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Leisten

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel befasst sich mit dem Leisten als Formstück für Schuhe.
Ortsteile der Gemeinden Karow und Schnega tragen ebenfalls den Namen Leisten.
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Leisten verschiedener Größen und Formen in einer Schusterwerkstatt

Der Leisten ist ein Formstück aus Holz, Kunststoff oder Metall, das zum Bau eines Schuhs verwendet wird. Der Schuh (genauer das Schuhoberteil, in der Fachsprache "Schaft" genannt) erhält durch den Leisten seine endgültige Form. Der Leisten ist ein vereinfachtes Abbild eines Fußes und für die Passform verantwortlich. Der Oberlederschnitt des Schuhmodells und der Leisten müssen aufeinander abgestimmt werden. Beim Wechsel der Schuhmode wechseln auch die bevorzugten Leistenformen, besonders die Leistenspitzen sind sehr variabel. Die Leistenform legt auch die spätere Absatzhöhe des Schuhs fest.

Der Schuh wird um den Leisten herum gebaut: Erst wird die Innensohle (Brandsohle) des Schuhs unter dem Leisten befestigt, dann das Schuhoberteil ("Schaft") über den Leisten gezogen ("gezwickt") und an der Innensohle befestigt, bevor die eigentliche Laufsohle angebracht wird. Insofern ist der Leisten die maßgebliche Form, um dem Schuh sein späteres Aussehen zu geben. Die Leisten werden nach Abschluß dieser Arbeiten aus dem geformten Schuh herausgenommen. Viele Leisten können zu diesem Zweck zerlegt oder geklappt werden. Leisten können mehrfach zur Schuhherstellung verwendet werden.

Man unterscheidet den Leisten für den Konfektionsschuh- oder Stiefel, von dem des orthopädischen Schuhs und dem des Maßschuhs.

Vor der Serienfertigung eines neuen Konfektionsschuhs wird der Leisten zunächst nach zweidimensionalen so genannten Formschablonen (auf Papierblättern) aus Holz angefertigt. Dieser dient dann als Grundlage für die in der Massenproduktion verwendeten Leisten aus Kunststoff und auch als Grundlage für die Gradierung in andere Schuhlängen und -weiten.

Beim Maßschuh und beim orthopädischen Schuh werden die Fußmaße erfasst (Längen, Breiten, Höhen, Umfänge). Der Leisten wird dann gemäß der äußeren Form des Fußes oder, bei Maßstiefeln auch zum Teil der Form der Wade entsprechend, sorgfältig angeglichen. Dabei wird der Holzleisten falls nötig durch Abraspeln und -feilen verkleinert, oder durch aufgeklebte Lederauflagen, vergrößert. Der orthopädische Schuh oder Stiefel wird nach ärztlicher Verordnung für den betreffenden Patientenfuß individuell durch den Orthopädieschuhmacher angefertigt. Dazu bedarf es eines Gipsmodells und des speziellen danach geformten Leisten.

Redewendung

  • Es gibt im deutschen Sprachgebrauch die Redewendung: Schuster bleib bei deinem Leisten. Diese geht auf eine Anekdote Plinius des Älteren zurück. Man fordert damit dazu auf, den Realitätssinn zu wahren und sich nicht in utopische Vorstellungen zu verstricken. Weiterhin ist sie auch eine Ermahnung, die Grenzen der eigenen Fachkompetenz zu respektieren und nicht über Dinge zu urteilen, von denen man nichts versteht.

Literatur

  • A. Schlachter: Schuh, Leder und Schuhzubehör. Stam-Verlag, Köln München 1987, 303 S.
  • Helge Sternke: Alles über Herrenschuhe. Nicolai Verlag, Berlin 2006, 560 S., 450 Abb., ISBN 3-89479-252-3. Mit einem ausführlichen Kapitel zur Schuhherstellung und dem Leistenbau.

Siehe auch

Persönliche Werkzeuge