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Lentiviren
Aus Kefk.
| Lentiviren | |||||||||||
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| Systematik | |||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | |||||||||||
| Maedi Visna Virus (MVV) | |||||||||||
| Untergruppen | |||||||||||
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Die Lentiviren (Singular: Lentivirus) sind behüllte Einzel(+)-Strang-RNA-Viren, (ss(+)RNA), mit Besonderheiten und bilden eine Gattung (Genus) innerhalb der Familie der Retroviren. Sie können im Gegensatz zu den anderen Retroviren auch nicht teilungsaktive, eukaryotische Zellen infizieren.
Die Bezeichnung Lentiviren leitet sich von lateinisch: lentus = langsam ab, da viele dieser Viren langsam fortschreitende, chronisch degenerative Krankheiten auslösen. Die erste beschriebene von Lentiviren ausgelöste Krankheit ist die Maedi-Visna-Erkrankung bei Schafen, die in den 1930ern und 1940ern erstmals in Island beobachtet wurde. Das auslösende Virus wurde in den 1950ern als das Maedi-Visna-Virus, abgekürzt MVV, beschrieben.
Zur Gattung (Genus) Lentivirus gehören zum Beispiel:
- Bovine Lentiviren:
- Bovines Immundefizienz-Virus (BIV) der Rinder
- Jembrana disease virus der Rinder
- Equine Lentiviren:
- Virus der equinen infektiösen Anämie (EIAV) der Equiden (Pferde, Esel)
- Feline Lentiviren:
- Ovine/caprine Lentiviren:
- Maedi-Visna-Virus (MVV) der Schafe
- Caprines Arthritis-Encephalitis-Virus (CAEV) der Ziegen
- Lentiviren bei Primaten:
- Humanes Immundefizienz-Virus (HIV) mit den beiden Arten HIV-1 und HIV-2
- Simianes Immundefizienz-Virus (SIV) bei verschiedenen Affen, mit verschiedenen Unterformen
- Bovine Lentiviren:
EIA und Jembrana gehören zu den Lentiviren, sie können jedoch im Gegensatz zu den anderen Viren auch eine akute Erkrankung hervorrufen.
Aufbau
Lentiviren gehören zu den komplexen Retroviren. Sie haben in ihrem Genom drei "Hauptgene", gag, pol und env, die für die viralen Proteine kodieren und die in allen Lentiviren in der Reihenfolge 5´-gag-pol-env-3´ angeordnet sind. Außderdem haben sie verschiedene zusätzliche Gene, die auch als akzessorische Gene bezeichnet werden und die sich von Virus zu Virus unterscheiden können. Diese Gene sind an der Regulation, Synthese und Prozessierung der viralen RNA beteiligt und wirken teilweise den Abwehrmechanismen der Wirtszellen entgegen. HIV-1 enthält beispielsweise die akzessorischen Gene vif, vpr, vpu, tat, rev und nef. Die LTR der Lentiviren ist etwa 600 Nukleotide (nt) lang, davon entfallen auf die U3-Region etwa 450 nt, die R-Region 100 und auf die U5-Region 70 nt.
