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Leipzig
Aus Kefk.
| Wappen | Karte |
|---|---|
| Bild:Stadtwappen Leipzig.svg | Bild:Lage der kreisfreien Stadt Leipzig in Deutschland.png |
| Leitspruch | |
| Leipzig kommt! (1992–2002) | |
| Leipziger Freiheit (seit 2003) | |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Sachsen |
| Regierungsbezirk: | Leipzig |
| Kreis: | Leipzig, Stadt |
| Fläche: | 297,60 km² |
| Einwohner: | 506.372 (November 2006) [1] |
| Bevölkerungsdichte: | 1715 Einwohner je km² |
| Ausländeranteil: | 6,3 % |
| Arbeitslosenquote: | 17,7 % (März 2007) [2] |
| Geographische Lage: | Koordinaten: 51° 20' N, 12° 23' O51° 20' N, 12° 23' O |
| Höhe: | 113 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 04003–04357 (alt: 70xx) |
| Vorwahl: | 0341 |
| Kfz-Kennzeichen: | L |
| Gemeindeschlüssel: | 14 3 65 000 |
| UN/LOCODE: | DE LEJ |
| Stadtgliederung: | 10 Stadtbezirke mit 63 Ortsteilen |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Neues Rathaus Martin-Luther-Ring 4-6 04109 Leipzig |
| Offizielle Website: | leipzig.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Burkhard Jung (SPD) |
Leipzig ?/i ist eine kreisfreie Stadt im Nordwesten Sachsens. Mit mehr als 506.000 Einwohnern ist sie mit Stand November 2006 knapp vor Dresden die bevölkerungsreichste Stadt Sachsens und der fünf neuen Bundesländer.
Nach Verleihung des Stadtrechts und der Marktprivilege im Jahre 1165 entwickelte sich Leipzig während der Deutschen Ostsiedlung schnell zu einem Handelszentrum. Die Einwohnerzahl überschritt etwa 1870 die Grenze von 100.000, wodurch Leipzig Großstadt wurde. Es gehört zu den sechs Oberzentren Sachsens und ist Sitz des Regierungsbezirks Leipzig.
Leipzigs Tradition als bedeutender Messestandort in Mitteleuropa und eine der ältesten Messen der Welt geht auf das Jahr 1190 zurück.
Neben Frankfurt am Main ist die Stadt ein historisches Zentrum des Buchdrucks und -handels. Außerdem befinden sich in Leipzig eine der ältesten Universitäten sowie die älteste Handels- und Musikhochschule Deutschlands.
Leipzig ist ein Kern des Ballungsraums Leipzig-Halle und damit Teil der Metropolregion Sachsendreieck. Die Stadt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und bildet einen der wirtschaftsstärksten Räume der neuen Bundesländer.
Inhaltsverzeichnis
|
Geographie
Geographische Lage
Leipzig liegt im Zentrum der Leipziger Tieflandsbucht, einem Teil der Norddeutschen Tiefebene. Im Osten grenzt daran das nördliche Elbland und im Südosten und Süden das Mittelsächsische Hügelland an. Im westlichen Thüringen und Sachsen-Anhalt geht die Tieflandsbucht durch das Tal der Saale in die Saale-Unstrut-Region über.
In der Nähe liegende Großstädte sind Halle (etwa 30 km nordwestlich), Chemnitz (etwa 70 km südlich), Dresden (etwa 100 km südöstlich), Erfurt (etwa 100 km südwestlich), Magdeburg (etwa 100 km nordwestlich) und Berlin (etwa 145 km nördlich). Leipzig liegt fast im Schwerpunkt der drei benachbarten Landeshauptstädte Dresden, Magdeburg und Erfurt.
Durch die Stadt fließt die Weiße Elster, in die hier die Pleiße und die Parthe münden. Aus der Weißen Elster entspringt im Stadtgebiet mit der Luppe ein zweiter Flusslauf. Mit Leipzig wird aber vor allem die Pleiße in Verbindung gebracht, da sie unmittelbar am Stadtzentrum vorbeifließt.
Die höchsten Erhebungen Leipzigs sind der Monarchenhügel (159 m), der künstlich aufgeschüttete Fockeberg (153 m) sowie der knapp außerhalb der Stadtgrenze liegende Galgenberg (163 m).
Natur und Umwelt
Entlang der Flüsse zieht sich ein ausgedehntes Auwaldgebiet mitten durch die Stadt. Es gilt als größtes innerstädtisches, zusammenhängendes Waldgebiet dieser Art in Europa. Da sich unter Leipzig und seinem Umland bedeutende Braunkohlelagerstätten befinden, wurde bereits in den 1930er Jahren mit dem industriellen Abbau dieses Rohstoffes in Tagebauweise begonnen. Durch den Bergbau, der sich während der DDR-Zeit immer weiter ausbreitete (Braunkohle war der Hauptenergieträger), wurden südlich von Leipzig Teile des Auwaldes zerstört. Zahlreiche Hochwasserschutzmaßnahmen, unter anderem der Bau des Elsterbeckens und die Verlegung natürlicher Flussläufe sowie mit dem Kohleabbau verbundene Absenkungen des Grundwasserspiegels führten zu Störungen des hochspezialisierten Ökosystems, das ursprünglich als natürliches Überflutungsgebiet diente.
In den 1950er Jahren wurden der Pleißenmühlgraben und ein Teil des Elstermühlgrabens – im Mittelalter für den Betrieb von Mühlen teilweise künstlich angelegte Nebenarme der beiden Flüsse – wegen der Verschmutzung durch Industrieabwässer aus der Braunkohleverarbeitung südlich von Leipzig verrohrt und teilweise auch zugeschüttet, sodass Leipzig seinen Charakter als Flussstadt teilweise verlor. Die Einleitung der hochgiftigen Abwässer führte dazu, dass die Flüsse biologisch tot waren. Seit den 1990er Jahren werden beide Flussläufe nach und nach wieder freigelegt.
Neben der Gewässerverunreinigung brachte die Braunkohlebefeuerung veralteter Industrieanlagen und Kraftwerke, die teilweise noch dem Vorkriegsstandard entsprachen, sowie häuslicher Ofenheizungen eine sehr starke Luftverschmutzung mit sich. Die schwefel- und phenolreiche Luft und der damit einhergehende saure Regen griff Teile der Bausubstanz, v. a. die aus Sandstein, an. In den 1970er und 1980er Jahren galt Leipzig als eine der mit Umweltgiften am meisten belasteten Großstädte Europas. Pseudokrupp war eine der häufigsten Kinderkrankheiten.
Nach der Wende führte die Stilllegung der Altindustrie und die Modernisierung von Kraftwerken und häuslichen Heizungsanlagen sehr schnell zu erheblich verbesserten Wasser- und Luftverhältnissen und einer sichtbaren Gesundung der Tier- und Pflanzenwelt. Leipzig zählt heute mit seinen zahlreichen Stadtparks, wie beispielsweise dem zentrumsnahen Clara-Zetkin-Park und dem Rosental, vielen neu geschaffenen Anlagen in den Wohngebieten sowie den traditionellen Schrebergartenvereinen – die von Schreber initiierte Kleingartenbewegung hat in Leipzig ihren Ursprung – mit einem Grünflächenanteil von etwa 50 % und einem Waldanteil von etwa 7 % zu den grünsten Städten Deutschlands.
Anfang der 1990er Jahre wurde auch der Braunkohleabbau gestoppt und mit der Rekultivierung der Tagebaurestlöcher und der Renaturierung des Umfeldes begonnen. Inzwischen sind aus den gefluteten Tagebauen mehrere Seen mit sehr guter Wasserqualität entstanden. Weitere Tagebaue befinden sich noch in der Flutung. Der Cospudener See liegt dem Leipziger Stadtzentrum am nächsten und dient bereits als sehr gut erschlossenes Naherholungsgebiet. Der so entstehende großflächige Erholungsraum wird als „Leipziger Neuseenland“ auch touristisch vermarktet. Um Natur und Landschaft der Region gemeinsam mit den umliegenden Kommunen und Landkreisen zu entwickeln und erlebbar zu machen, ist Leipzig seit 1996 Mitglied im Grünen Ring Leipzig.
Stadtgliederung und Nachbargemeinden
Leipzig besteht aus zehn Stadtbezirken mit 63 Ortsteilen, siehe Liste der Ortsteile Leipzigs für die politische Gliederung und Liste der Stadtteile Leipzigs für die historisch gewachsene Struktur.
Die nachfolgenden Gemeinden grenzen an die Stadt Leipzig. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:
- im Muldentalkreis (MTL): Borsdorf, Stadt Brandis und Stadt Naunhof
- im Landkreis Leipziger Land (L): Großpösna, Stadt Markkleeberg, Stadt Zwenkau, Kitzen und Stadt Markranstädt
- im Landkreis Delitzsch (DZ): Stadt Schkeuditz, Rackwitz, Krostitz, Jesewitz und Stadt Taucha
Klima
Leipzig liegt in der kühlgemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,4 °C und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 556,8 mm (Mittel 1972–2001). Die mittlere Frostdauer beträgt 79 Tage. [4]
Leipzig liegt im Regenschatten des Harzes und noch vor den Regenstaulagen am Erzgebirge. Der meiste Niederschlag fällt in den Sommermonaten Juni bis August mit einem Spitzenwert von 72 mm im Juli. Im Februar fällt der geringste Niederschlag mit 27 mm, in den anderen Wintermonaten liegt er etwa bei 30 mm. Aufgrund des unterschiedlichen Ausmaßes des Regenschattens des Harzes unterscheiden sich auch die Niederschlagsmengen innerhalb des Stadtgebietes. Am trockensten ist der Norden Leipzigs, der meiste Niederschlag fällt im Südraum der Stadt, wobei die Jahresdifferenz etwa 100 mm beträgt. [5]
Der heißeste Tag war der 9. August 1992 mit 38,8 °C, der kälteste der 14. Januar 1987 mit −24,1 °C.[4]
Nach Leipzig benannte Ortschaften
In der kanadischen Provinz Saskatchewan gibt es eine Kleinstadt namens Leipzig.
Ferner befinden sich mehrere nach Leipzig benannte Ortschaften in den USA. So tragen zwei Orte, in Delaware (203 Einwohner; Stand: 2000) und in Ohio (2.236 Einwohner; Stand: 2000), den der englischen Aussprache angepassten Namen Leipsic. In North Dakota liegt zudem das im Jahre 1901 von Russlanddeutschen gegründete New Leipzig, welches heute 326 Einwohner zählt.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Stadt Leipzig
Etwa 900 n. Chr. wurde an beiden Ufern der Parthe eine slawische Siedlung angelegt, wie Grabungen von Herbert Küas im Gebiet des heutigen Matthäikirchhofs bestätigten. Erstmals erwähnt wurde Leipzig 1015, als Thietmar von Merseburg von einer urbs Libzi berichtete (Chronikon VII, 25). Als Gründungsjahr der Stadt gilt das Jahr 1165, in dem Markgraf Otto der Reiche von Meißen dem Ort an der Kreuzung der Via Regia mit der Via Imperii das Stadtrecht und das Marktrecht erteilte. Mit der Stadtgründung entstanden die beiden großen Kirchbauwerke der Thomaskirche und der St. Nikolaikirche.
Leipzig lag in der Markgrafschaft Meißen, die 1439 säkularisiert zum Kurfürstentum Sachsen wurde. Das Kurfürstentum wurde bereits 1485 durch die beiden Brüder Albrecht den Beherzten und Ernst mit der Leipziger Teilung aufgeteilt. Leipzig gehörte danach zum Herzogtum Sachsen, zu dessen Hauptstadt das bis dahin im Vergleich zu Leipzig oder Meißen unbedeutende Dresden ernannt wurde. Leipzig war darin häufig Tagungsort des Landtags. Nach der Verwaltungsreform 1499 lag Leipzig als sogenanntes Amt im Leipziger Kreis neben dem es sieben weitere im Kurfürstentum gab.
Im Jahre 1409 wurde die Universität Leipzig als „Alma Mater Lipsiensis“ gegründet und gehört damit zu den ältesten Universitäten in Deutschland. 1519 trafen sich Martin Luther, Andreas Karlstadt und Philipp Melanchthon mit dem katholischen Theologen Johannes Eck auf Einladung der Universität in der Pleißenburg zu einem Streitgespräch, das als Leipziger Disputation in die Geschichte einging.
1539 wurde die Reformation endgültig durch Luther und Justus Jonas in Leipzig eingeführt. Leipzig war auch vom Schmalkaldischen Krieg 1546 und 1547 betroffen, in dem es für Leipzig und Sachsen vorrangig um die Gleichstellung der protestantischen Konfession ging. In Folge wechselte die Kurwürde an die albertinische Linie, in deren Herzogtum Leipzig lag.
In diesen Jahren war die Entwicklung Leipzigs vor allem durch die sich stetig verbessernden Lebensbedingungen gekennzeichnet. Als immer bedeutendere Handels- und Messestadt profitierte Leipzig dabei von einem wohlhabenden Bürgertum. Bereits im 16. Jahrhundert entstand eine Trinkwasserversorgung. 1650 erschienen erstmals die Einkommenden Zeitungen sechs mal pro Woche und gelten als älteste Tageszeitung der Welt.
Leipzig erwarb sich den Spitznamen „Klein Paris“, als die fortschrittsbewusste Messestadt im Jahr 1701 mit einer Straßenbeleuchtung ausgestattet wurde und sich fortan mit der mondänen Seine-Metropole vergleichen konnte.
Im Jahre 1813 fand die Völkerschlacht bei Leipzig im Zuge der sogenannten Befreiungskriege statt. Die verbündeten Heere der Österreicher, Preußen, Russen und Schweden brachten in dieser Schlacht Napoleons Truppen und deren Verbündeten, darunter das Königreich Sachsen, die entscheidende Niederlage bei, die schließlich zu seiner Verbannung auf die Insel Elba führte.
1839 wurde die Leipzig-Dresdner Eisenbahn als erste deutsche Fernbahnstrecke eröffnet. Leipzig entwickelte sich allmählich zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt in Mitteldeutschland, was sich auch darin äußerte, dass der damals nach Mailands Stazione Centrale größte Kopfbahnhof Europas von 1902 bis 1915 in Leipzig entstand.
Infolge der Industrialisierung, aber auch vielfältiger Eingemeindungen der Vororte, stieg am Ende des 19. Jahrhunderts die Bevölkerungszahl rasant an. 1871 wurde Leipzig mit 100.000 Einwohnern Großstadt. Im Jahr 1900 konstituierte sich in Leipzig der Deutsche Fußball-Bund. Der VfB Leipzig war 1903 erster deutscher Fußballmeister.
Am 1. Oktober 1879 entstand in Leipzig das Reichsgericht als oberstes Zivil- und Strafgericht des 1871 gegründeten Deutschen Reiches. Es diente in der Funktion des heutigen Bundesgerichtshofs. Während der Leipziger Prozesse wurde versucht, am Gericht Verbrechen des Ersten Weltkriegs aufzuklären und die Täter zu verurteilen. Mit der Machtübernahme 1933 integrierten die Nationalsozialisten das Gericht in das Regime Hitlers. Im Dezember 1933 verhandelte das Reichsgericht im Prozess um den Reichstagsbrand gegen Marinus van der Lubbe. Er wurde zum Tode verurteilt und im Januar 1934 in Leipzig hingerichtet. Freisprüche weiterer Angeklagter führten zur Einrichtung des Volksgerichtshofs, um die Justiz bei den Delikten Hoch- und Landesverrat zu zentralisieren. Bis zum Ende der Krieges verschärfte man die Strafpraxis am Reichsgericht und revidierte viele Strafen zu Todesurteilen. Die Auflösung des Gerichtes erfolgte 1945.
