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Lionel Kieseritzky

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Lionel Kieseritzky

Lionel Kieseritzky (* 20. Dezember 1805/1. Januar 1806 1 in Dorpat; † 18. Mai 1853 in Paris) war ein livländischer Schachmeister des 19. Jahrhunderts.

Er wurde als Sohn deutsch-baltischer Eltern auf russischem (heute estnischem) Territorium geboren. Er war das jüngste der 14 Kinder von Otto Wilhelm Kieseritzky und seiner Ehegattin Catharina Felicitas, geb. von Hoffmann.

Kieseritzky war von Beruf Mathematiklehrer. Mit dreißig Jahren entschloss er sich zur Emigration und lebte danach in Paris bis zu seinem frühen Tod im Alter von nur 47 Jahren.

In Paris wurde er als Berufsschachspieler bekannt, der im berühmten Schachcafé Café de la Regence viele Partien spielte. Hier haben vor ihm auch schon Jean-Jacques Rousseau, Maximilien de Robespierre, Denis Diderot, Napoleon Bonaparte, Voltaire und André Danican Philidor dem Königlichen Spiel gefrönt.

Bald war Kieseritzky einer der führenden Meister Frankreichs. Er nahm 1851 auch am Schachturnier in London teil, in dem zum ersten Mal die führenden Meister Europas gegeneinander antraten.

Kieseritzky war ein hervorragender Kombinationsspieler und ein Vertreter der so genannten romantischen Schachepoche. Nach ihm ist eine Hauptvariante des Königsspringergambits benannt, die nach den Zügen 1. е2-е4 е7-е5 2. f2-f4 e5xf4 3. Sg1-f3 g7-g5 4. h2-h4 g5-g4 5. Sf3-e5 entsteht.

In die Schachgeschichte eingegangen ist er aber durch die „Unsterbliche Partie“, eine Partie, die er 1851 in London gegen Adolf Anderssen spielte. Sie dauerte nur eine Stunde, und Kieseritzky verlor sie nach 23 Zügen. Aber er trug durch sein Spiel zu einer der schönsten Matt- und Opfer-Kombinationen bei, die in einer Schachpartie je vorgekommen sind. Die „Unsterbliche“ setzt Maßstäbe für Ästhetik und Schönheit im Schach und wird unvergessen bleiben. Den Wettkampf, in dem diese Partie gespielt wurde, konnte Kieseritzky allerdings mit 9:6 (+8 -5 =2) für sich entscheiden.

Bisweilen als eigensinnig oder verschroben dargestellt, setzte er sich zeitweise für eine dreidimensionale Schachvariante ein. Ein von ihm konstruiertes "Raumschach" stieß indes bei Schülern und Meisterkollegen, wie ein Bericht Anderssens nahelegt, auf Ablehnung.

Kieseritzkys beste historische Elo-Zahl betrug 2734. Diese erreichte er im Januar 1851. Insgesamt lag er zwei Jahre auf Platz 1 der Weltrangliste.

Bekannte Partien

Literatur

  • Tomasz Lissowski/Bartłomiej Macieja: Zagadka Kieseritzkiego [Das Rätsel Kieseritzkys], Warschau 1996.
  • Gerald Schendel: Lionel Kieseritzky (1806-1853), ChessBase Magazin Nr. 85 (Dezember 2001), S.21 - 26

Weblinks

Anmerkung: Bei doppelten Datumsangaben führt der Tag gemäß julianischem Kalender, das folgende Datum gibt den Tag gemäß gregorianischem Kalender an. Der Wechsel des Kalenders fand, je nach Staat, zwischen 1582 und 1812 statt, in einigen Staaten Osteuropas erst Anfang des 20. Jahrhunderts (beispielsweise in Russland zur Oktoberrevolution 1917).
Wikipedia
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