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Münze

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Münze als Zahlungsmittel, weitere Bedeutungen unter Münze (Begriffsklärung)
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Größte Euro-Umlaufmünze: Das 2-Euro-Stück

Eine Münze (v. lat. moneta) ist ein meist rundes, aus Metall geprägtes (seltener auch gegossenes) Zahlungsmittel.

Inhaltsverzeichnis

Grund für den Münzgebrauch

Münzen hatten, weil sie aus Edelmetallen geprägt waren, gegenüber den Waren eine höhere Wertbeständigkeit. Der Grund liegt darin, dass der Wert des Edelmetalls nur durch die Knappheit sowie durch Angebot und Nachfrage beeinflusst war, nicht jedoch wie bei Waren durch einen in der Ware selbst liegenden Wertverfall. (Ein Brötchen ist nach einiger Zeit ungenießbar, ein Stück Edelmetall ändert seine Eigenschaften durch bloßes Nichtstun jedoch nur unwesentlich).

Geschichte des Münzgeldes

Anfänge in Asien und Griechenland

Die älteste Münztradition hat vermutlich China. Bereits im 3. Jahrtausend vor Christus gab es dort münzähnliche Kupferstücke in Form von Schwertern, Spaten und Kleidern, bei denen es sich möglicherweise bereits um Kreditgeld handelte. Daraus entwickelten sich kleine, gegossene Kupfermünzen. Silber wurde nicht zu Münzen verarbeitet, sondern als Barren gehandelt.

Das erste Metallgeld der Antike wurde etwa 2000 v. Chr. im Mittelmeerraum verwendet. Es handelte sich dabei um Haustierminiaturen aus Bronze. Die ersten Münzen wurden von den Lydern, zwischen 630 und 600 v. Chr. als Zahlungsmittel herausgegeben. Dabei handelte es sich um unförmige Brocken zusammengeschmolzenen Elektrons (Gold-Silber-Legierung), die das königliche Siegel trugen. Bildliche Darstellungen auf Münzen kamen um 600 v. Chr. auf. Danach folgten Münzen in Gold in verschiedenen Größen und Werten. Die ersten Silbermünzen wurden um 550 v. Chr. in Kleinasien und auf der Insel Aegina geprägt.

Bis etwa 400 v. Chr. setzte sich die Münze in ganz Griechenland gegenüber dem Tauschhandel durch. Allerdings gab es kein einheitliches Münzsystem, sondern mehrere Regionen, in denen jeweils eine Münzfamilie dominierte. Langsam baute aber der 17 Gramm schwere attische Tetradrachmon mit seinen Scheidemünzen (Obolos) und größeren Einheiten eine dominierende Stellung auf.

Die Darstellung von Herrschern auf Münzen setzte sich im griechischen Raum und in den Diadochenreichen erst nach Alexander dem Großen durch. Silber blieb der bestimmende Rohstoff, nur für kleinere Scheidemünzen kam langsam Kupfer in Gebrauch.

Siehe auch: Altgriechische Währung

Römische Münzen

Die ersten Münzen der römischen Republik stammen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus und wurden aus Kupfer oder Bronze geschlagen, die großen, ein Pfund schweren Kupferstücke (Aes grave) gegossen. Anfänglich wurde mit Bronzebarren bezahlt, auf denen Motive wie Stiere, Schilde oder Waffen waren. Die ersten Silbermünzen waren nach griechischem Vorbild geprägt und hießen auch so wie ihre Vorläufer. Nachdem die Bronzebarren ihre Gültigkeit verloren hatten, trugen alle frühen römischen Münzen, die dieser Währungseinheit folgten, als Motiv auf der Rückseite einen Schiffsrumpf, was an die Eroberung der Flotte von Antium erinnern sollte, und auf der Vorderseite verschiedene Götterbilder. Die erste römische Silbermünze wurde gegen 269 v. Chr. geschlagen. Die Silberprägung im großen Stil setzte in Rom aber um 187 v. Chr. mit dem Denar ein. Julius Caesar war der erste Lebende, der auf einer römischen Münze abgebildet wurde.