Während des Zweiten Weltkrieges kam es in den Jahren 1943 bis 1945 zu mehreren Luftangriffen auf die Stadt, die zu erheblichen Zerstörungen der Innenstadt führten – bis zu 60 % der Bausubstanz waren betroffen – und etwa 6.000 Opfer forderten. Am 18. April 1945 erreichten Einheiten der 3. US-Armee die Stadt. Auf Grund des 1. Londoner Zonenprotokolls von 1944 und der Beschlüsse der Konferenz von Jalta übernahm am 2. Juli 1945 die Rote Armee Leipzig und die Stadt kam zur sowjetischen Besatzungszone. Die sowjetische Militäradministration bildete den „Rat der Stadt“ und die Stadtverordnetenversammlung, deren Zusammensetzung mit Gründung der DDR die SED diktierte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ die wirtschaftliche Bedeutung Leipzigs in Folge der Zugehörigkeit zur sowjetischen Besatzungszone bzw. zur DDR stark nach, was sich auch in einem kontinuierlichen Rückgang der Einwohnerzahl äußerte. Während der DDR-Zeit war Leipzig Hauptstadt des Bezirks Leipzig und bevölkerungsmäßig die zweitgrößte Stadt der Deutschen Demokratischen Republik. In die Großstädte Berlin, Leipzig und Dresden wurden die meisten Kombinatsleitungen und Stammbetriebe angelegt, so dass sich die wirtschaftliche Bedeutung Leipzigs in der DDR bis 1990 erhielt.
1989 leiteten die von der Nikolaikirche ausgehenden Montagsdemonstrationen mit das Ende der DDR ein. Bereits fünf Tage vor den ersten großen Demonstrationen gab es gewaltsame Auseinandersetzungen am Dresdner Hauptbahnhof. Aus der Erkenntnis, dass Gewalt gegen die staatlichen Ordnungsmächte und Zerstörungen von den DDR-Regierungen und -Behörden massiv propagandistisch ausgenutzt wurden, organisierte man die Montagsdemonstrationen unter der Losung „Keine Gewalt“ in Leipzig friedlich. 1990 wurden Leipzig und weite Teile des Bezirks Leipzig dem Freistaat Sachsen zugeordnet. Leipzig ist seitdem Hauptstadt des Regierungsbezirks Leipzig.
Am 12. April 1996 wurde mit einem Festakt das neue Messegelände eröffnet, das als modernstes Ausstellungs- und Kongresszentrum Europas in knapp dreijähriger Bauzeit errichtet wurde. Heute ist Leipzig wieder zunehmend als Messe-, Medien- und Universitätsstadt bekannt, wenn auch die Bedeutung geringer ist als vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2012 scheiterte. 2006 war Leipzig ein Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, im Zentralstadion fanden vier Länderspiele statt.
Religionen
Die Bevölkerung der Stadt Leipzig gehörte bis zur Reformation zum Bistum Merseburg. Merseburg war bereits ab 968 Sitz eines Archidiakonats, das der Domdekan des Merseburger Hochstifts innehatte. Im 13. Jahrhundert entstanden in Leipzig vier Klöster: St. Paul (Dominikaner), St. Thomas (Augustiner-Chorherren), Zum Heiligen Geist (Franziskaner) und St. Georg (Zisterzienserinnen bzw. Benediktinerinnen).
Erste lutherische Predigten wurden bereits 1522 abgehalten. 1539 wurde die Reformation eingeführt. Gegenwärtig gehören alle Kirchengemeinden der Stadt zum Kirchenbezirk Leipzig, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gehört. Der Kirchenbezirk umfasst auch Gemeinden außerhalb der Stadt. Innerhalb der Landeskirche gibt es eine Landeskirchliche Gemeinschaft.
Seit 1697 gibt es in Leipzig wieder katholische Gottesdienste. 1921 wurde das Bistum Meißen (heute Dresden-Meißen) wiedererrichtet, in dem die Messestadt Sitz eines Dekanats ist. Katholische Hauptkirche der Stadt ist die Propsteikirche St. Trinitatis.
Die erste Erwähnung jüdischen Lebens in Leipzig stammt aus einer Urkunde Heinrich des Erlauchten von 1248. Im 14. Jahrhundert kam es erstmals zu Pogromen gegen Juden und es vergingen mehrere Jahrhunderte, in denen Juden untersagt war, in Leipzig zu siedeln. Erst ab 1710 durften sie wieder in Leipzig sesshaft werden. Nach 1800 bildete sich erstmals eine Jüdische Gemeinde. Einerseits ließen sich hier viele traditionell geprägte osteuropäische Juden nieder, andererseits wurde 1820 eine Reformsynagoge errichtet, die allerdings nur während der Leipziger Messe in Betrieb war. Bis zum Nationalsozialismus prägten jüdische Bürger die Stadt als Unternehmer, Wissenschaftler, Künstler und Stifter wesentlich mit. 1912 gründete der Rabbiner Ephraim Carlebach die Höhere Israelitische Schule, die erste jüdische Schule in Sachsen. Sie bestand bis 1942. 1929 hatte Leipzig mit über 14.000 Mitgliedern die größte jüdische Gemeinde Sachsens und eine der größten Deutschlands. Ab 1933 begann die systematische Auslöschung jüdischen Lebens in der Stadt, die mit der Deportation und Ermordung fast aller Leipziger Juden ihr Ende fand. Nach dem Krieg bestand die Jüdische Gemeinde nur noch aus 24 Mitgliedern. Die Mitgliederzahl stagnierte bis Anfang der 1990er Jahre. 2004 zählte die „Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig“, insbesondere durch die Einwanderung russischer Juden, wieder über 1.000 Mitglieder. In der heutigen Gottschedstraße, an der Stelle der ehemals größten Leipziger Synagoge, die in der Reichspogromnacht den Flammen zum Opfer fiel, erinnert seit 2001 unter Einbeziehung eines dort 1966 aufgestellten Denkmales eine Gedenkstätte an die Vertreibung und Ermordung der Leipziger Juden.
In Leipzig gibt es etwa 5.000 Muslime. Die größte Moschee heißt Ar-Rahman-Moschee (e.V.). Des Weiteren gibt es hier eine türkische und eine schiitische Moschee, die aber eine eher geringe Rolle spielen.
Namensentwicklung
Der Name Leipzig leitet sich vom sorbischen Lipsk her (gleichlautend aus dem Altsorbischen abgeleitet) und bedeutet „Linden-Ort“. Im Lateinischen wird er mit Lipsia wiedergegeben.
| Jahr | 7.–9. Jh. | 1015 | 1165 | 1220 | 1232 | 1402 | 1459 | 1494 | 1507 |
| veränderter Name im Laufe von Jahren | Lipsk | Libzi | Lipz | Liptzick | Lipzic | Leiptzgk | Leipczigk | Lips | Leipzig |
In Faust I verewigte Goethe in einer Szene in Auerbachs Keller seinen Studienort Leipzig als Klein-Paris. Goethe lässt einen Studenten sagen: Mein Leipzig lob' ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute. Die Bezeichnung etablierte sich in der Umgangssprache des zur Großstadt aufstrebenden und fortschrittlichen Leipzig des 19. Jahrhunderts.
