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Lokalkolorit

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Unter Lokalkolorit (frz. couleur locale: örtliche Färbung) versteht man die Eigenart und Atmosphäre, die einen Ort, eine Gegend oder eine Landschaft auszeichnen.

Oft werden damit zum Klischee erstarrte Vorstellungen herangezogen, um einen Schauplatz in einem literarischen Werk oder einem Film zu charakterisieren. Besonderheiten des Schauplatzes werden so dargestellt, dass sie einen Wiedererkennungseffekt haben. Dies kann durch Sehenswürdigkeiten (Kölner Dom, Völkerschlachtdenkmal etc.), besondere Feierlichkeiten (Oktoberfest, Kieler Woche, Hamburger Dom etc.) oder auch Dialekte (Schwäbisch, Sächsisch, Bajuwarisch etc.) hervorgerufen werden.

Lokalkolorit kann entweder das Eigene oder das Fremde hervorheben. Vor allem dämpft es das potenziell Beunruhigende jedes Fremden, indem es ihm eine touristische Erkennbarkeit und Verfügbarkeit verleiht. So werden zum Beispiel in vielen in Paris spielenden Filmen der Eiffelturm gezeigt, schmissige Akkordeonmusik eingespielt und Baguettes kaufende Baskenmützenträger dargestellt.

International erfolgreiche Bühnenwerke (z. B. Vaudevilles) wurden im 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert mit Lokalkolorit versehen, indem sie in einheimische Dialekte übersetzt und mit Anspielungen auf lokale Geografie versehen wurden. Ein spätes Beispiel ist die Wiener Operette Servus, servus (1935) von Robert Stolz, die in Italien als Ciao, ciao und in der Schweiz als Grüezi, grüezi gegeben wurde.

Unter Medienpraktikern bezeichnet man insbesondere akustisches Lokalkolorit als Atmo.

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