In der Kaiserzeit wurden Münzen aus Gold (Aureus), Silber (Denar), Messing (Sesterz und Dupondius) sowie Kupfer (As) geschlagen. In der Zeit der Soldatenkaiser setzte sich langsam der silberne Antoninian gegen den Denar durch. Unter Kaiser Diokletian wurden neue Münznominale eingefügt, wie beispielsweise der Argenteus, und die Münzen Nummus und Follis Insgesamt verfiel das römische Münzwesen unter den Kaisern zusehends. Ab Anfang des 4. Jahrhunderts setzte sich das juwelenbesetze Diadem gegen den ursprünglichen Lorbeerkrenz auf den Vorderseiten der Münzen durch. Die Gesichter der Kaiser wurden immer schlechter dargestellt, was zeigt, dass das Diadem den Kaisern auf ihren Münzen wichtiger war als eine ordentliche Darstellung. Im Weströmischen Reich schließlich tauchten auf den Münzen immer mehr Rechtschreibfehler auf, da die meisten der Münzpräger nur noch schlecht Latein sprechen und schreiben konnten. Die oströmischen Münzen lösten sich schnell von den reichsrömischen Vorbildern und entwickelten eine eigene Formensprache.

Die germanischen Staaten der Völkerwanderungszeit prägten teilweise Münzen, die sich entweder am west- oder am oströmischen Vorbild orientierten.

Siehe auch: Römische Währung

Das Mittelalter

Von Spätantike bis Frühmittelalter ging der Umlauf von Münzen in Europa stark zurück. Der Tauschhandel nahm zu und größere Geldgeschäfte wurden oft mit ungemünztem Metall beglichen. Die wenigen Münzen waren meist Kopien der römischen Vorbilder. Im fränkischen Reich und seinen Nachfolgereichen war der Denar oder Pfennig die nahezu ausschließlich geprägte Münze. Allerdings weitete sich das ursprünglich königliche Münzrecht im Heiligen Römischen Reich zunehmend auf weitere weltliche und geistliche Würdenträger aus, was eine Vielzahl an unterschiedlichen Versionen des Pfennigs und eine allgemeine Verringerung des Silbergehalts der Münzen zur Folge hatte.

Von Mitte des 12. Jahrhunderts bis ins 14. Jahrhundert waren fast im gesamten deutschsprachigen Raum (mit Ausnahme des Rheinlands) Brakteaten die vorherrschende Münzsorte. Diese dünnen, einseitig geprägten silbernen Pfennigmünzen setzte gewissermaßen den Prozess des Gewichtsverlustes der alten Pfennige fort. Brakteaten wurden von Zeit zu Zeit „verrufen“, das heißt für ungültig erklärt und von ihren Besitzern zurückgefordert, um sie gegen eine geringere Menge neue Münzen umzutauschen. Der Abschlag konnte bis zu 25 % betragen. Dies war eine damals übliche Form der Steuererhebung.

Goldmünzen wurden im Früh- und Hochmittelalter nur selten geschlagen. Erst im 13. Jahrhundert setzten verstärkte Goldprägungen ein. Diese Entwicklung ging von den italienischen Handelsstädten aus. In Frankreich und England waren Goldmünzen weiter verbreitet und die einzelnen Stücke deutlich größer als im Reich. Als weitere Entwicklung des 13. Jahrhunderts kam in Deutschland der Groschen als größere Silbermünze auf. Die Münzbilder des Groschens zeigten erstmals verstärkt auch Fürsten des jeweiligen Territoriums.

Im deutschen Münzrecht war das Jahr 1356 ein entscheidendes Datum, als der Kaiser mit einer „Goldenen Bulle“ das Münzrecht der Kurfürsten ausdrücklich anerkannte. Von diesem Zeitpunkt bis 1871 war die Münzgeschichte in Deutschland von großer Vielfalt geprägt, da viele Staaten ihr eigenes Geld ausgaben.

Siehe auch: Münzen des Mittelalters

Neuzeit

In der Münzkunde beginnt die Neuzeit mit dem Entstehen des Talers. Erstmals wurde 1484 unter Siegmund von Tirol eine große Silbermünze geschlagen, der Uncialis oder Guldiner. Diese Münze war das Vorbild für den im böhmischen Joachimsthal geprägten Taler, der sich in den folgenden Jahrhunderten über die ganze Welt verbreitete. Der Taler stellt den ersten Fall einer kompletten Ablösung von allen Vorbildern vorangegangener Münzarten dar. Da sich seine Herstellung schnell über die verschiedensten Territorien verbreitete, gaben die jeweiligen Landesherren „ihren“ Talern eine individuelle Gestaltung, die im Verlauf des technischen und künstlerischen Fortschritts eine hohe Qualität erreichte. Gelegentlich wurden auch Doppeltaler geschlagen. Ab dem 17. Jahrhundert kamen als neues Motiv Städteansichten auf.

Bild:Albrecht-KaiserKarl-Taler1743.JPG
Taler mit dem Porträt Kaiser Karls VII., 1743

Die Vielzahl von Kleinmünzen unterhalb des Talers verlor zunehmend an Metallqualität. Diese Entwicklung erreichte in der Kipper- und Wipperzeit während des Dreißigjährigen Krieges ihren Höhepunkt. Außerdem wurden im 17. Jahrhundert erstmals seit der Spätantike wieder Kupfermünzen geprägt. Für den Umsatz größerer Geldmengen setzten sich die goldenen Dukaten durch.

Arabische Bezeichnungen für europäische Münzen, die durch den Levantehandel in arabischen Staaten verbreitet waren, sind schmückende Beinamen, die dabei meist das Münzbild betreffen. So wurde der Maria-Theresien-Taler Abu Kush (Vater des Vogels) oder Abu Noukte (Vater der Perlen) genannt, da ein Adler bzw. Perlen auf dem Diadem der Kaiserin zu sehen waren. Der niederländische Löwentaler wurde Abu Kelb (Vater des Hundes) genannt, das spanische Acht-Reales-Stück mit vierfeldigem Wappenschild Abu Taka (Vater des Fensters).

Insgesamt zeigte sich in der Münzgeschichte bis in die Neuzeit immer wieder der ähnlich ablaufende Prozess des Wertverlustes: Während Geld in Form von Münzen anfänglich aus wertvollem Material bestand (Gold, Silber) und ihr Tauschwert dem Wert dieses Materials entsprach (vollwertige Münzen, siehe Kurantmünze), wurden später Münzen hergestellt, deren Materialwert unter ihrem Tauschwert lag, indem man die Münzen kleiner und leichter machte oder sie aus einer Legierung aus wertvollem und geringerwertigem Material herstellte (unterwertige Münzen, siehe Scheidemünze).

Weiteres siehe unter Geld.

Merkmale von Münzen

Bild:Münzmerkmale.png
Merkmale einer Münze: Jahrgang, Prägeort, Rändelung, Währung, Nominal

Münzen sind vom Staat genehmigte und geschlagene Währungseinheiten. Moderne Münzen tragen üblicherweise die rechts abgebildeten Merkmale. Doch es gibt auch Ausnahmen: So tragen die Schweizer Rappen (Untereinheit des Schweizer Franken) nur das Nominal, ohne Angabe der Währungseinheit. Noch drastischer ist es bei den britischen Crowns der Prägejahre 1965-1971. Diese tragen weder ein Nominal noch die Angabe der Währungseinheit. Wie alle britischen Münzen tragen sie nicht einmal eine Staatsbezeichnung. Lediglich die Abbildung von Elizabeth II. lässt erahnen, woher die Münze stammt.

Bild:Enkrone ubt.jpg
Gelochte 1 Dänische Krone

Die Vorderseite (das Avers) der Münze ist dort, wo in der Regel der Kopf des Herrschers, bzw. das Wappen der Republik zu sehen ist, die Rückseite (der Revers) hingegen dort, wo die Wertangabe ist. Dazwischen befindet sich der Münzrand, der geriffelt oder beschriftet sein kann und gewöhnlich ein wenig über die Münzfläche übersteht ("Randstab").

Abgrenzung zu Medaillen

Während die Ausgabe von Münzen ein Vorrecht des Staates ist, dürfen Medaillen auch von privater Seite hergestellt werden. Gepräge, welche nicht als gesetzliches Zahlungsmittel vorgesehen sind, werden stets den Medaillen zugerechnet. Ein Zwischending stellen die sogenannten Pseudomünzen dar, welche de jure Zahlungsmittel sind, aber von Privatfirmen für den internationalen Sammlermarkt geprägt werden und de facto keine Geldfunktion haben. Umgekehrt existieren auch münzähnliche Gepräge wie Notmünzen und Jetons, welche tatsächlich als Zahlungsmittel verwendet werden, aber nicht von den dazu berechtigten staatlichen Stellen herausgegeben wurden.

Lochung von Münzen

Für eine Lochung einer Münze kann es sehr unterschiedliche Gründe geben. Oftmals wurden Lochungen nachträglich angebracht, um die Münze an einer Kette als Schmuck oder als Amulett tragen zu können. Eine nachträgliche Lochung kann auch vorkommen, wenn bestimmte Metalle, besonders Edelmetalle, aus der Münze zur Bereicherung entnommen wurden wie z.B. bei Kurantmünzen oder Münzen, deren Kurswert den Wert des Metalles unterschreitet. Durch die Lochung wird die Münze in Sammlerkreisen stark entwertet, oft sogar wertlos.