Einwohnerentwicklung
Für detaillierte Einwohnerzahlen siehe Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Leipzig
Leipzig zählt aktuell nach umfangreichen Eingemeindungen Ende der 1990er Jahre zu den flächengrößten Städten Deutschlands.
Vorher war es, im Gegensatz dazu, eine der kompaktesten Städte, die 1870 zur Großstadt wurde. Die gegenwärtige Bevölkerungszahl hatte Leipzig bereits vor 1914 erreicht. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts holte die Bevölkerungszahl Leipzigs sprunghaft auf die größten Städte auf: Vor Beginn des Zweiten Weltkriegs war es die fünftgrößte Stadt Deutschlands mit knapp 600.000 Einwohnern. 1939 hatte die Bevölkerungsentwicklung mit etwas mehr als 700.000 Einwohnern den historischen Höchststand erreicht.
Nach kriegsbedingtem Rückgang stieg die Bevölkerung in Leipzig wieder bis etwa 600.000 Einwohner in den 1960er Jahren. Vor allem seit Ende der 1980er Jahre, aber schon in den 1970er Jahren, hat die Stadt einen erheblichen Bevölkerungsschwund zu verzeichnen. Der Tiefststand wurde Mitte der 1990er Jahre mit etwas weniger als 440.000 Einwohnern erreicht. Der Bevölkerungsschwund ist einerseits durch Abwanderung in Regionen der westlichen Bundesländer begründet, andererseits durch einsetzende Suburbanisierung. Wie alle größeren Städte versucht Leipzig die Bevölkerungszahl aktiv zu erhöhen, um die Erträge aus dem Kommunalen Finanzausgleich zu steigern, die über die Schlüsselzuweisung berechnet werden. Durch umfangreiche Eingemeindungen im Jahr 1999, versuchte Leipzig der Suburbanisierung entgegen zu wirken. Es kamen mehrere große Industriegemeinden hinzu, so dass sich die Fläche der Stadt in etwa verdoppelt hat. Durch die Eingemeindungen, ansteigende Geburtenraten und eine positive Bilanz bei Zu- und Wegzügen wächst die Einwohnerzahl Leipzigs langsam wieder, so dass 2005 die Halbe-Million-Einwohnergrenze wieder überschritten wurde. Außerdem soll die Zweitwohnungsteuer Bewohner am Zweitwohnsitz dazu anregen, in Leipzig ihren Erstwohnsitz zu melden.
Politik
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das zunächst als „Stadtverordnetenversammlung“, nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Erster Vorsitzender war zunächst der Stadtpräsident Friedrich Magirius (parteilos) in den Jahren 1990 bis 1994. Seit 1994 ist der Oberbürgermeister Vorsitzender des Stadtrats. Der Stadtrat wählte anfangs auch den Oberbürgermeister, seit 1994 wird er jedoch direkt vom Volk gewählt.
Der amtierende Oberbürgermeister der Stadt ist seit März 2006 Burkhard Jung (SPD). Er löste Wolfgang Tiefensee ab, der die Stadtgeschäfte von 1998 bis 2005 führte, das Amt aber wegen seiner Berufung zum Bundesverkehrsminister am 22. November 2005 niederlegte.
(Liste aller Leipziger Bürgermeister seit 1778 im Hauptartikel: Liste der Bürgermeister der Stadt Leipzig)
In den letzten Jahren wurde die Leipziger Kommunalpolitik von einer informellen Koalition der großen Parteien CDU und SPD geprägt, in die fallweise auch die PDS einbezogen wurde (so genanntes Leipziger Modell). Dadurch wurde die Kontrollfunktion des gewählten Stadtrats weitgehend ausgehebelt. Es kam deshalb zum überraschenden Konkurs städtischer Unternehmen und verschiedenen Korruptionsfällen, die 2004 zur Beurlaubung des Stadtkämmerers und 2005 zur Beurlaubung des beigeordneten Ordnungsbürgermeisters führten.
Ergebnis der Stadtratswahl vom 13. Juni 2004
| Partei | Stimmenanteil 2004 | Stimmenanteil 1999 | Gewinne/Verluste | Sitze im Stadtrat |
|---|---|---|---|---|
| SPD | 27 | 26,2 | 0,7 | 19 |
| PDS | 26,1 | 25,5 | 0,6 | 19 |
| CDU | 25,5 | 31,9 | -6,4 | 19 |
| GRÜNE | 10,0 | 7,4 | 2,6 | 7 |
| FDP | 4,5 | 2,7 | 1,8 | 3 |
| DSU | 1,8 | 1,4 | 0,4 | 1 |
| FORUM | 1,6 | 1,6 | 0,0 | 1 |
| WV VS-BA | 2,6 | 3,2 | -0,6 | 1 |
Die Wahlbeteiligung sank von 42,3 auf 38,6 Prozent. Der DSU-Stadtrat hat sich der CDU-Fraktion angeschlossen.
Ergebnis der letzten Oberbürgermeisterwahl
Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden am 5. Februar (erster Wahlgang) und am 26. Februar 2006 (zweiter Wahlgang) statt. Da kein Kandidat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen konnte, bedurfte es des zweiten Wahlgangs, in dem bereits die einfache Mehrheit ausreicht. Im ersten Wahlgang kandidierten Burkhard Jung (SPD), Uwe Albrecht (CDU), Dietmar Pellmann (Linkspartei), Michael Weichert (B90/Grüne), Bernd-Rüdiger Kern (DSU), Benedict Rehbein (parteilos) und Karsten Werner (BüSo). Im zweiten Wahlgang wurde Burkhard Jung mit 51,6 Prozent der Stimmen zum Oberbürgermeister gewählt.
| Bewerber | Partei | Erster Wahlgang | Zweiter Wahlgang |
|---|---|---|---|
| Burkhard Jung | SPD | 41,6 | 51,6 |
| Uwe Albrecht | CDU | 32,7 | 44,0 |
| Dietmar Pellmann | PDS | 15,5 | nicht mehr angetreten |
| Michael Weichert | Grüne | 6,1 | nicht mehr angetreten |
| Benedict Rehbein | Einzelbewerber | 2,4 | 3,0 |
| Bernd-Rüdiger Kern | DSU | 0,9 | nicht mehr angetreten |
| Karsten Werner | BüSo | 0,8 | 1,5 |
Die Wahlbeteiligung betrug 31,7 % (34,9 %) gegenüber 43,9 % im Jahr 2005.
Wappen
Das Wappen der Stadt Leipzig zeigt in gespaltenem Schild, vorn in Gold einen rot gezungten und bewehrten schwarzen steigenden Löwen; hinten in Gold zwei blaue Pfähle. Der Löwe der Markgrafen zu Meißen und die sogenannten „Landsberger Pfähle“ des Markgrafen von Landsberg sind alte wettinische Wappenbilder, die auf die Einbindung der Stadt Leipzig ins mittelalterliche Kursachsen verweisen. Nachweisen lässt sich das heutige Wappen erstmals 1468 als Siegel, auf denen vorher (um 1287) nur eine Burg bzw. eine Burg mit dem Löwen der Markgrafen zu sehen war.
Im Volksmund des 17. Jahrhunderts erzählte man sich übrigens folgende Sage: Der Löwe habe einst in die andere Richtung geblickt und mit den Tatzen nach den Pfählen gegriffen, sei später aber „zur Strafe“ umgekehrt worden. Und wirklich: Auf Groschen des 15. Jahrhunderts wendet sich der Löwe den Pfählen zu.
Der Unterschied zum Dresdner Wappen besteht lediglich in der Tingierung der Landsberger Pfähle, der zum Chemnitzer und Delitzscher Wappen in der Anordnung der Schilde – beim Wappen des Leipziger Lands wurde dem Leipziger Wappen noch ein Fluss hinzugefügt.
Die Stadtfarben sind dem Wappen entsprechend blau-gelb.
