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Münzrolle
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Eine Münzrolle oder Geldrolle ist eine Aufbewahrungsform von mehreren Münzen, meist Kursmünzen. Sie wird überall dort genutzt, wo große Mengen an Kleingeld im Umlauf sind oder aufbewahrt werden. Unternehmen mit hohem Münzumsatz, zum Beispiel Banken mit Privatkunden oder Lebensmittelläden, erhalten und vergeben ihre große Mengen an Kleingeld in Münzrollen. Frisch geprägte Münzen werden von Münzprägestätten an Banken in Münzrollen ausgeliefert und sind in Plastikfolien zu 10 Rollen verschweißt.
Inhaltsverzeichnis |
Gebrauch
Allgemein erleichtern Münzrollen folgende Prozesse:
- Aufbewahrung
- Zählung
- Transport
- Sicherheit
Jeder Bankkunde kann sein Kleingeld lose bei Banken eintauschen; große Mengen werden jedoch nur in Münzrollen angenommen oder teilweise von Münzzählmaschinen automatisch gezählt und verpackt. Hilfsmittel für ein manuelles Verpacken ist der Münzroller, der die teilweise beschwerliche Arbeit des Rollens erleichtert.
Bei Eintausch von Münzrollen bei einer Bank werden die Rollen in der Regel auf Gewicht kontrolliert. Dies geschieht mit einem mechanischen Geldrollenprüfer. Zu Zeiten der Deutschen Mark stellte das bei 2-Pfennig-Stücken ein Problem dar, da nicht alle Münzen die gleiche Legierung aufwiesen. Geldrollen gelten in ihrer Form als Zahlungsmittel; laut Gesetz ist jeder verpflichtet, bis zu 50 Einzelmünzen bei einem Zahlungsvorgang zu akzeptieren, was früher in Deutschland der Anzahl von DM-Münzen einer jeden Münzrolle entsprach. (Siehe auch Münzgesetz)
Die Banken erheben seit der Einführung neuer Standards für die Münzrollenanfertigung durch die Bundesbank im Jahre 2005 in der Regel bei der Annahme von Münzrollen eine Bearbeitungsgebühr. Ab 2006 nimmt die Bundesbank nur noch Münzrollen entgegen, die von zertifizierten Unternehmen maschinell nach EU-Standard hergestellt werden.[1]
Der deutsche Standardtext auf Münzrollen lautet z. B. bei 1-Cent-Münzrollen: „0,50 Euro in 50 Münzen zu 1 Cent“. Dieser Text legt bei jeder Münzart die Anzahl und den Nominalwert der Münzen fest.
Der zunehmende bargeldlose Zahlungsverkehr verringerte den Umlauf von Münzen und hat zusammen mit der Einführung von Münzzählmaschinen zum Rückgang der Nutzung von Münzrollen geführt. Dabei soll auch die Geldkarte den Münzumsatz in Zukunft vermindern.
Material, Form und Ausführung
Das Material der Münzrolle besteht in Deutschland aus Papier. Jedoch gibt es auch Ausführungen in Plastik, z. B. in Kanada. Dort ist auch der Erwerb im Einzelhandel gebräuchlich. Hierzulande hingegen stellt jedes Kreditinstitut dieses Verpackungsmaterial den eigenen Kunden in der Regel kostenlos zur Verfügung. Fremdkunden müssen meist eine Gebühr entrichten.
Es gibt unterschiedliche Formen der Rolle. Sie kann entweder als oben offener Zylinder (Münzhülse) vorgefertigt sein oder vom Benutzer selbst aus Papierblättern (Handrollpapier) erstellt werden. Schlussendlich hat die fertige Packung eine zylindrische Form, wobei in Deutschland jeweils 50 (bei 1 bis 5 Cent-Münzen), 40 (bei 10 bis 50 Cent-Münzen) oder 25 Münzen (bei 1 und 2 Euro-Münzen) in einer Packung Platz finden. Somit richtet sich der Wert einer gefüllten Münzrolle nach der Art der Münze. Die Farbe des Verpackungsmaterials ist z. B. im europäischen Währungsraum durch die Zentralbanken festgelegt, um Verwechslungen zu vermeiden und Vereinheitlichung zu schaffen.
Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht eine Richtlinie, nach der sich die Druckereien der Kreditinstitute beim Druck des Rollenpapiers zu richten haben.
Ein großer und bekannter Hersteller von Münzhülsen und Handrollpapier ist die orfix International GmbH & Co. KG.
Quellen
Literatur
- Roderich Hustaedt: Über Zahlung mit Geldrollen etc. und deren Wirkung (Dissertation), 1903
Weblinks
- Aufbau und Wirkungsweise eines mechanischen Geldrollenprüfers
- Richtlinie der BBk zur Fertigung von Münzrollen (pdf)
- Kommerziell: Beispiele für Artikel der Geldbearbeitung
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