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Cauchy-Verteilung
Aus Kefk.
Die Cauchy-Verteilung (nach Augustin Louis Cauchy) ist eine stetige, leptokurtische Wahrscheinlichkeitsverteilung.
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Definition
Die Cauchy-Verteilung ist eine kontinuierliche Wahrscheinlichkeitsverteilung, die die Wahrscheinlichkeitsdichte
mit s > 0 und
besitzt. Die Cauchy-Verteilung ist ebenfalls bekannt als Lorentz-Verteilung oder Lorentz-Kurve (nach Hendrik Antoon Lorentz). In der Physik wird oft die Bezeichnung Breit-Wigner-Verteilung benutzt.
Bild:Cauchy distribution pdf.png
Die Verteilungsfunktion der Cauchy-Verteilung ist
.
Mit dem Zentrum t = 0 und dem Breitenparameter s = 1 ergibt sich die Standard-Cauchy-Verteilung oder auch t-Verteilung mit einem Freiheitsgrad
.
Eigenschaften
Erwartungswert, Varianz, Standardabweichung
Die Cauchy-Verteilung gilt als Prototyp einer Verteilung, die weder Erwartungswert noch Varianz oder Standardabweichung besitzt, da die entsprechenden Integrale nicht definiert sind.
Median, Modus
Die Cauchy-Verteilung besitzt einen Median
und einen Modus.
Maximalwert
Die Cauchy-Verteilung hat ein Maximum Parser-Fehler (Unbekannter Fehler\text): f_\text{max}=\frac{1}{s\pi}
bei Parser-Fehler (Unbekannter Fehler\text): x_\text{max}=t
.
Reproduktivität
Die Cauchy-Verteilung gehört zu den reproduktiven Wahrscheinlichkeitsverteilungen: der Mittelwert
aus n Standard-Cauchy-verteilten Zufallsvariablen ist selbst Standard-Cauchy-verteilt. Insbesondere gehorcht die Cauchy-Verteilung also nicht dem Gesetz der großen Zahlen, das für alle Verteilungen mit existierendem Erwartungswert (siehe Satz von Etemadi) gilt.
Invarianz gegenüber Faltung
Die Cauchy-Verteilung ist invariant gegenüber Faltung, d.h. die Faltung einer Lorentzkurve der Halbwertsbreite Γa mit einer Lorentzkurve der Halbwertsbreite Γb ergibt wieder eine Lorentzkurve mit der Halbwertsbreite Γc.
Beziehungen zu anderen Verteilungen
Beziehung zur Lévy-Verteilung
Die Cauchy-Verteilung ist eine spezielle α-stabile Lévy-Verteilung mit dem Exponentenparameter α = 1.
Beziehung zur Normalverteilung
Der Quotient aus zwei Standard-normalverteilten Zufallsvariablen ist Standard-Cauchy-verteilt.
Beziehung zur Students-t-Verteilung
Für n = 1 und mit
ergibt sich die Cauchy-Verteilung als Spezialfall aus der Students t-Verteilung.
Anwendungsbeispiel
Bei der Cauchy-Verteilung ist die Wahrscheinlichkeit für extreme Ausprägungen sehr groß. Sind die 1% größten Werte einer standardnormalverteilten Zufallsvariablen X mindestens 2,58, beträgt bei einer Cauchy-verteilten Zufallsvariablen die entsprechende Untergrenze ca. 31. Möchte man die Auswirkung von Ausreißern in Daten auf statistische Verfahren untersuchen, verwendet man häufig Cauchy-verteilte Zufallszahlen in Simulationen.
Zufallszahlen
Zur Erzeugung cauchyverteilter Zufallszahlen bietet sich die Inversionsmethode an.
Die nach dem Simulationslemma zu bildende Pseudoinverse der Verteilungsfunktion F(x) lautet hierbei F − 1(y) = tan(πy). Zu einer Folge von Standardzufallszahlen ui lässt sich daher eine Folge xi: = tan(πui) cauchyverteilter Zufallszahlen berechnen.
Literatur
- W. Feller, An Introduction to Probability Theory and its Applications
Weblinks
- Universität Konstanz - Interaktive Animation
