Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Les Baux-de-Provence

Aus Kefk.

(Weitergeleitet von Les-Baux-de-Provence)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 43° 44′ 36″ N 04° 47′ 42″ O

Les Baux-de-Provence
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/8/80/France_with_Corsica2_(demis).png': No such file or directory.
Region Provence-Alpes-Côte d'Azur
Département Bouches-du-Rhône
Arrondissement Arles
Kanton Saint-Rémy-de-Provence
Geografische Lage 43° 44′ N 04° 47′ O
Höhe 200 m
(180 m–218 m)
Fläche 17 km²
Einwohner
– mit Hauptwohnsitz
– Bevölkerungsdichte

443 Einwohner
Einw./km²
Postleitzahl 13520
INSEE-Code 13011
Website Gemeinde Les Baux
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/6/66/Provence_les_baux_1.jpg': No such file or directory.
Les Baux von Nordwesten gesehen

Les Baux-de-Provence (Baux kommt von "Baou", hoher Fels auf provenzalisch) liegt am Südhang der Alpilles in der Provence ca. 15 km nordöstlich von Arles auf einem fast freistehenden Fels von 600 m x 200 m. Es wird von einer Burgruine beherrscht, die der Fläche nach eine der größten Frankreichs ist. Diese ist noch heute im Besitz der Grimaldi, des monegassischen Fürstenhauses.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bild:Katapult 26-9-2006-14h35.jpg
Katapult auf der Zitadelle Les-Baux-de-Provence
Bild:Suedfrankreich-Les Baux de Provence.jpg
Blick von der Burgruine auf den Ort

Die Verteidigungsmöglichkeiten von Les Baux führten zu einer frühen Besiedlung. Spuren der Bewohner lassen sich auf ca. 6.000 v. Chr. datieren. 1993 wurden Keramikfunde augegraben, die eine Besiedlung schon während der Bronzezeit belegen. Bei den Kelto-Ligurern wurde das Felsplateau mit ausgezeichneter Sicht über die sich nach Süden erstreckende Ebene bereits als Festung oder oppidum ca. 200 v. Chr. genutzt.

Das Bild der Landschaft ist völlig verschieden zu dem der 'normalen' Provence. Urplötzlich sieht man fast nur noch Stein. Für dieses Phänomen haben schon die alten Griechen eine Erklärung gefunden. Herakles soll auf dem Rückweg von seiner 10. Arbeit für Eurystheus in Spanien, wo er die Herde der Geryon erbeutet hatte, hier von den Ureinwohnern der Provence, den Ligurern, angegriffen worden sein. Die Ligurer wollten ihm die Herde rauben und dem Herakles waren ausgerechnet jetzt die Pfeile ausgegangen. Da kam ihm Zeus zu Hilfe, der einen Steinhagel auf die Ligurer niedergehen ließ und auch Herakles bombardierte sie mit Steinen. So erklärt sich die heutige Form dieser Landschaft. (Lexikon der antiken Mythen und Gestalten, S. 196) Der Felsen, der den Ort Les Baux und dessen Burgruine trägt, erhebt sich bis zu 280 Meter über die Landschaft.

Auf Les Baux herrschte im Mittelalter ein großes Geschlecht über 79 Ortschaften. Es war so kühn, seine Herkunft auf einen der heiligen drei Könige, Balthasar, zurückzuführen und führte deshalb den Stern von Betlehem in seinem Wappen. Mit dem Aufkommen der Minne entwickelte sich Les Baux zu einem Zentrum der Minnekunst. Im 12. Jahrhundert erreichte der Hof von Les Baux den Gipfel seines Ruhms für Kultiviertheit und Rittertum. Troubadoure, obwohl als kampflüstern verrufen, drängten im 13. Jahrhundert an den Hof von Les Baux, wo sie mit selbst komponierten und gedichteten Minneliedern die ritterlichen Liebe beschworen. 1426 erlosch das Geschlecht mit der letzten Prinzessin Alix von Les Baux. Les Baux gelangte in den Besitz des Grafen der Provence, Ludwig III. d'Anjou.

Im 14. Jahrhundert übernahm Raymond de Turenne als Vormund seiner Nichte die Herrschaft über Les Baux und war bald die „Geißel der Provence“. Er soll Gefangene in die Abgründe unter der Burg getrieben haben, um sich an deren Entsetzen zu weiden.

Unter der Herrschaft der Familie Manville gelangte Les Baux gemeinsam mit der Provence unter die Kontrolle der französischen Krone. Der Ort wurde ein Zentrum des Protestantismus. Im Zeitalter der Religionskriege schuf eine misslungene Revolte auf Seiten des Herzogs von Orléans gegen König Ludwig XIII. Kardinal Richelieu den Vorwand, 1632 die Burg zu belagern und 1633 durch die Bewohner der Stadt schleifen zu lassen. 1642 wurde der Ort der Familie Grimaldi als Grafschaft übertragen. Diesen Titel der Grafen von Les Baux tragen die Grimaldis bis heute, obwohl der Fels politisch komplett zu Frankreich gehört.

Heutige Bedeutung

Raymond Thuillieer eröffnete in den 1940er Jahren sein berühmtes Restaurant und Hotel L'Oustau de Baumanière in der Geisterstadt, in das Politiker und Prominente pilgerten und allmählich der vergessenen Stadt ihren aktuellen Ruf einbrachten. Les Baux ist heute neben Aigues-Mortes, Pont du Gard u. a. einer der touristischen Höhepunkte der Provence. Der Ort ist eine Ansammlung von Boutiquen von Kunst- und Souvenirhändlern, Restaurants, Eisverkäufern und anderen üblichen Läden an solchen Orten. Der Zutritt zur Ruine muss mit hohem Eintrittsgeld bezahlt werden. Bei gutem Wetter hat man von der Ruine einen einmaligen Rundblick über die Provence bis zum Mittelmeer.

Seit dem 16. Jahrhundert begingen die Schäfer am Heiligen Abend die fête de pastrage, die berühmte Hirtenmesse. Dabei verkündet der hinter dem Altar verborgene Engel den Hirten im hinteren Teil der Église-Saint-Vicent die Geburt des Gottessohns. Die Hirten treten in Begleitung von mit Obst und Blumen geschmückten Schäferinnen vor, tanzen und singen traditionelle Weihnachtslieder.

1822 wurde die Bedeutung des braun-violetten Minerals entdeckt, das in der Nähe gefunden und nach Les Baux Bauxit genannt wird: Es enthält eine Aluminiumverbindung und kann deshalb zur Aluminiumherstellung benutzt werden. Die Förderung wurde Ende des 20. Jahrhunderts eingestellt. Einen großen Einfluss auf die Landschaft kann man aber nicht feststellen.

Les Baux gibt zwei landwirtschaftlichen Produkten den Namen: Der Wein vom Südrand der Alpilles darf als Les Baux-de-Provence AOC oder als Coteaux d'Aix-en-Provence verkauft werden. Diese Weine haben einen sehr eigenen, etwas kratzigen Charakter. Der Südrand der Alpilles gilt außerdem unter Feinschmeckern inzwischen als die beste Lage für Olivenöl.

Literatur

Ingeborg Tetzlaff, DuMont-Reiseführer: Die Provence (vergriffen)

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Category:Les Baux de Provence – Bilder, Videos und/oder Audiodateien


Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Les_Baux-de-Provence, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
ceb:Baux-de-Provence
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Les_Baux-de-Provence, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge