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Lord Haw-Haw

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Lord Haw-Haw war der Spitzname für den Sprecher des von Deutschland ausgestrahlten englischsprachigen Radiopropagandaprogramms während des 2. Weltkriegs. Unter dem Namen "Germany Calling" wurde diese von Deutschland aus für Zuhörer in Großbritannien, Irland und den USA gesendet. Der Name „Lord Haw-Haw“ gibt lautmalerisch den affektierten englischen Akzent der Oberklasse wieder, den die Sprecher verwendeten.

Als "Lord Haw-Haw" agierten mindestens drei Personen:

  • Wolf Mittler: ein Deutscher, dessen Aussprache allerdings eher die Karikatur von "upper-class English" war. Er war zum Beginn der Ausstrahlungen der Sprecher. Anfänglich waren die Propaganda-Mitteilungen von einer derart abstrusen Natur, dass in einer großen Zahl von englischen Haushalten das Programm wegen seines unfreiwilligen Humors gehört wurde und der Stoff von vielerlei Parodien war. Dies änderte sich jedoch mit dem Eintritt Großbritanniens in den Krieg.</br>Nach dem Krieg war Wolf Mittler ein beliebter Moderator beim Bayrischen Rundfunk.
  • Norman Baillie-Stewart: ein Engländer und ehemaliger Offizier. Er verriet Geheimnisse an die Deutschen und wurde nach dem Krieg zu 5 Jahren Haft verurteilt
  • William Joyce: In der Regel ist er es, der mit den Namen "Lord Haw-Haw" in Verbindung gebracht wird. Geboren wurde er in den USA (am 24. April 1906 in New York); seine Eltern stammten jedoch aus Irland.</br>
  • Als sich im Sommer 1939 die Lage auf dem europäischen Kontinent weiter zuspitzte und Joyce befürchten musste, wegen seiner hitlerfreundlichen Gesinnung interniert zu werden, floh er nach Deutschland und wurde dort eingebürgert. Er sendete während des gesamten Krieges von Hamburg aus, bis die Stadt von britischen Truppen besetzt wurde.</br>
Joyce war für die englische Öffentlichkeit zur einer Hassfigur geworden war. Auf seiner Flucht wurde er an der deutsch-dänischen Grenze gefasst und nach Großbritannien gebracht. In England wurde er des Hochverrats angeklagt. Da Joyce amerikanischer Staatsbürger und später eingebürgerter deutscher Staatsbürger war, war diese Anklage war zweifelhaft, wenn nicht gar rechtsbeugend.
Joyce wurde des Hochverrats schuldig gesprochen, zum Tod durch den Strang verurteilt und am 3. Januar 1946 gehängt, obwohl er als Amerikaner (und erst recht als Deutscher) nach britischer Rechtslage keinen Hochverrat gegen die britische Krone begehen konnte. Seine Verurteilung wird daher kein von vielen Menschen nicht als rechtsstaatlicher Vorgang, sondern als Racheakt angesehen.

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