Eine andere Anwendung des Lochens bestand darin, Falschgeld dauerhaft zu entwerten. In einigen Ländern wie z.B. Norwegen, Dänemark oder China wurden verschiedene Kleinmünzen in der Mitte ausgestanzt, um sie von hochwertigeren Münzen schneller und besser unterscheiden zu können. In zwei anderen Fällen - Australien und Karibische Inseln - wurden aus Silbermünzen die Kerne ausgestanzt und dann als eigene Münzen in Umlauf gebracht.

Münzmetalle

Bild:Cookdollar.jpg
moderne 1-Dollar-Kursmünze von den Cookinseln aus Kupfer-Nickel, mit religiös-landestypischem Motiv Fruchtbarkeitsgott

Ursprünglich wurden für die Herstellung von Münzen fast ausschließlich Gold, Silber und Kupfer bzw. Bronze verwendet. Im 20. Jahrhundert kamen vermehrt andere Metalle wie Eisen, Nickel, Zink, Aluminium oder Chromstahl zur Anwendung. Häufig werden diese Metalle miteinander legiert, dabei ist Kupfer wegen seiner antibakteriellen Wirkung ein wichtiger Bestandteil heutiger Münzlegierungen; die gängigste Münzlegierung ist heute Kupfer-Nickel. Nicht bewährt hat sich aus gesundheitlicher Sicht die Verwendung von Blei. Der relative Anteil des Edelmetalls wurde durch den sogenannten Münzfuß festgelegt - die metallurgische Zusammensetzungen durch chemisch-analytische Nachweisreaktionen bestimmt.

Münzen, deren Kurswert durch den inneren Wert (Metallwert) bestimmt ist, werden Kurantmünzen genannt. Dies traf früher auf die meisten Edelmetallmünzen zu. Als Scheidemünzen bezeichnet man Münzen, deren Prägewert nicht dem Metallwert entspricht. Dies trifft auf alle heutigen Umlaufmünzen zu, da deren Wert nur durch staatliche Garantien gedeckt ist, womit es sich um sogenanntes Kreditgeld handelt.

Recht

In den Mitgliedsländern der Europäischen Währungsunion muss gemäß der EG-Verordnung Nr. 974/98 des Rates vom 3. Mai 1998 niemand mehr als fünfzig Münzen in einer Zahlung annehmen (mit Ausnahme der ausgebenden Behörde und den in § 3 Münzgesetz genannten Personen); siehe hierzu auch den Artikel gesetzliches Zahlungsmittel.

Geruch der Haut nach Kontakt mit Münzen

Zwar besagt das auf den römischen Kaiser Vespasian zurückgehende Sprichwort Pecunia non olet, dass "Geld nicht stinke", dennoch nimmt die Haut nach Kontakt mit kupfer- oder eisenhaltigen Münzen einen eigenartig muffigen Geruch an, den Menschen üblicherweise mit "metallisch" assoziieren. Erstaunlicherweise konnte die Ursache für den charakteristischen Geruch erst im Jahr 2006 aufgeklärt werden. Entgegen der landläufigen Auffassung rührt das Aroma nicht direkt von den Münzen selbst her, ist also keine intrinsische Eigenschaft des Metalls, vielmehr handelt es sich um eine Art Körpergeruch: Die Metalle bewirken eine rasch ablaufende chemische Reduktion der Lipid-basierten Komponenten auf der Oberfläche der Haut, wobei in Folge Ketone und Aldehyde entstehen. Letztere wiederum sind für den typischen "Metallgeruch" verantwortlich. Dieser chemische Prozess könnte auch den metallischen Geruch von Blut erklären oder auch den metallischen Geschmack von Wasser, den manche Menschen empfinden [1].

Weiterführende Hinweise

Siehe auch

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wikt:
Wiktionary
Wiktionary: Münze – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

Literatur

  • Dieter Fassbender: Münzen sammeln. 2002. ISBN 3894415266.
  • Horst Rinke: Münze betreffend … : eine Reise durch die Zeiten des Münzgeschäfts zwischen den beiden Währungsvereinigungen von 1871 und 1999. Überlieferungen, Erinnerungen und Episoden. München 2004. ISBN 383160310-3.
  • Horst Winskowsky: Münzen pflegen. Augsburg 2002. ISBN 389441152X.

Quellen

  1. Research Highlights in Nature Bnd. 444, S. 4, 2. Nov. 2006 über einen Artikel in Angew. Chem. Int. Edn. Engl. Bnd. 45, S. 7006-7009, 2006

Weblinks

Wikipedia
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