Bundestag und Bundespolitik
Das Leipziger Stadtgebiet bedeckt zwei Wahlkreise vollständig. Diese sind der Wahlkreis 153 Leipzig I mit etwa 197.000 Wahlberechtigten und der Wahlkreis 154 Leipzig II mit etwa 203.000 Wahlberechtigten. Seit 1998 vertritt der Bundestagsabgeordnete Rainer Fornahl (SPD) den Wahlkreis Leipzig I. Gunter Weißgerber (SPD) vertritt den Wahlkreis Leipzig II.
Der langjährige Oberbürgermeister Leipzigs, Wolfgang Tiefensee, ist seit dem Jahr 2005 Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Kabinett Merkel. Bereits nach den Wahlen im Jahr 2002 erhielt er von Gerhard Schröder ein Angebot für diesen Ministerposten, lehnte diesen aber mit der Begründung der Verbundenheit mit seiner Arbeit in Leipzig ab. Wolfgang Tiefensee ist gegenwärtig der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer.
Städtepartnerschaften
Leipzig unterhält mit 13 Städten eine Städtepartnerschaft:
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Wirtschaft und Infrastruktur
Vor dem Zweiten Weltkrieg war Leipzig neben seiner Bedeutung als Handelsplatz (Leipziger Messe) auch ein bedeutender Wirtschaftsstandort. Traditionell waren hier Verlagswesen und polygrafische Industrie, Gießereien, Maschinenbau, Pelzindustrie, Textilindustrie (Leipziger Baumwollspinnerei, Buntgarnwerke Leipzig) und Klavierbau (Blüthner, Hupfeld, Schimmel) ansässig.
In der DDR-Zeit blieb Leipzig ein bedeutender Wirtschaftsstandort. Der Bezirk Leipzig trug 1972 9,3% zur DDR-Industrieproduktion bei. Neben den bereits erwähnten Wirtschaftszweigen wurde insbesondere der Braunkohleabbau, Energieerzeugung und die chemische Industrie südlich von Leipzig stark ausgebaut. Mit der Bildung von Kombinaten wurde Leipzig Sitz der Kombinate für Baumaschinen, komplette Anlagen und Erdbewegungsmaschinen (Baukema), Gießereianlagenbau und Gusserzeugnisse (Gisag), polygraphischen Maschinenbau, Rundfunk- und Fernsehtechnik (RFT), Technische Gebäudeausrüstung (TGA), Tagebauausrüstungen, Krane und Förderanlagen (TAKRAF) und Chemieanlagenbau (Chemieanlagenbau Leipzig-Grimma, CLG). Die fruchtbaren Böden der Leipziger Tieflandsbucht im Leipziger Raum wurden intensiv landwirtschaftlich genutzt.
Kennzahlen
Gegenwärtig befinden sich in Leipzig 32.500 bei der Industrie- und Handelskammer gemeldete Unternehmen und etwa 3.700 Handwerksbetriebe (Stand 2005). Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten betrug 2005 188.845, die Arbeitslosenquote 17,1 % (November 2006). Auf die Arbeitsplatzdichte von 377 Arbeitsplätzen je 1000 Einwohner wirkt ein Pendlersaldo von etwa 42.000. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2004 11.670 Millionen Euro, pro Einwohner (23.500 Euro) bzw. pro Beschäftigtem (42.500 Euro) liegt Leipzig damit im Hinterfeld der deutschen Großstädte. Hinsichtlich der Bilanz aus Gewerbean- und -abmeldungen nimmt Leipzig in Deutschland jedoch einen Spitzenplatz ein. [6][7]
Öffentliche Investitionen und Subventionen
Wie in allen Städten und Gemeinden in den Neuen Bundesländern flossen hohe Summen staatlicher Gelder nach Leipzig. Die Struktur der Investitionen und Förderungen unterscheiden sich dabei etwas. Vergleichsweise stark wurde die „unternehmensnahe Infrastruktur“ gefördert (Im Zeitraum 1990 bis 2005 etwa 750 Mio. Euro). Ob die Förderung für den Flughafen Leipzig-Halle als Infrastrukturförderung ausschließlich DHL dient, untersucht derzeit die EU-Kommission, da sie die Rechtmäßigkeit bezweifelt. Nach Darstellung der Leipziger Wirtschaftsförderung können Zuschüsse für die gewerbliche Wirtschaft auf Grund der Wirtschaftsstruktur in Leipzig hauptsächlich für Großinvestitionen genutzt werden. Sie betrugen von 1990 bis 2005 etwa 650 Mio. Euro. Vergleichsweise wenig wurde für die Technologieförderung aufgebracht, sie summierte sich im Zeitraum 1990 bis 2005 auf 81 Mio. Euro. [8][9]
Leipzig liegt in einer „Ziel-1-Region“ des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Im Zuge der EU-Osterweiterung erreichen die sächsischen Regionen die Fördergrenze, die sich am Bruttoinlandsprodukt je Einwohner relativ zum EU-Durchschnitt bemisst. Zum Nachteil von Leipzig könnte sich der Umstand entwickeln, dass die anderen sächsischen Großstädte durch strukturschwache Regionen wie dem Erzgebirge oder der Oberlausitz länger in einer „Ziel-1-Regionen“ verbleiben könnten. Die Förderregionen entsprechen den sächsischen Regierungsbezirken.
Ansässige Unternehmen
Mit der Wende brach, wie in fast allen Regionen der ehemaligen DDR, nahezu die gesamte Industrieproduktion zusammen. Nur wenige Unternehmen blieben nach der Privatisierung erhalten. Es bestehen weiterhin die Maschinenbauunternehmen Kirow Leipzig AG (ein Hersteller von mobilen Kränen), die TAKRAF (ein Tochterunternehmen von MAN und Hersteller von Tagebauausrüstung und -einrichtungen) und Gebrüder Brehmer (ein Tochterunternehmen der Heidelberger Druckmaschinen und Hersteller von Buchheftmaschinen). Von den Klavierherstellern besteht noch die Julius Blüthner Pianofortefabrik.
Nach der Wende gelangen aber auch einige große Industrieansiedlungen, darunter Siemens, Porsche und BMW. Mit der Ansiedlung der beiden letzteren konnte sich die Stadt als neuer Automobilstandort etablieren. 2005 stiegen die Leipziger Verkehrsbetriebe in den Schienenfahrzeugbau ein. Ein Tochterunternehmen baut seitdem die Straßenbahn Leoliner, die sich mit einem konkurrenzfähigen Preis und ihrer Robustheit vor allem den osteuropäischen Markt erschließen soll.
Der umsatzstarke Energieversorger Verbundnetz Gas AG, der für Stadtwerke und kommunale Energieversorger Erdgas transportiert bzw. bereitstellt, hat in Leipzig seinen Sitz. Auch Unternehmen der Kommunikations- und Informationstechnologien wie die PC-Ware AG oder der überregionale Kabelnetzbetreiber Primacom AG mit seiner größten ostdeutschen Niederlassung sind in Leipzig beheimatet. Im Medienbereich ist neben zahlreichen kleineren Film- und Fernsehproduktionen eines der größten deutschen Filmunternehmen, die Kinowelt GmbH, in Leipzig ansässig. Neben Frankfurt am Main, München und Stuttgart gilt Leipzig darüber hinaus als überregional bedeutsamer Banken- und Finanzstandort. In der Stadt wird mit der European Energy Exchange (EEX) die größte Energiebörse Kontinentaleuropas betrieben.
Im Herbst 2006 stellte Amazon sein zweites und größtes deutsches Logistikzentrum fertig. Ab 2008 geht das internationale Luftdrehkreuz der Post-Frachttochter DHL in Betrieb, das bisher in Brüssel beheimatet war. Damit sollen 3.500 Arbeitsplätze direkt am Flughafen entstehen und schätzungsweise 7.000 in der näheren Umgebung.
