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Limiter

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Ein Limiter oder Begrenzer ist ein dynamikbearbeitendes Effektgerät, das den Ausgangspegel auf einen bestimmten Wert herunterregelt. Dieser wird durch den „Limiter Threshold“ festgelegt. Der Limiter ist eine Extremform des Kompressors mit einer Ratio von unendlich zu 1, oft wird aber bereits bei einer Ratio von 10:1 oder höher von Limitierung gesprochen. Wichtige Bauteile sind ein Hüllkurvenverfolger und ein VCA.

Die nebenstehende Kennlinie beschreibt die Bearbeitung des Audiosignals zwischen Eingang und Ausgang des Limiters.

Inhaltsverzeichnis

Weitere Parameter

Attack: Die „Attack Time“ ist das Zeitintervall, nach dem das Eingangssignal nach Überschreiten des Threshold-Pegels auf denselbigen heruntergeregelt wird.

Release: Die „Release-Time“ ist das Zeitintervall, in dem das Signal nach Unterschreiten des Threshold auf das normale Verhältnis von 1:1 zurückgeregelt wird.

Auto: Die häufig verfügbare „Auto“-Funktion des Limiters tastet das Signal nach Pegelspitzen ab und stellt die Regelzeiten entsprechend ein. So wird bei sinkendem Eingangspegel die Ansprechzeit (Attack) länger.

Soft Knee: Dieser Parameter rundet die "Ecke" der Kennlinie auf Höhe des Thresholds ab. Ergebnis ist ein weicher Übergang zwischen unbearbeitetem zu begrenztem Pegel.

Verschiedene Bauarten

Rückwärtsregelung: Bei Überschreiten des Tresholds regelt der Limiter das Signal bis zum Ablauf der „Attack-Time“ auf den Wert des Tresholds zurück. Dabei kann es zu Ausgangspegeln kommen die oberhalb des Tresholds liegen.

Clipping: Der Limiter begrenzt das Signal durch die Sättigung des Verstärkers. Die Clipgrenze liegt dabei leicht oberhalb des Treshold. Durch eine abgerundete Form der Clippingkennline wird das Signal zuerst komprimiert und dann begrenzt. Dabei entstehen durch die harmonischen Verzerrungen Obertöne. Limiter mit Röhrentechnik erzeugen für den Menschen meist angenehmere Obertöne als Geräte in Transistorbauweise.

Vorwärtsregelung: Diese Schaltung wird auch „Feed Forward“ oder „Look Ahead“ genannt. Das Signal wird um ein sehr kurzes Zeitintervall (z. B. 0,2 ms) verzögert. So kann der Regelschaltkreis das Audiosignal vor dem Überschreiten des Treshold um den entsprechenden Pegel begrenzen. Das Signal muss dabei um die Mindestansprechzeit (Attack) des VCAs verzögert werden. Das Phänomen der Rückwärtsverdeckung sorgt dafür, dass der Regelvorgang kaum wahrgenommen wird.

Bezeichnungen

„Brickwall Limiter“/ „Clipper“: Diese Bezeichnungen stehen für eine bestimmte Form des Limiting. Ein „Brickwall Limiter“ oder „Clipper“ gibt garantiert keine Pegel oberhalb des Tresholds aus. Durch die Verstärkung des Eingangspegels kann so rasch eine hohe Lautheit des Audiomaterials erzielt werden.

„Intersample Limiting“: Durch die stetige Erhöhung der Lautheit von Musikproduktionen ist man auf das Problem der „Intersample Peaks“ gestoßen. So kann es zu zwischen den Samples zu Pegeln jenseits von 0 dBFS (dB Full Scale) kommen. Pegelmessgeräte mit höherer Auflösung als das Audiomaterial können diese darstellen. Einige Hersteller bieten deshalb „Intersample Limiter“ an, die das Audiomaterial mit einer hohen Samplerate abtasten und diese Übersteuerungen begrenzen.

Anwendungsbereiche

Sowohl bei Rundfunk, Kino und Fernsehen, als auch bei der Musikproduktion werden Limiter benötigt. Eine häufige Anwendung bei der Aufnahme ist die Begrenzung dynamischer Schallquellen (wie Sprache/Gesang) auf einen definierten Pegel. Hier hat der Limiter die Funktion als Schutzbegrenzer um Verzerrungen in nachfolgenden Geräten zu vermeiden. Auch in Masteringstudios ist der Limiter Standardwerkzeug. Die Anhebung des Durchschnittspegels (RMS) einer Produktion wird vor allem durch das Limiting erreicht. Im Live-Bereich werden Limiter zum Schutz des Audioequipments eingesetzt.

Eine Spezialanwendung für speziell ausgestattete Limiter ist der Bereich Lärmschutz. Diese Geräte kommen in Diskotheken und auf Veranstaltungen zum Einsatz und werden meist von den Behörden als Auflage zur Begrenzung des Schalldruckpegels gefordert.
Diese Limiter (Schallpegelbegrenzer) sind verplombbar, sodass der Pegel nicht durch von außen zugängliche Bedienelemente manipuliert werden kann. Sie dürfen nur von zugelassenen Sachverständigen oder durch Messstellen gem. §§ 26, 28 BImSchG eingepegelt werden.

Geräte und Plugins

Es gibt Begrenzer in Hard- und Softwareausführung. Auf der analogen Seite haben Geräte wie der UREI 1176 LN oder der Universal Audio LA2A Kultstatus. Es gibt aber auch digitale Geräte wie beispielsweise den TC Finalizer. Große Auswahl hat man bei TDM-, AU- und VST-Plugins. Hier stehen native und DSP-gestützte Plugins zur Verfügung. Native Softwarelimiter sind beispielsweise der L1, L2 und L3 von Waves. Die Emulationen von TC (Powercore) und Universal Audio (UAD) simulieren legendäre analoge Geräte und benötigen DSP-Karten.
Bekannteste Schallpegelbegrenzer sind SPL2 und SPL2 TS von DATEQ, diese verfügen über manipulationsichere Gehäuse und verändern nicht die Dynamik des Programms, sondern nur den Maximalpegel.

Literatur

  • Michael Dickreiter: Handbuch der Tonstudiotechnik, Bd. 1, 6. Auflage, München, K.G.Saur Verlag

Siehe auch

Kompressor (Musik) | Kompressor | Dynamikprozessor |

Weblinks

Wikipedia
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