Litauer

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Die Bezeichnung Litauer wird sowohl für die Staatsbürger der Republik Litauen, als auch für die Angehörigen der Ethnie der Litauer verwendet. In Litauen sind dies 83,5 % der Bevölkerung.

Die Litauer sind ein baltisches Volk. Sie sprechen die litauische Sprache, die zur indogermanischen Sprachfamilie gehört. Die meisten Litauer sind Katholiken.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Siehe auch: Geschichte Litauens

Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung dieses Namens als Lituae stammt aus den Queldlinburger Annalen von 1009. Lituae war die Bezeichnung für eine Region im heutigen Litauen. Die Nestorchronik von 1116 nennt die beiden Hauptstämme der Litauer: Aukschtaiten (Oberlitauer) und Schemaiten (Niederlitauer). Im 13. Jahrhundert wurden die litauischen Fürstentümer durch den späteren König Mindaugas I. vereinigt, der sich 1253 zum Christentum bekehren ließ. Doch das Christentum konnte sich bis zu seinem Tod 1263 nicht durchsetzen und das Königreich zerfiel. Im frühen 14. Jahrhundert eroberten die Litauer unter einem neuen heidnischen Herrschergeschlecht seit Gediminas das Gebiet zwischen Ostsee und Schwarzem Meer. 1385 trat Großfürst Jagiello zum Katholizismus über und wurde zum polnischen König gekrönt. Während im 15. und 16. Jahrhundert das Großfürstentum Moskau begann, das Reich zu bedrängen, wurden der litauische Landesteil immer mehr zur Provinz und Adel und Klerus polonisiert. 1795 kamen die Kerngebiete Litauens zu Russland und Südwestlitauen zu Preußen, dass später zum russischen Zarentum Polen kam. Durch die Russifizierungspolitik begannen immer mehr Litauer vor allem in die Vereinigten Staaten von Amerika auszuwandern. So lebte bereits vor dem Ersten Weltkrieg etwa ein Drittel der Litauer in den USA und Kanada. Immerhin konnte sich die litauische, katholische Kirche von der polnischen Oberherrschaft befreien und ab 1883 begann die Wiedererweckung des litauischen Nationalbewußtseins. 1918 erklärte Litauen seine Unabhängigkeit. Doch schon 1940 wurde Litauen Opfer des Hitler-Stalin-Paktes. Über 38.000 Litauer wurden allein 1941 durch die Sowjets deportiert, weitere ab 1944, so dass schließlich 300.000 Litauer deportiert wurden. Erst nach dem Zerfall der Sowjetunion konnte Litauen 1990/91 wieder seine Unabhängigkeit erlangen.

Litauer außerhalb Litauens

Heute leben Litauer und Litauischstämmige in der ganzen Welt: Argentinien, Australien (vor allem in Brisbane), Brasilien[1], Deutschland, Großbritannien, Irland, Kanada, Kasachstan, Lettland (1,4 %), Polen, Russland, Skandinavien (vor allem in Norwegen und Schweden), Spanien, Ukraine, USA (Lithuanian-Americans).

Es gibt über 3,1 Mio. Menschen, die Litauisch als Muttersprache sprechen. Etwa über vier Millionen verstehen sich als Litauer und haben gemäß dem Staatsangehörigkeitsgesetz der Republik Litauen den Anspruch auf die litauische Staatsangehörigkeit. Das sind z.B. zahlreiche Abkömmlinge in Nord- und Südamerika (sogar bis zur vierten Generation) der Litauer von verschiedenen Emigrationswellen vom Anfang des 20. Jahrhunderts und später.

Bekannte Litauer

Kunst & Literatur

Politik

Wissenschaft

Sport

Andere

Siehe auch:

Geschichte Litauens, Balten, Pruzzen, Letten, Kuren, Liven

Wikipedia
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