Auch der Gesundheitssektor spielt in Leipzig eine tragende Rolle. Das älteste Krankenhaus und größte unter städtischer Verwaltung ist das Klinikum St. Georg, welches bereits 1213 urkundlich erwähnt und 1432 von der Stadt übernommen wurde. Es beschäftigt heute etwa 2.300 Mitarbeiter und dient neben dem Universitätsklinkum mit seinen 3.000 Mitarbeitern auch als Lehrkrankenhaus. Durch das am Standort vorhandene Know-How der Leipziger Universitätsklinik in Forschung und Praxis haben auch mehrere private Klinikbetreiber investiert. Mit dem Herzzentrum Leipzig in Trägerschaft der Rhön-Klinikum AG, das etwa 1.000 Mitarbeiter beschäftigt, können beispielsweise durch enge Kooperation mit der Uni-Klinik umfangreiche Synergien genutzt werden. Zur Ansiedlung von Unternehmen der Biotechnologie wurde 2003 am Rande des alten Messegeländes die BioCity Leipzig errichtet. Hier befinden sich das Biotechnologisch-Biomedizinische Zentrum der Universität Leipzig sowie verschiedene Unternehmen, unter anderem die Vita 34 International – Europas erste und größte private Nabelschnurblutbank.
Leipzig ist ein bekanntes Ziel für Städtereisen und besitzt eine ausgebaute touristische Infrastruktur. Im Jahr 2005 übernachteten etwa 1,7 Mio. Besucher in den 92 Beherbergungsbetrieben. Die 42 Hotels mit insgesamt knapp 8.000 Betten waren dabei in etwa 50 % ausgelastet. Der Umsatz im Gastgewerbe und die zusätzlichen Umsätze durch Gäste in der Stadt betrugen 1,1 Mrd. Euro und wurden hauptsächlich durch Tagesgäste erzielt. Sowohl im nationalen als auch im internationalem Rahmen wuchs die Tourismuswirtschaft in den letzten Jahren stark.
Leipziger Messe
Die Stadt Leipzig ist über die Grenzen Deutschlands hinaus auch durch die Leipziger Messe bekannt. Sie gilt als eine der ältesten Messeplätze der Welt. Zum Frühjahr 1895 erfolgte die Umstellung von einer Waren- zur weltweit ersten Mustermesse. Während der Zeit des Bestehens der DDR waren die Frühjahrs- und Herbstmessen ein wichtiger Treffpunkt des Handels zwischen Ost und West. Mit der Wiedervereinigung wurden die beiden saisonalen Universalmessen durch Fachmessen abgelöst. Die Messegesellschaft steht seither national in Konkurrenz mit vielen, oft erheblich größeren Standorten wie Hannover, Frankfurt oder Düsseldorf und muss sich in einem engen Markt behaupten. Zu den wichtigsten Messen des Jahres zählen heute die Leipziger Buchmesse und die Automobil International. Mit der Games Convention konnte erstmals eine Messe etabliert werden, die in Europa Alleinstellungsmerkmale besitzt.
Medien
Leipzig ist Hauptsitz des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Die Media City, ein Studiokomplex für Fernseh- und Filmproduktionen, an der der MDR beteiligt ist, befindet sich in unmittelbarer Nähe. Die Privatsender Radio PSR, Energy Sachsen, R.SA und Leipzig 91.3, Deutschlands erstes lizenziertes Universitätsradio Mephisto 97.6 und das Freie Radio Radio Blau produzieren hier ihr Programm. Mit Leipzig Fernsehen sendet ein lokaler Fernsehsender sein Programm aus der Messestadt.
Die Leipziger Volkszeitung erscheint als einzige regionale Tageszeitung, produziert und gedruckt von der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft. Das bedeutendste Leipziger Stadtmagazin ist der Kreuzer. Außerdem erscheint regelmäßig REGJO, das Regionaljournal für den Wirtschaftsraum Leipzig/Halle.
Leipzig ist zudem Sitz der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und Neue Medien.
Leipzig ist traditioneller Sitz vieler Verlage, darunter der Evangelischen Verlagsanstalt oder der Teubnerschen Verlagsbuchhandlung. Weiterhin finden sich hier Niederlassungen des Auer Verlags, der R. Brockhaus Verlag GmbH & Co.KG, des Insel-Verlags und des tologo Verlages. Dennoch ist von der ehemaligen Buchstadt, als die Leipzig einst weltweit berühmt war, nach der Wende 1990 nur wenig geblieben. Viele Verlage mussten schließen oder wurden verlegt. Ein jüngeres Beispiel hierfür ist der Reclam-Verlag, der 1828 in Leipzig gegründet wurde, aber im Frühjahr 2006 komplett in das Stuttgarter Reclam-Verlagshaus integriert wurde. Lediglich die renommierte Buchreihe Reclam-Leipzig bleibt als Marke erhalten.
Die Stadt Leipzig verleiht seit 1959 den Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig für besondere Leistungen in der Buchkunst.
Öffentliche Einrichtungen
Die Stadt Leipzig ist Sitz verschiedener überregionaler Einrichtungen und Institutionen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts.
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Das Bundesverwaltungsgericht wurde am 26. August 2002 von Berlin nach Leipzig verlegt und hat seinen Sitz im Reichsgerichtsgebäude. Auch der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs ist in Leipzig angesiedelt. Die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen unterhält eine Außenstelle in Leipzig. Die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank für die Freistaaten Sachsen und Thüringen ist ebenfalls in Leipzig beheimatet.
Die Sächsische Akademie der Wissenschaften wurde als wissenschaftliche Organisation 1846 in Leipzig gegründet und hat hier bis heute am Standort der Sächsischen Landesuniversität ihren Sitz.
Die Sächsische Landesbank und die Sparkasse Leipzig, die für die Stadt Leipzig und die Landkreise Delitzsch, Leipziger Land und Torgau-Oschatz zuständig ist, sind die wichtigsten öffentlichen Einrichtungen auf dem Finanzsektor.
Leipzig hat ein Hauptzollamt. Weitere öffentliche Einrichtungen sind die Handwerkskammer, die IHK und das Kreiswehrersatzamt Leipzig.
Städtebau
Leipzig verfügt noch über einen beträchtlichen Teil der Vorkriegsbebauung, die zwischen 1919 und 1945 und während der Gründerzeit, insbesondere um die Jahrhundertwende, entstand. Diese kompakten Altbauviertel wurden zu DDR-Zeiten vernachlässigt und verfielen. Stattdessen setzte man zwischen 1960 und 1980 auf Großsiedlungen, wie Grünau und Paunsdorf, die ca. 40 Prozent der nach 1945 in Leipzig entstandenen Wohnungen ausmachen. Eine Umstellung der Wohnungsbaupolitik in Richtung auf den Grundsatz der „Stadterneuerung im Bestand“ hat nun die großflächige Restaurierung der Gründerzeitquartiere zum Ziel. Leipzig stand 1990 vor dem Problem, dass 196.000 der 257.000 Wohnungen sanierungsbedürftig waren. In den Gründerzeitvierteln waren davon 103.000 Wohnungen betroffen. Ein Großteil der Quartiere in Plagwitz, Reudnitz und Connewitz war baufällig und drohte einzustürzen. Die Dächer waren nur notdürftig repariert, mehrere Straßenzüge komplett und dauerhaft eingerüstet, um Passanten vor herabfallenden Gebäudeteilen zu schützen. Mit der politischen Wende in der DDR nahmen sich die Medien dieses Problems an. Das DDR-Fernsehen sendete im November 1989 die aufsehenerregende Reportage „Ist Leipzig noch zu retten?“, die den Verfall Leipzigs am Beispiel des Stadtteils Plagwitz ungeschminkt darstellte.[10]
Insgesamt konzentriert sich die Stadterneuerung im Bereich der Gründerzeitbebauung auf 13 Gebiete mit 464 Hektar und 29.000 Wohnungen.[10] Ein Beispiel dafür ist das zwischen der Innenstadt und dem Rosenthal gelegene Waldstraßenviertel. Es ist heute eines der wenigen vollständig erhaltenen Gründerzeit-Wohngebiete in Deutschland. Auf einer Fläche von über 100 Hektar sind von 845 Gebäuden 626 als Einzeldenkmal ausgewiesen. Für ihre Strategie zum Erhalt dieses Ensembles erhielt die Stadt beim Bundeswettbewerb vom Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau 1994 eine Goldmedaille.
