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Lorenzinische Ampullen
Aus Kefk.
Die Lorenzinischen Ampullen sind winzige Organe, die bei Haien das Wahrnehmen von kleinen elektrischen und magnetischen Spannungen sowie Temperaturunterschieden ermöglichen. Diese einzigartigen Sinnesorgane befinden sich auf der Haut am Kopf der Haie. Der Hammerhai dürfte die größte Anzahl an Lorenzinischen Ampullen aufweisen.
Der große Vorteil dieser Wahrnehmung für den Hai dürfte darin liegen, dass nicht sichtbare, in der Nähe befindliche Fische und andere Tiere, darunter natürlich auch der Mensch, wahrgenommen werden können. Dies wird möglich, weil alle Lebewesen durch Muskelkontraktionen geringe elektrische Spannungen abgeben. Auch ein ruhendes Tier setzt beispielsweise durch das Pumpen des Herzens schwache elektrische Spannungen frei. Bereits Unterschiede von nur 5 Milliardstel Volt reichen für die Wahrnehmung aus.
Des Weiteren dürften die Lorenzinischen Ampullen für die Orientierung am Erdmagnetfeld von großer Bedeutung sein. Es ließen sich somit auch die vor allem bei Walhaien und Hammerhaien beobachteten Großansammlungen erklären, die zu Paarungszwecken an bestimmten Orten zur gleichen Zeit stattfinden.
Die Lorenzinischen Ampullen sind mit dem freien Auge als dunkle Porenöffnungen sichtbar.
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Aufbau
Auf der Kopfhautoberfläche befinden sich viele Poren, die eine Öffnung zu den gallertgefüllten Kanälchen bilden. Am Ende des Kanals befindet sich eine Ampulle mit den Sinneszellen, die als Elektrorezeptoren dienen und mit dem Nervensystem des Haies verbunden sind.
Entdecker
Der Italiener Marcello Malpighi entdeckte die Lorenzinischen Ampullen, die dann 1678 vom italienischen Arzt Stefano Lorenzini erstmals detailliert beschrieben wurden. Lorenzini zu Ehren wurde dieses Sinnesorgan, das dem Hai einen „sechsten Sinn“ verleiht, nach ihm benannt.
Literatur
- Neil Campbell, Jane Reece, Biologie, 6. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-8274-1352-4
- Vitus Dröscher, Haie und Rochen. Was ist Was, Band 95, Tessloff Verlag, Nürnberg 1993, ISBN 3-7886-0637-1
Weblinks
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