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Lohmann-Affäre (Weimarer Republik)

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Als Lohmann-Affäre wurde 1927 ein politischer Skandal innerhalb des Marinenachrichtendienstes der Weimarer Republik bezeichnet. Sie führte zu den Rücktritten des Reichswehrministers Otto Geßler am 19. Januar 1928 und des Chefs der Reichsmarine, Hans Zenker, im Oktober d.J.

Als im Nachtragshaushalt der Republik 1926 Finanzmittel für den Bau einer Schule beantragt wurden, kam bei der Parlamentsdebatte darüber zutage, dass die Schule mit für andere Zwecke vorgesehenen, aber im Etat umbuchbaren Geldern bereits gebaut und vom Chef der Marineleitung Zenker eingeweiht worden war. Die SPD forderte daraufhin, die Verfügungsgewalt von Heer und Marine über ihre Haushaltsmittel zu begrenzen und deren Verwendung genauer zu überwachen. [1] Dem Militär ablehnend gegenüberstehende Fraktionen im Reichstag vermuteten Schiebungen.

Im Sommer 1927 ging die Firma "Phöbus-Filmgesellschaft" in Konkurs, und es wurde über die Presse bekannt, dass dem Leiter der Transportabteilung der Marine, Kapitän zur See Walter Lohmann, finanzielle Mittel zur Verfügung standen, die nicht im Haushalt enthalten waren und teils wohl noch aus der Ruhrbesetzung 1923 stammten. Die Filmgesellschaft sollte das Interesse der Bevölkerung auf die Landesverteidigung lenken und hatte dafür 10 Mio Reichsmark erhalten.

Lohmann hatte aus den verdeckten Haushaltmitteln Unternehmen zur geheimen Aufrüstung finanziert die laut Versailler Vertrag verboten waren, und auch andere, "unmilitärische" Investitionen, möglicherweise um seinen Etat zu steigern, getätigt. Dazu gehörten Projekte wie "Traytak" (Entwicklung von Schnellbooten), "Severa" (Seeflugzeug-Versuchsabteilung), Immobilienkäufe, Anteile an Ölfirmen, Gründung von Aktiengesellschaften und die Phöbus-Zuwendungen.

Der Nachfolger Geßlers, Reichswehrminister Wilhelm Groener, wickelte die Mehrzahl der Lohmannschen Unternehmungen dann mit einem Gesamtverlust von 26 Mio RM ab. Der Marinenachrichtendienst wurde 1928 in die Abwehr des Heeres eingefügt. [1]

Einzelnachweise

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