Auch ein Großteil der übrigen Altbausubstanz wurde saniert. Direkte und indirekte staatliche Fördermodelle wie Investitionszulagen und Sonderabschreibungen trieben den Sanierungsprozess dabei wesentlich voran. Der Anteil des Wohnungsneubaus blieb dabei im Vergleich zur Zahl der Sanierungen von Altsubstanz sehr gering. Mit einer einsetzenden Suburbanisierung in neu entstandene Einfamilienhaussiedlungen und der überregionalen Abwanderung in den 1990er Jahren führte dies aufgrund fehlender Lenkungsmaßnahmen zu einem großen Überhang an Wohnraum. Der Leipziger Wohnungsmarkt ist dadurch heute stark gesättigt. Investitionen in verbliebene unsanierte Objekte verringerten sich entsprechend der Marktsituation erheblich und erfolgten seitdem nun wesentlich gezielter meist in den attraktiveren Wohnlagen, die aufgrund der dort höhere Wohnraumnachfrage höhere Grundmieten ermöglichen. Diese grundsätzliche Bevorzugung gegenüber unattraktiveren Gebieten ist nach wie vor erkennbar, obwohl das Investitionspotenzial in den attraktiveren Viertel mit einem hohen Sanierungsstand nahezu ausgeschöpft ist.[11] Daraus resultierend ist seit 1997 eine heterogene Entwicklung zwischen attraktiveren Standorten und solchen Altbauvierteln erkennbar, die in ihrer Entwicklung und Erneuerung zurückbleiben.[10] Stehen von den gründerzeitlichen Wohnungen, die saniert wurden, etwa 23 Prozent leer, so bleiben von den unsanierten Wohnungen 71 Prozent unbewohnt.[12]
Aufgrund ihrer höheren baulichen und architektonischen Qualität und der oftmals besseren Lage werden die sanierten Altbaustandorte auch den nunmehr ebenfalls größtenteils sanierten Großwohnsiedlungen vorgezogen. Dies führt zu einer beginnenden Verödung der Neubauviertel in Plattenbauweise. Dort wird versucht mit teilweisem Rückbau und Umfeldaufwertungen eine Gesundung der Immobilienstruktur in der Stadt zu erreichen.
Bildung und Forschung
Universität Leipzig
Die 1409 gegründete Universität Leipzig (Alma Mater lipsiensis) ist die zweitälteste Universität auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland. 1953 wurde sie in Karl-Marx-Universität umbenannt, erhielt 1991 aber wieder ihren alten bzw. keinen Namen. Anfang der 1990er Jahre wurde nach der Abwicklung der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) als Ersatz eine Sportfakultät gegründet und die ehemalige Pädagogische Hochschule „Clara Zetkin“ angeschlossen. Die Universität hat heute 14 Fakultäten und einige angeschlossene Institute wie das Herder-Institut und das aus dem Johannes R. Becher-Institut der DDR hervorgegangene Deutsche Literaturinstitut (DLL). An dieser im deutschsprachigen Raum einmaligen Lehranstalt werden in einem künstlerischen Studiengang Schriftsteller ausgebildet.
An der Leipziger Universität wurden einige bahnbrechende Forschungsleistungen erzielt. Hier unterrichteten unter anderem die Nobelpreisträger Werner Heisenberg, Gustav Hertz, Nathan Söderblom und Wilhelm Ostwald sowie der Begründer der experimentellen Psychologie Wilhelm Wundt. In den Fächern Soziologie und Psychologie wurde hier die so genannte Leipziger Schule begründet.
Prominente Studenten an der Universität waren unter anderem Georgius Agricola, Tycho Brahe, Johann Gottlieb Fichte, Johann Wolfgang Goethe, Edvard Grieg, Ulrich von Hutten, Erich Kästner, Gottfried Wilhelm Leibniz, Gotthold Ephraim Lessing, Karl Liebknecht, Thomas Müntzer, Friedrich Nietzsche, Novalis, Ferdinand de Saussure, Robert Schumann, Johann Gottfried Seume, Georg Philipp Telemann und Richard Wagner.
Hochschulen
Die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) wurde bereits 1764 als Akademie für Malen, Zeichnen und Architektur gegründet. Einer ihrer berühmtesten Studenten war Johann Wolfgang Goethe. 1901 wurde die Akademie in Königliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe umbenannt, 1947 erhielt sie ihre heutige Ausprägung. Die HGB zählt zu den renommiertesten Kunsthochschulen Deutschlands. Durch Neo Rauch und andere Künstler wurde hier Ende der 1990er Jahre die nunmehr weltbekannte Leipziger Schule begründet.
Die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig entstand im Jahre 1843 als Leipziger Konservatorium und war die erste höhere musikalische Bildungsstätte in Deutschland. Einer ihrer Mitbegründer war Felix Mendelssohn Bartholdy. 1992 wurde durch die Eingliederung der Theaterhochschule „Hans Otto“ das Ausbildungsprofil erweitert.
Die Handelshochschule Leipzig (HHL) wurde am 25. April 1898 gegründet und ist die älteste Wirtschaftshochschule Deutschlands.
Fachhochschulen und Institute
Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) trägt seit 1992 ihren heutigen Namen und entstand aus der Technischen Hochschule Leipzig. Letztere wurde 1977 durch die Zusammenlegung der Hochschule für Bauwesen Leipzig, der Ingenieurhochschule Leipzig, der Fachschule für Bibliothekare und Buchhändler, der Fachschule für wissenschaftliches Bibliothekswesen sowie dem Institut für Museologie gebildet.
Die Fachhochschule für Telekommunikation ist eine Fachhochschule in privater Trägerschaft der Deutschen Telekom AG und wurde 1991 als „Fachhochschule der Deutschen Bundespost TELEKOM“ durch den Freistaat Sachsen staatlich anerkannt.
Leipzig beherbergt drei Max-Planck-Institute (für evolutionäre Anthropologie, Kognitions- und Neurowissenschaften und Mathematik in den Naturwissenschaften), das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, das Fraunhofer Mittel- und Osteuropazentrum, das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (IfT), das Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM) und das Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) sowie das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.
Weitere höhere Bildungseinrichtungen sind die AKAD Fachhochschule Leipzig, die Hochschule für Kreativitätspädagogik (HfK) und die Studienakademie Leipzig, eine Zweigstelle der Berufsakademie Sachsen.
Deutsche Bücherei
Die Deutsche Bücherei wurde 1912 in Leipzig gegründet und diente bis zur deutschen Teilung als alleinige Sammelstätte für die gesamte deutschsprachige Literatur ab 1913. Seit 1990 ist sie Teil der Deutschen Nationalbibliothek (DNB), zu der auch die 1947 gegründete Deutsche Bibliothek in Frankfurt am Main und das 1970 gegründete Deutsche Musikarchiv in Berlin gehören. Die drei Standorte erfüllen heute gemeinsam die gesetzlich festgelegten Aufgaben zum Sammeln, Erschließen und bibliografischen Verzeichnen der deutschen und deutschsprachigen Literatur.
