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Linearschrift A

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Bild:Linear A tablets filt.jpg
Bruchstücke von Linear-A-Täfelchen aus Akrotiri

Die Linearschrift A ist neben der Kretischen Hieroglyphenschrift eines der beiden Schriftsysteme der minoischen Kultur Kretas. Sie wurde vom 17. bis ins 15. Jahrhundert v. Chr. verwendet und konnte bisher nur ansatzweise entziffert werden. Aus ihr wurden später die an das Griechische angepasste Linearschrift B sowie die Kypro-Minoische Schrift entwickelt. Da die abstammenden Schriften (vorwiegend) Silbenschriften sind, war auch Linear A mit großer Wahrscheinlichkeit eine Silbenschrift.

Bekannt sind etwa 70 Silbenzeichen, 100 Zeichen mit Wortbedeutung, die teilweise mit Silbenzeichen kombiniert und dadurch näher bestimmt wurden, sowie diverse Zahlzeichen.

Obwohl die der Schrift zugrundeliegende minoische Sprache unbekannt ist und bisher keiner bekannten Sprachfamilie zugeordnet werden konnte, lässt sich der Lautwert vieler Silbenzeichen durch Vergleiche mit der Linearschrift B mehr oder weniger erschließen.

Die große Zahl von logographischen Zeichen ermöglicht die inhaltliche Erschließung aufgefundener Texte. Es wird angenommen, dass die auf Tontäfelchen eingeritzten Notizen häufig der Verwaltung dienten, so dass ihre Entzifferung vor allem Rückschlüsse auf wirtschaftliche Verhältnisse der Epoche ermöglichen würde. Die meisten Texte sind offenbar Listen, bei einzelnen, die die sog. Libationsformel enthalten, handelt es sich vermutlich um Dedikationsinschriften; längere Texte fehlen ganz.

Für das Schreiben in Ton ist das Ritzen von Linien, wie bei den Linearschriften, wenig geeignet. Man geht daher davon aus, dass hauptsächlich auf anderen, leider nicht sehr haltbaren Materialien wie Papyrus oder Pergament geschrieben wurde. Die Tontafeln waren wohl Notizzettel, die nur kurze Zeit aufbewahrt wurden. Erhalten blieben sie uns wahrscheinlich nur deshalb, weil sie durch Brandkatastrophen gebrannt und so für Jahrtausende konserviert wurden.

Einige Zeichen der Linear A sind den archaischen Urbildern der mesopotamischen Keilschrift sehr ähnlich. Eine Verwandtschaft beider Schriftsysteme, die einen Weg zum Verständnis der Linear-A-Inschriften bahnen könnte, gilt daher als möglich, wenn auch wegen des zeitlichen Abstandes als unwahrscheinlich.[1]

Inhaltsverzeichnis

Verwandte Themen

Quellen


Literatur

  • Louis Godart, Jean-Pierre Olivier: Recueil des inscriptions en Linéaire A. (Études Crétoises 21) 5 Bde. Librairie Orientaliste Paul Geuthner, Paris 1976-1985 (umfassendes Inschriftencorpus)

Weblink

Wikipedia
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