mörders als Täter und Opfer zugleich wurden von den Nationalsozialisten später nicht ohne Grund als subversiv empfunden.

Medien

  • 2003 – M – restaurierte Fassung auf 2 DVDs (Eureka Video VFC11618). Deutsch mit abschaltbaren englischen Untertiteln, Bonusmaterial auf Englisch.

Quellen

  1. Walker, Alexander: Interview with Fritz Lang. BBC Radio (1967), in: Grant, Barry Keith (Hrsg.): Fritz Lang Interviews. University Press of Mississippi, Jackson 2003, S. 78
  2. Gehler/Kasten S. 146
  3. Ursula von Keitz: Hier sitzen lauter Sachverständige in Rechtsfragen...": Krisenerfahrung und Verbrechen in Fritz Langs Film M — eine Stadt sucht einen Mörder In: IASLonline, 2002 (Rezension des Buchs von Kaes)
  4. Lang, Fritz: Mein Film >>M<<, - ein Tatsachenbericht. in: Die Filmwoche, 9. Jg. Nr. 21, 20.5.1931, Berlin.
  5. Bogdanovich S. 184
  6. Lang, Fritz: Los vom Naturalismus, in: Film-Kurier, 13. Jg., Nr. 3, 5.1.1931, Berlin.
  7. Phillips, Gene: Fritz Lang Remembers, in: Focus on Film, Nr. 20, Spring 1975, S. 43-51
  8. Seesslen, Georg: Kino der Angst – Geschichte und Mythologie des Film-Thrillers. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1980. S. 55
  9. Gandert, Gero: M: Protokoll. Marion von Schröder Verlag, Hamburg 1963
  10. Lang, Fritz: Mein Film >>M<<, - ein Tatsachenbericht. in: Die Filmwoche, 9. Jg. Nr. 21, 20.5.1931, Berlin
  11. Cinéma 62, Nr. 70, 1962, S. 70-75
  12. Hart, Henry: Fritz Lang today, in: Films in Review, Juni/Juli 1956
  13. Bogdanovich S. 228
  14. Rosenberg, Bernarnd und Silverstein, Harry: The Real Tinsel, Interview with Fritz Lang, Macmillan, Neu York 1970
  15. Berg, Gretchen, in: Cahiers du Cinéma, Nr. 179, Juni 1966, S. 50-63
  16. Gandert 1963
  17. Bogdanovich S. 179
  18. McGilligan S. 156
  19. Goebbels, Joseph: Tagebücher, Eintrag vom 21. Mai 1931
  20. www.deutsches-filminstitut.de/dt2nb54.htm, Aufruf April 2007
  21. Hart, Henry: Fritz Lang today, in: Films in Review, Juni/Juli 1956

Literatur

Weblinks

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