Da der momentane Bestand von über 13 Millionen Medieneinheiten täglich um über 1.200 ansteigt, wird im Jahr 2007 wird mit der Errichtung eines neuen Erweiterungsbaus begonnen. Dieser vergrößert die Bibliothek bis zur Semmelweissstraße und schafft so den benötigten zusätzlichen Platz. Im Zuge der Bauarbeiten wird auch der 1981 errichtete, 16 Etagen hohe Bücherturm saniert sowie ein kleiner Park in Richtung der Russischen Kirche angelegt.
Verkehr
Leipzig war durch die Lage an der Kreuzung der Fernstraßen Via Regia und Via Imperii bereits frühzeitig ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die erste deutsche Fernbahnstrecke führte seit 1839 von Leipzig nach Dresden. Insbesondere durch die nach der politischen Wende investierten Mittel für die Modernisierung und den Ausbau der Fernstraßen-, Schienen- und Flugverkehrsanbindung kann Leipzig heute eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur vorweisen.
Bahnanbindung
Der 1915 eröffnete Leipziger Hauptbahnhof ist hinsichtlich der Fläche der größte Kopfbahnhof Europas und ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt für den Personenverkehr. Es bestehen stündliche ICE-Verbindungen über Berlin nach Hamburg, über Nürnberg nach München, über Erfurt / Fulda nach Frankfurt am Main sowie nach Dresden. Die Strecke in Richtung Hannover wird ebenfalls stündlich von IC-Zügen bedient. Zusätzlich zu seiner Bedeutung als Fernverkehrsbahnhof ist der Leipziger Hauptbahnhof der wichtigste Knotenpunkt im Nahverkehr des Großraumes Leipzig.
Für den Güterverkehr gibt es Güterbahnhöfe in den Stadtteilen Wahren und Engelsdorf. Außerdem wurde in der Nähe des Schkeuditzer Kreuzes für den Warenumschlag zwischen Straße und Bahn ein großes Güterverkehrszentrum eingerichtet. Der Güterbahnhof in Stötteritz, auf welchem auch Container verladen wurden, ist geschlossen worden.
Öffentlicher Nahverkehr
Leipzig verfügt über ein engmaschiges Netz aus Straßenbahn-, S-Bahn- und Buslinien, welche das Stadtgebiet nahezu lückenlos bedienen.
Die seit dem 1. Januar 1917 bestehenden Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) unterhalten in der Stadt momentan insgesamt 14 Straßenbahn- und über 30 Buslinien. In den vergangenen Jahren erfolgten umfangreiche Ausbauarbeiten an ausgewählten Strecken, so zum Beispiel an den Linien 15 und 16. Es wurden jedoch auch einige weniger stark frequentierte Straßenbahn- durch Buslinien ersetzt; zuletzt im Januar 2006 die Straßenbahnlinie 18, die Linie 14 steht momentan ebenfalls zur Disposition. Insgesamt umfasst das Straßenbahnnetz 149,9 Kilometer. Die längste Linie im Leipziger Netz ist die Linie 11, die auf 22 Kilometern Schkeuditz mit Markkleeberg-Ost verbindet und dabei als einzige Leipziger Straßenbahnlinie in drei Tarifzonen des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes fährt. An den zentralen Haltestellen „Hauptbahnhof“ bzw. „Hauptbahnhof, Westseite“ und „Goerdelerring“ verkehren die Straßenbahnlinien montags bis freitags im Tagesverkehr im Minutentakt. Die LVB modernisieren seit Jahren ihren Fuhrpark. Hauptsächlich auf den Linien 15 und 16 verkehren die 45 Meter langen Gelenktriebwagen NGT12-LEI des Herstellers Bombardier Transportation aus Bautzen. Die Beschaffung von insgesamt 24 dieser Triebwagen ist nahezu abgeschlossen. Zudem werden in Lindenau die neuen Bahnen des Typs „Leoliner“ gefertigt, welche vor allem auf den Linien 7 (in Traktion), 12 und 14 zum Einsatz kommen.
Seit 1969 besitzt Leipzig ein S-Bahn-Netz. Dieses besteht derzeit aus vier Linien, die vom Leipziger Hauptbahnhof ausgehen und diesen mit Grünau, Wurzen, Halle (Saale) und Borna verbinden. Es wird kein einheitlicher Takt gefahren, die Taktzeiten variieren von 20 bis zu 60 Minuten.
Mit Fertigstellung des City-Tunnels im Jahr 2011 erhält Leipzig ein völlig neu ausgerichtetes S-Bahn-Netz, das bis in die angrenzenden Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen reichen soll.
| Geplantes Liniennetz der Leipziger S-Bahn ab 2011 | |
|---|---|
| S1 | Leipzig Miltitzer Allee – Leutzsch - Leipzig-Gohlis – City-Tunnel - Leipzig-Stötteritz - Wurzen |
| S2 | (Dessau / Lutherstadt Wittenberg -) Bitterfeld – Delitzsch – Leipzig-Messegelände - City-Tunnel - Connewitz - Markkleeberg – Gaschwitz |
| S3 | Halle (Saale) – Schkeuditz – Leipzig-Gohlis – City-Tunnel - Leipzig-Stötteritz - Wurzen |
| S4 | Torgau – Eilenburg – Taucha - Leipzig-Mockau - City-Tunnel - Connewitz - Markkleeberg - Borna - Geithain |
| S5 | Halle (Saale) - Flughafen Leipzig/Halle - Leipzig-Messegelände - City-Tunnel - Connewitz - Markkleeberg - Altenburg (- Zwickau) |
Der knapp vier Kilometer lange City-Tunnel befindet sich seit 2003 im Bau. Er wird die komplette Innenstadt vom Hauptbahnhof zum Bayerischen Bahnhof unterqueren und soll mehr als 571 Millionen Euro kosten. Es entstehen vier unterirdische Bahnhöfe (Hauptbahnhof tief, Markt, Leuschner-Platz, Bayrischer Bahnhof). Mit dem Bau wird erstmals eine durchgängige Nord-Süd-Achse hergestellt, die durch den nach Norden ausgerichteten Kopfbahnhof bisher nicht existiert. Die Anbindung an den Südraum Leipzigs wird dadurch stark verbessert. Damit ist eine erhebliche Zeitersparnis für den Zugverkehr Richtung Südsachsen und Bayern verbunden, da die Züge keine Umwege um ganz Leipzig mehr fahren müssen. Die Fertigstellung wird für 2011 erwartet.
Autobahnen und Bundesstraßen
An Leipzig führen mehrere Autobahnen vorbei: im Norden die A 14, im Westen die A 9 und im Süden die A 38. Die drei Autobahnen bilden einen dreieckigen Teilring des Autobahndoppelringes Mitteldeutsche Schleife um Halle und Leipzig. In Richtung Süden ist außerdem die A 72 teilweise im Bau beziehungsweise in Planung. Weitere Aus- und Neubauplanungen gibt es auch Im Bereich der Bundesstraßen. So wird derzeit eine neue Schnellstraße B 87n von Leipzig nach Torgau (als Ersatz A 16) geplant. Hier ist jedoch der genaue Trassenverlauf noch nicht festgelegt. Auch die B 181 nach Merseburg soll neu trassiert werden. [13]
Durch die Stadt führen die Bundesstraßen B 2, B 6, B 87, B 95, B 181, B 184 und B 186.
Flughäfen
Im Einzugsgebiet von Leipzig befinden sich zwei Flughäfen: der Flughafen Leipzig/Halle und der Flughafen Altenburg-Nobitz.
Der Flughafen Leipzig/Halle fungiert als internationaler Verkehrsflughafen für die gleichnamige Region. Er befindet sich am