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Lisa Randall

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Lisa Randall

Lisa Randall (* 18. Juni 1962) ist eine US-amerikanische Professorin für theoretische Physik an der Harvard Universität in Cambridge, Massachusetts. Sie gilt als derzeit führende theoretische Physikerin und Expertin für Teilchenphysik, Stringtheorie und Kosmologie.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Schon während der High-School-Zeit zeigte die mittlere von drei Töchtern eines Vertreters und einer Lehrerin aus dem New Yorker Stadtteil Queens eine außerordentliche Mathematikbegabung. Lisa Randall´s jüngere Schwester, Dana Randall, ist Professorin für Computerwissenschaften am Georgia Institute of Technology. Randall machte 1980 ihren High-School-Abschluss an der naturwissenschaftlich ausgerichteten Stuyvesant High School in Manhattan, New York.

In der Folgezeit studierte und arbeitete sie an mehreren amerikanischen Eliteuniversitäten wie Harvard, Berkeley, Princeton, Massachusetts Institute of Technology (M. I. T.). Es folgten 1983 ein Bachelor of Science an der Universität Harvard und 1987, ebenfalls in Harvard, ein Doktor in Physik bei Howard Georgi. In den Jahren von 1990 bis 2001 war sie zunächst als Assistenzprofessorin, später als Professorin für Physik am M.I.T. tätig. 1998 wurde Randall als erste Frau auf den Lehrstuhl für theoretische Physik in Princeton berufen, wo sie bis zum Jahre 2000 unterrichtete. Im Juli 2001 ging sie erneut nach Harvard und nahm einen Lehrstuhl für theoretische Physik an. Für die Zeit von 1999 bis 2004 galt Lisa Randall als die meistzitierte Hochenergiephysikerin der Welt.

Sie ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und der American Physical Society. Es folgten Preise wie der Alfred P. Sloan Foundation Research Fellowship, der National Science Foundation Young Investigator Award, der DOE Outstanding Junior Investigator Award, und der Westinghouse Science Talent Search. Im Jahre 2003 erhielt sie den Premio Caterina Tomassoni e Felice Pietro Chisesi Award von the Universität Rom, La Sapienza. In 2006 bekam sie den Klopsted Award der American Association of Physics Teachers (AAPT).

Forschungsschwerpunkte

Frau Randall arbeitet seit mehreren Jahren an einer Weiterentwicklung der zwei konkurrierenden Modelle der Stringtheorie und versucht, damit das Gefüge der Realität zu erklären. Sie führt Relativität, Quantenmechanik, Gravitation und diese erweiterte Stringtheorie zusammen und entwickelt ein Modell sich durchdringender, überlagernder und verwerfender "Multiversen", welches das bisherige Denken revolutioniert.

Eine ihrer bisher bedeutendsten Arbeiten ist das Randall-Sundrum-Modell, welches sie 1999 zusammen mit Raman Sundrum publizierte. Ihr 2005 veröffentlichtes populärwissenschaftliches Buch Warped Passages (s.u.) wurde in die Liste der hundert bemerkenswertesten Bücher des Jahres 2005 der New York Times aufgenommen.

Gedankengebäude der Lisa Randall

Zusammen mit ihrem Mitarbeiter Raman Sundrum beschreibt Randall ein fünfdimensionales Modell des Universums. Nach Albert Einstein sind Raum und Zeit nicht notwendigerweise flach, sondern verbogen und verzerrt. Berechnungen Randalls ergeben, dass die Raumzeit so stark verbogen sein könnte, dass ganze Bereiche davon für uns unzugänglich sind. Das geht so weit, dass eine fünfte Dimension existieren könnte, die wir wegen dieser Krümmung nicht sehen. Die beobachtbare Welt ist dann nur eine von vielen Inseln inmitten eines höher dimensionierten Raumes. Nur einige Zentimeter weiter könnte es ein anderes Universum geben, das für uns unerreichbar ist, da wir in unseren vier Dimensionen gefangen sind.
Eine Version des Universummodells beinhaltet zwei sogenannte Branen. Das Wort leitet sich von «Membrane» ab. Branen sind niedrigdimensionale Inseln, die in einen höherdimensionalen Raum eingebettet sind. Randall erklärt das am Beispiel eines Duschvorhangs: Ein Duschvorhang ist eine zweidimensionale Brane in einem dreidimensionalen Raum. In Randalls Modell besteht das Weltall aus zwei Branen und einer fünften Dimension, die dazwischen eingeklemmt ist. Auf der einen Brane sitzen wir. Alle Materie, alle Kräfte sind an unsere Brane gebunden – wie Wassertropfen an den Duschvorhang. Darum könnten wir über eine zweite Brane gar nichts erfahren, obwohl sie extrem nahe sein könnte, nur Bruchteile von Millimetern entfernt.
Es gibt aber nach Randalls Vorstellung eine Kraft, die im Gegensatz zu den anderen drei Kräften, der starken Wechselwirkung, der schwachen Wechselwirkung und der elektromagnetischen Kraft die fünfte Dimension durchdringen kann: die Schwerkraft. Randall gibt an, sie habe das Modell deswegen entwickelt, um eine besondere Eigenart der Schwerkraft zu erklären, nämlich ihre unglaubliche Schwäche. In ihrem Modell ist der allergrösste Teil der Schwerkraft in der Nähe der anderen Brane konzentriert, und dort wäre sie etwa gleich stark wie die anderen Kräfte. Weil aber der Raum derart gekrümmt ist, sehen wir bei uns nur einen schwachen Abglanz davon. Das wäre eine natürliche Erklärung für die Schwäche der Schwerkraft.
Das Randall-Sundrum-Modell versucht das Hierarchieproblem durch die Einführung einer einzigen weiteren Dimension - das unterscheidet das Modell von den String-Theorien - zu lösen. Neu und für die Wissenschaft aufregend ist, dass Randall Experimente formuliert hat, die die Extradimension nachweisen könnten.

Literatur

  • Lisa Randall - Warped Passages. Unraveling the Mysteries of the Universe's Hidden Dimensions, New York 2005; ISBN 0-06-053108-8 ( auf deutsch erschienen im Oktober 2006 unter dem Titel: Verborgene Universen. Eine Reise in den extradimensionalen Raum, S. Fischer Verlag, ISBN 3-10-062805-5 )
  • Auflistung der wissenschaftlichen Arbeiten auf Lisa Randall´s Havard-Web-Site Liste

Weblinks


Wikipedia
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