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Lecithin
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Lecithin, veraltet deutsch auch Lezithin (v. altgriech. λέκιϑος „Eidotter“), chemische Bezeichnung Phosphatidylcholin, ist ein Phosphoglyzerid und gehört zu der Gruppe der Phospholipide.
Im Körper übernimmt das Lecithin verschiedene Aufgaben:
- Zellmembran: Die Zellmembran fast aller Zellen besteht aus einer Lipiddoppelschicht. Lecithin ist essentiell für die Bildung der Biomembranen.
- Fettverdauung: Da Fette wasserunlöslich sind, sind zur Fettverdauung verschiedene körpereigene Schritte notwendig, um die mit der Zerlegung von Fetttröpfchen (Micellen) beginnende Verdauung durchführen zu können.
- Export von Fettsäuren aus der Leber: Diese Funktion ist insbesondere bei den landwirtschaftlichen Nutztieren wichtig:
- Hühner nehmen mit der Nahrung vor allem Stärke auf, aus der in der Leber Fette für die Eibildung synthetisiert werden müssen; Lecithin ist hier notwendig, um die gebildeten Fette aus der Leber zu exportieren (als very-low-density-Lipoproteins; VLDL), sonst besteht die Gefahr, dass das Tier an einer Fettleber erkrankt.
- Bei Kühen besteht diese Gefahr auch teilweise, allerdings ist dies hier Folge eines anderen Vorganges: Kurz nach der Geburt des Kalbes beginnt die sehr energieaufwendige Milchbildung. Hierzu werden Körperfettreserven mobilisiert, die zunächst in die Leber transportiert werden und von hier wiederum als VLDL in das Blut. Soweit die Versorgung der Kuh mit Aminosäuren zu diesem Zeitpunkt nicht adäquat ist (insbesondere: Lysin und Methionin), kann es ebenfalls zu einer Fetteinlagerung in der Leber kommen, was letztlich wohl zu einer Leistungsdepression führen kann. Die Forschung auf diesem Gebiet dauert noch an.
Darüber finden sich in der Literatur auch Hinweise, dass Lecithin sich beim Menschen positiv auf die Lern- und Merkfähigkeit auswirken soll.
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Vorkommen und Herstellung
Bei Tieren (Säugern) kann Lecithin im Körper über verschiedene Schritte aus Phosphatidylethanolamin und Cholin gebildet werden.
Die Basis der Lecithin-Gewinnung kann eine pflanzliche oder eine tierische Substanz sein. Die tierische Substanz ist Eigelb. Als pflanzliche Substanz kommen verschiedene Kandidaten in Frage: Sojabohnen, Sonnenblumensamen, Rapssamen, Maiskeime und in manchen Fällen Reiskeime oder Lupine. Üblicherweise erfolgt die Herstellung heutzutage jedoch auf pflanzlicher Basis als Nebenprodukt der Soja-Verarbeitung.
Verwendung
Lecithin wird in der Lebensmittelindustrie als Emulgator zur Stabilisierung von Wasser-in-Fett-Gemischen (wie Schokolade) verwendet.
Lecithine sind in der EU als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 322 zugelassen. Auf Zutatenlisten werden sie als Lecithin, Sojalecithin oder eben E 322 aufgeführt.
Literatur
- Werner Schäfer/Volkmar Wywiol: Lecithin - der unvergleichliche Wirkstoff, Alfred Strohte Verlag, Frankfurt/Main, 1986; ISBN 3-87795-031-0
- Rüdiger Ziegelitz/Dr. Lutz Popper: Lecithin - bewährte Funktionalität, Hrsg. Backmittelinstitut, www.backmittelinstitut.de, 03.April 2007
Weblinks
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